Dschinns

Roman
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Buchprofile - Rezension
Hüseyins Traum für den Ruhestand wird zum Alptraum für die Familie.
Hüseyin kam als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland. Für den Traum vom kleinen Wohlstand arbeitet er jahrzehntelang, sein Körper rebelliert. Doch im Ruhestand soll alles anders werden: Er kauft eine Wohnung in Istanbul, wo er es sich mit seiner Familie gutgehen lassen möchte. Doch als er ein letztes Mal durch die neu eingerichtete Wohnung streift und kontrolliert, ob alles so ist, wie er es sich vorgestellt hat, erleidet Hüseyin einen Herzinfarkt und stirbt. Seine Kinder Sevda, Hakan, Perihan und Ümit sowie seine Frau Emine müssen so schnell wie möglich nach Istanbul zur Beerdigung reisen. Fatma Aydemir baut ihren Roman geschickt auf und widmet jedem Familienmitglied ein Kapitel, in dem grundverschiedene Charaktere beschrieben sind. Sevda kämpft mit dem Gefühl, von ihrer Familie allein gelassen worden zu sein. Hakan weiß, dass er die Rolle des ältesten Sohnes nicht zufriedenstellend erfüllen kann. Perihan gelingt alles, ohne sich groß anzustrengen, dennoch liegt ein Schatten auf ihrer Vergangenheit. Und der 15-jährige Ümit befindet sich in einer schwierigen sexuellen Orientierungsphase. Emine, die Mutter, durchlitt in ihrem Leben einschneidende Erlebnisse, die in der heutigen Zeit unvorstellbar sind und kämpft seither mit ihren Dämonen. - Fatma Aydemirs Sprache, mit der sie die Personen facettenreich beschreibt, ist teils poetisch und dennoch schonungslos. Der Bogen, den sie von der türkischen Vergangenheit zum Gastarbeiterdasein in Deutschland spannt, lässt tiefe Einblicke in die Einsamkeit und Verlorenheit der Auswanderer zu, die doch nur auf der Suche nach einem besseren Leben waren, auch an die Anschläge auf Ausländer in den neunziger Jahren wird erinnert. Es ist bemerkenswert, zu sehen, wie alle Charaktere unterschiedlich mit ihrem Schicksal umgehen. Auf alle Fälle eine Empfehlung wert!
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Artikelbeschreibung

Fatma Aydemirs großer Familienroman - Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2022Dreißig Jahre hat Hüseyin in Deutschland gearbeitet, nun erfüllt er sich endlich seinen Traum: eine Eigentumswohnung in Istanbul. Nur um am Tag des Einzugs an einem Herzinfarkt zu sterben. Zur Beerdigung reist ihm seine Familie aus Deutschland nach. Fatma Aydemirs großer Gesellschaftsroman erzählt von sechs grundverschiedenen Menschen, die zufällig miteinander verwandt sind. Alle haben sie ihr eigenes Gepäck dabei: Geheimnisse, Wünsche, Wunden. Was sie jedoch vereint: das Gefühl, dass sie in Hüseyins Wohnung jemand beobachtet. Voller Wucht und Schönheit fragt "Dschinns" nach dem Gebilde Familie, den Blick tief hineingerichtet in die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte und weit voraus.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Fatma Aydemir wurde 1986 in Karlsruhe geboren, sie lebt in Berlin. Bei Hanser erschien 2017 ihr Debütroman »Ellbogen«, für den sie den Klaus-Michael-Kühne-Preis und den Franz-Hessel-Preis erhielt. 2019 war sie gemeinsam mit Hengameh Yaghoobifarah Herausgeberin der Anthologie »Eure Heimat ist unser Albtraum«. Ihr zweiter Roman »Dschinns« (Hanser, 2022) wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis und dem Preis der LiteraTour Nord 2023 ausgezeichnet.

Pressestimmen

"Die ebenso berührende wie verstörende Familiengeschichte fesselt nach wenigen Seiten. Das Schweigen und Verschweigen innerhalb der Familie ist erlebbar geschildert. Beeindruckend die sprachlich unterschiedlichen Personen-Kapitel." Die Zeit, waswirlesen-Newsletter, Auf Platz 3 der 10 Bücher des Jahres 2022, 29.12.22 "Zu Aydemirs 'Dschinns' werden Literarhistoriker greifen, wenn sie 2122 beschreiben wollen, wie man vor 100 Jahren in Deutschland geschrieben hat." Olaf Przybilla, Süddeutsche Zeitung, 23.08.22 "Immer wieder erstaunlich, was man mit der guten alten Form des Familienromans erzielen kann... Eine Augen öffnende Lektüre." Denis Scheck, ARD druckfrisch, 22.05.22 "Ein sehr, sehr besonderes Buch. Aydemir erzählt nämlich einerseits hochreflektiert, analytisch, klar und auf der anderen Seite mit ganz großer Empathie für jede einzelne ihrer Figuren - da schwingt immer Distanz und Nähe mit, das ist sehr ausgewogen und sehr, sehr ausdrucksstark. Psychologisch hochinteressant." Sylvia Schwab, Deutschlandfunk Büchermarkt, 02.04.22 "Ein mitreißender Familienroman ... selten wurden in der neueren Literatur die Qualen einer über Generationen vererbten Entmündigung und der Befreiung aus ihr so überzeugend geschildert." Nicole Henneberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.22 "Ein wichtiger Roman über den Verlust von Wurzeln und großen Schwierigkeiten, sich in Deutschland zu Hause zu fühlen, wenn viele dort von 'Scheißtürken' reden. Zumal Aydemir nie einseitig auf dieses Dazwischen-Sein blickt." Katja Weise, NDR Kultur, 18.03.22 "Die Bilder und Situationen, die Aydemir aufruft, sind von einer beinahe unheimlichen Präzision. Jeder sparsame Dialog, jedes verstockte Gefühl, jede popkulturelle Referenz - kurz: jedes Wort - sitzt." Maryam Aras, Die Presse, 05.03.22 "Vielfalt bildet der Gesellschaftsroman nicht nur in den verschiedenen Standpunkten und Herausforderungen seiner ProtagonistInnen ab, sondern darüber hinaus in seiner stilistischen Varianz. ... Ein Buch, das politische Brisanz und Grundfragen des Menschseins mit Sentiment und Melancholie vereint." Björn Hayer, Der Freitag, 24.02.22 "Aydemir fühlt sich in fast jede ihrer Figuren meisterhaft ein - man kann ihr Buch kaum aus der Hand legen." Spiegel Bestseller Beilage, 11.03.22 "Der Einfachheit halber werden Romane gerne in Schubladen gesteckt und besonders gern und rasch werden Bücher in der Schublade Migrantenliteratur abgelegt. Nicht so hier, denn mit seinen lebensprallen Figuren, den schnellen an TV-Serien erinnernden Schnitten zwischen den Szenen und dem langsamen Aufdecken lange gehüteter Geheimnisse, schreibt sich Fatma Aydemir aus jeder Schublade heraus." Wolfgang Popp, Ö1 Morgenjournal, 16.02.22
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