Die Fremde

Roman
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Buchprofile - Rezension
Im 11. Jhd. konvertiert eine junge Normannin vom Christentum zum Judentum und tauscht ihr gesichertes Leben gegen ein Leben auf der Flucht ein.
Vigdis Adelaos lebt Anfang des 11. Jh. als Tochter wohlhabender normannischer Christen in Rouen. Aus Liebe zu David Todros, dem Sohn des höchsten Rabbis von Narbonne, konvertiert sie zum jüdischen Glauben, heiratet David und heißt nun Hamutal. Erbost über die Flucht, schickt Hamutals Vater dem Paar die Kreuzritter hinterher. Nach ihrem kurzen Familienglück bei Davids Eltern flieht das Paar mit seinen drei Kindern von Ort zu Ort. Dabei verliert Hamutal nicht nur ihren Mann, auch zwei ihrer Kinder werden ihr entrissen. Besessen von dem Wunsch, ihre Kinder wiederzufinden, zieht sie bis nach Kairo, bis sie als gebrochene, entehrte Frau in ihre Heimat zurückkehrt. - Hertmans stützt sich bei seiner Erzählung auf ein hebräisches Manuskript der damaligen Zeit, das von der Flucht einer Vigdis Adelaos aus Rouen erzählt. Der Autor reist den Stationen von Vigdis' Flucht nach. Immer wieder bricht er den Erzählstrang um Vigdis' Leben auf, indem er von seinen Eindrücken der Schauplätze erzählt, die er in Verbindung mit Vigdis' Wahrnehmung bringt. Dadurch und durch den im Präsens gehaltenen Erzählstil gewinnt der Roman an Realitätsnähe. In Vigdis'/Hamutals Geschichte spiegeln sich zahlreiche Themen der Gegenwart: religiöser Fanatismus, Flucht, die Suche nach Identität. Auch deshalb allen Büchereien empfohlen. (Übers.: Ira Wilhelm)
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Artikelbeschreibung

Als Stefan Hertmans erfährt, dass seine zweite Heimat, der Ort Monieux in Frankreich, vor tausend Jahren Schauplatz eines Pogroms durch die Kreuzritter war, begibt er sich auf Spurensuche. Unter den Überlebenden soll eine junge Frau christlicher Herkunft gewesen sein. Diese historisch verbürgte Figur lässt ihn nicht mehr los, er tastet sich erzählend an ihr Leben heran. Vigdis nennt er die Frau, die für die Liebe zum Sohn des Rabbi ihre Existenz aufs Spiel setzt und zu Hamutal wird, die alles verliert und ganz allein nach Jerusalem aufbricht. Mit seiner grandiosen literarischen Rekonstruktion dieser Geschichte von Liebe, Gewalt und religiöser Verfolgung ist Hertmans ein erschreckend gegenwärtiger Roman gelungen.

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Personeninformation

Stefan Hertmans, geboren 1951, gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Preis der flämischen Gemeinschaft für Prosa. Für Der Himmel meines Großvaters erhielt er 2014 den AKO Literatuurprijs und De Gouden Uil.

Pressestimmen

"Dieser grandiose Roman wird mich ab jetzt begleiten wie ein guter Freund. Die Fremde hat sich in meinem Kopf und in meinem Herzen eingenistet, als hätte ich ihre Geschichte selbst erlebt. Aus jeder Seite spricht eine Wahrhaftigkeit, wie nur große Literatur sie zu erschaffen vermag." Margriet de Moor
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