Das Blutbuchenfest

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Buchprofile - Rezension
Ein Roman, der in die Psyche des modernen Bürgertums schaut.
Auf den ersten Blick ist es die Welt der 90er Jahre des 20. Jh., in die uns dieser Roman führt: die Welt des Frankfurter Geldadels und der BohOme, die - man erinnert sich dabei fast an Tellkamps "Der Turm" - in sich, in ihren Träumereien und Phantastereien abgeschlossen ist und so die Zeichen der Zeit, das Menetekel an der Wand nicht erkennt. Als ob eine solche Gesellschaft noch etwas aufzubieten hätte gegen die archaischen Kräfte, wie sie im bosnischen Bürgerkrieg - er bildet den zweiten Fokus dieses Romans - aufgebrochen sind! Doch liegt diese Welt wirklich in der (jüngeren) Vergangenheit oder hat der Autor nicht eher einen zeitlosen Roman geschaffen, der die innere Dekadenz des modernen Menschen westlicher Zivilisation gnadenlos aufdeckt? Der Anachronismus der Verwendung von Handys und Mails im Roman wäre dann vielleicht gar kein Irrtum, sondern Transposition ins Jetzt und Ausdruck der Nutzlosigkeit unserer Technik, die schnelle Finger verlangt, aber die Herzen nicht berührt. Mosebachs Fundamentalkritik hat jedoch nichts Hartes an sich. Mit großer psychologischer Einfühlsamkeit hilft er, die Charaktere seines Romans nicht nur plastisch zu zeichnen, sondern auch zu verstehen; und dies in einer Sprache, die in ihrer schlichten Schönheit und durch die Tiefgründigkeit ihrer Metaphern die Auszeichnung "moderne Klassik" wohl verdienen würde.
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Artikelbeschreibung

Mitten in der Stadt, im Garten unter der blutroten Buche, organisiert ein windiger Geschäftemacher ein teures Fest. Das ist der Auslöser für erotische Verwicklungen, Liebe, Betrug und Eifersucht. Der Erzähler, ein verbummelter Kunsthistoriker, verliebt sich in die zerbrechliche Winnie. Marusha, eine schillernde Figur, dient gleich mehreren Herren als Geliebte. Hochstapler treffen auf Kreative und Verliebte auf Verlassene. Bei allen aber putzt Ivana aus Bosnien, die ihren Kundenstamm energisch zusammenhält und auch auf dem Fest für Ordnung sorgen soll. Doch während die Kunden feiern, beginnt auf dem Balkan der Krieg. Martin Mosebach überrascht mit einem neuartigen Ton, wechselnd zwischen Komik und Härte, Ironie und Trauer.

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Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Anschrift: Vilshofener Straße 10
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