Das erste Gewand

Roman
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Buchprofile - Rezension
Das große Hauptwerk der georgischen Gegenwartsliteratur in der über Jahrhunderte ungebrochenen Tradition georgischer Literatur und Sprache.
Guram Dotschanaschwili hat von 1966 bis 1978 an diesem Werk gearbeitet. Es ist also noch während der sowjetischen Epoche des Landes im Kaukasus entstanden. Die Zeitumstände, ja die Fremdherrschaft mit einer sozialistischen Politik, muss man sich heute vor Augen halten. Dann erst kann man die besondere, herausragende literarische Bedeutung dieses Buches, das nicht einfach zu lesen ist, in etwa ermessen. Es ist von vorn bis hinten ein selbständiger Antipode zum sozialistischen Realismus genau dieser Zeit und der damit einhergehenden Langeweile. Lange Zeit, von 2010 bis 2017, arbeiteten Susanne Kihm und Nikolos Lomtadse aus Saarbrücken an der deutschen Übersetzung. In einer Nachbemerkung erwähnen sie einige der sprachlichen Probleme, denen sie bei ihrer langjährigen Arbeit begegneten. Es ist kein ausdrücklich christliches Buch, doch wiederholt treffen wir auf Geschichten, Gleichnisse und Formulierungen, die Dotschanaschwili direkt aus dem Neuen Testament entnommen haben dürfte. Das Buch endet damit, dass Domenico in sein Heimatdorf zurückkehrt und geehrt wird mit einem "ersten Gewand", das dem Festkleid des Verlorenen Sohns in der Gleichnisgeschichte Jesu entspricht. Und dann erzählt Domenico, was ihm auf seiner großen Pilgerreise durch die Welt geschah. Das Buch ist eine Herausforderung für den anspruchsvollen Leser. Man liest es nicht nebenher und auch nicht eigentlich zur Unterhaltung, sondern als einen sehr eigenen Prototyp moderner Literatur, der Aufmerksamkeit verlangt und erfordert.
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Artikelbeschreibung

Ein Fremder kommt in Domenicos Dorf und weckt in dem jungen Mann den Wunsch, die Welt kennenzulernen. Zuerst kommt er nach Feinstadt, ein Ort der guten Sitten; doch ist wirklich "alles in Oo-ordnung", wie der Nachtwächter ruft? Als Domenico seine große Liebe auf tragische Weise verliert, will er fort, nach Kamora. Dort regieren Willkür und Verbrechen - bis eine Gruppe Hirten aufbegehrt. Sie errichten Canudos, eine Stadt der Freiheit. Doch der Kampf gegen Kamora steht ihnen bevor. Das meistgelesene Buch in Georgien und - zur Zeit sowjetischer Herrschaft geschrieben - eine aufrüttelnde Parabel über das menschliche Dasein in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Tyrannei. "Eine wunderschöne Fabel über die Liebe und die Freundschaft, über das Leben und die Identität, und allem voran eine Einladung zu einem Fest der Phantasie." Nino Haratischwili

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Anschrift: Kolbergerstr. 22
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Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Guram Dotschanaschwili, 1939 in Tbilissi geboren und 2021 gestorben, studierte Geschichte und Archäologie. Bereits 1966 begann er mit der Arbeit an seinem ersten Roman Das erste Gewand (Hanser, 2018), den er 1978 beendete. Bei einer Umfrage im Rahmen der Sendung Chemi zigni (Mein Buch), bei der - nach dem Vorbild von BBC Big Read - nach dem Lieblingsbuch der Georgier gefragt wurde, kam der Roman mit großem Abstand auf den ersten Platz. 1985 erhielt Dotschanaschwili den Staatspreis für das literarische Gesamtwerk und 2010 den renommiertesten georgischen Literaturpreis, den SABA-Preis.

Pressestimmen

"'Ein zugleich tieftraditionelles und hochavantgardistisches Buch. [...] Man kann in der modernen Literatur lange suchen nach einer Welterzählung vergleichbarer Fülle, literarischer Komplexität, spiritueller Tiefe, metaphysischer Komik und prophetischer Ernsthaftigkeit. [...] Es gibt eigentlich keinen besseren Einstieg in die Mentalität und in den kulturellen Kosmos des diesjährigen Gastlands der Frankfurter Buchmesse als die Lektüre dieses von Susanne Kihm und Nikolos Lomtadse in ein sehr plausibles Deutsch übertragenen Klassikers der georgischen Moderne." Stephan Wackwitz, DIE ZEIT, 27.09.18 "Ein Meisterwerk der Erzählkunst mit völlig neuem Vokabular." Cornelia Zetzsche, BR 2 Diwan, 23.09.18 "Was Dotschanaschwili in seinem weit ausgreifenden, stilistisch vielseitig schillernden Epos darbietet, ist getragen von einer unerschöpflichen Fülle an Einfallsreichtum und Virtuosität. Wie der Autor mit sicherer Hand den allegorischen Bogen der Lebensreise eines verlorenen Sohns zwischen Aufbruch und Rückkunft zu spannen weiß, das setzt den Leser einem dauerhaften Sprühregen mitreißender Beredsamkeit und unbändiger Erzähllust aus." Oliver vom Hove, Wiener Zeitung, 06.10.18

Bewertungen

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