Missbrauchte Kirche

Eine Abrechnung mit der katholischen Sexualmoral und ihren Verfechtern
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Buchprofile - Rezension
Rothe schildert seine persönliche Erfahrung von Machtmissbrauch in der Kirche und analysiert die strukturellen Ursachen.
Der in der Vergangenheit durch seine Offenlegung von Missständen in der Diözese St. Pölten bekannt gewordene Priester Wolfgang F. Rothe (zul. "Gewollt. Geliebt. Gesegnet", BP/mp 22/488) arbeitet in diesem Buch seine Erfahrungen mit Amts- und Machtmissbrauch in der Kirche auf. Rothe, der zunächst eine steile Karriere in konservativ-traditionalistischen Kreisen gemacht hat, wurde selbst zum Opfer von Erpressung, Denuntiation und sexueller Belästigung durch Vorgesetzte und Amtsinhaber. Im Rückblick schreibt er dieses Buch, um Betroffenen eine Stimme zu geben und um die Hintergründe der Missbrauch begünstigenden und Missbrauch vertuschenden Strukturen in der Kirche aufzudecken. Rothe wechselt biografisch-erzählende Passagen mit thematisch-analytischen Kapiteln ab, in denen er auf die Zusammenhänge zwischen lehramtlicher Sexualmoral und destruktiven Machtstrukturen eingeht. Sein Schreibstil ist flüssig und seine Gedanken sind klar formuliert, er schreibt sachlich und benennt die Täter und ihre Machenschaften unverblümt. Dennoch ist dieses Buch keine bloße Anklage, sondern das persönliche Zeugnis eines mutigen Menschen, der Wege aus der Abhängigkeit gefunden hat und deutlich macht, wie eine versöhnte katholische Sexualmoral aussehen kann und müsste. Ein wichtiges, erhellendes Buch, das in einer Reihe steht mit David Bergers "Der heilige Schein" und Doris Reisingers "Nicht mehr ich". Absolut lesenswert!
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Artikelbeschreibung

Das top-aktuelle Sachbuch zur Missbrauchs-Debatte: Ein Priester redet Klartext über den Missbrauch in der katholischen Kirche - auf der Anklagebank neben den Tätern auch die katholische Sexualmoral!
Wolfgang F. Rothe, Pfarrvikar in einer katholischen Gemeinde, hat vor einigen Jahren eine grausame Erfahrung gemacht: Er wurde zum Opfer von Machtmissbrauch durch seinen Bischof. Erst jetzt findet er die Kraft, seine Geschichte zu erzählen. Sein Bericht ist aber mehr als eine weitere Opfer-Geschichte aus der katholischen Kirche. Der promovierte Theologe und Kirchenrechtler bezeichnet den tausendfachen Missbrauch durch Geistliche als System-Versagen der katholischen Kirche.
Mit ihrer ins Zwanghafte übersteigerten Fixierung auf das Thema Sexualität bzw. Sexualmoral (u.a. Ablehnung von Homosexualität; Aufrechterhaltung des Zölibat; Einmischung in gemischt-konfessionelle Ehen; keine Kommunion für Wiederverheiratete; untergeordnete Rolle der Frau in der katholischen Kirche) macht sich die Kirche der Förderung des Missbrauchs schuldig, so Rothe. Verantwortlich sind konservative Kreise, die jedwede liberale Neigung der Gesamt-Kirche in Sachen Sexualität bekämpfen.
Besserung ist nur möglich, davon ist Rothe überzeugt, wenn der Einfluss dieser Kreise beschnitten wird und die katholische Kirche Abschied nimmt von ihrer überkommenen Sexualmoral.
Doris Reisinger, ebenfalls ein Missbrauchsopfer und erfolgreiche Buchautorin ("Nicht mehr ich"), hat ein Nachwort zu Wolfgang F. Rothes Buch geschrieben.


"Ein Buch, das Wellen schlagen wird" Abendzeitung München

"Ein schonungsloses und bitter notwendiges Buch." Maria 2.0




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Personeninformation

Wolfgang F. Rothe, geboren 1967 ist römisch-katholischer Priester und hat zwei Doktortitel: in Theologie und in Kirchenrecht. Durch Veranstaltungen und Publikationen zum Thema Spiritualität des Whiskys ist er auch als "Whisky-Vikar" bekannt. Er ist derzeit als Pfarrvikar im Pfarrverband Perlach in München tätig.

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