I'm a girl, you're a boy - Zwischen Jerusalem und Gaza

Eine israelisch-palästinensische Freundschaft - sensibles und differenziertes Plädoyer für Verständnis und Toleranz
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Buchprofile - Rezension
Eine junge Israelin initiiert einen anonymen E-Mail-Austausch mit einem Palästinenser als Beweis dafür, dass ihre Völker nicht dazu verurteilt sind, ewig in tödlichem Hass zu verharren.
"Wir leben in Zeiten der Finsternis, der Trauer und des Schreckens". Mit dieser Feststellung beginnt die Abiturienten Tal aus Jerusalem ihren Bericht über ein Bombenattentat in ihrer Nähe. Die Aufzeichnungen lässt sie als Flaschenpost von ihrem Bruder, einem Soldaten, nach Gaza bringen. Einige Zeit später erhält sie per Mail eine Antwort von einem jungen Palästinenser, der anfangs nicht viel von sich preisgibt. Obwohl die beiden jungen Leute nur hundert Kilometer voneinander entfernt leben, sind es zwei verschiedene Welten. Erst als Tal den jungen Mann von ihrer liberalen Einstellung überzeugen kann, ist er bereit für eine Annäherung. Nach und nach gewährt er Einblick in seine persönliche Situation, in die seiner Familie und in die Ausweglosigkeit einer ganzen Generation. Es stört ihn, dass es sie "draußen" nur noch im Plural gibt: die Palästinenser. Die armen oder die bösen, je nachdem. In seinen Mails verbinden sich Wut und Witz, Hoffnung und Enttäuschung. Ist er bereit für eine Freundschaft? Das beachtenswerte Buch bietet einen differenzierten Blick auf einen der brisantesten politischen Konflikte unserer Zeit und hat seit der Erstveröffentlichung u.d.T. „Leihst du mir deinen Blick?“ (BP 06/612) 2006 leider nichts an Aktualität verloren. Sehr empfehlenswert!
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Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Extrablatt empfiehlt:

Der Roman setzt zu Beginn eines terroristischen Anschlages ein, der im unmittelbaren Umfeld der 17-jährigen Tal geschieht. Sie hat die Idee, einen Brief an eine unbekannte Palästinenserin zu schreiben, den sie in eine Flasche steckt und von ihrem Bruder, der im Gazastreifen stationiert ist, ins Meer werfen lässt. Die Flaschenpost wird von einem etwa 20-jährigen Mann gefunden, der sich „Gazaman“ nennt und zunächst voller Ironie und auch Wut Tal antwortet, sich aber nach und nach öffnet und bereit ist, über seine Situation in E-Mails zu schreiben. Reflektiert und differenziert wird die  Annäherung geschildert, ohne dass es zu simplen Lösungen kommt.

Artikelbeschreibung

Warum nur findet der Hass kein Ende?

Tal ist 17, sie lebt im jüdischen Teil Jerusalems. Selbstmordanschläge gehören in dieser Stadt zum traurigen Alltag. Und doch ist Tal zutiefst erschüttert, als eine Bombe in einem Café ganz in der Nähe ihres Hauses explodiert. Warum nur findet der Hass zwischen Israel und Palästina kein Ende? Obwohl sie weiß, dass es sinnlos ist, schreibt sie einen langen Brief, über sich, ihre Hoffnungen und Träume - und steckt ihn in eine Flasche. Ihr Bruder, der im Gazastreifen stationiert ist, soll die Flaschenpost dort ins Meer werfen. Nach langem Warten bekommt sie endlich eine E-Mail: vom zwanzigjährigen »Gazaman«, der im Gazastreifen lebt. Und trotz aller Unterschiede entsteht eine unerwartete Annäherung.

Ein Jugendbuch über das Entstehen einer Freundschaft trotz aller Vorurteile

Der Roman ist unter dem Titel 'Leihst du mir deinen Blick' bereits erschienen und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher nominiert.

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Personeninformation

Valérie Zenatti, 1970 in Nizza geboren, hat ihre Jugend in Israel verbracht. Dort leistete sie auch, wie alle jungen Männer und Frauen, ihren Militärdienst ab. Heute lebt sie als Autorin in Paris, außerdem übersetzt sie Bücher aus dem Hebräischen. 'I'm a girl, you're a boy - Zwischen Jerusalem und Gaza' stand auf der Nominierungsliste des Deutschen Jugendliteraturpreises und des Gustav-Heinemann-Friedenspreises.

Bernadette Ott lebt als freie Übersetzerin in München. Sie studierte Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie und übersetzt Kinder- und Jugendbücher, aber auch Essays und Kunstbücher aus dem Englischen und Französischen.

Pressestimmen

Ein tief bewegender, aus zwei Perspektiven erzählter E-Mail-Roman. Dagmar Kaindl Buchkultur 20241201
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