Fall, Bombe, fall

Novelle
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Buchprofile - Rezension
Ein Junge wird zum ersten Mal mit dem Krieg und allen seinen schrecklichen Auswirkungen konfrontiert.
Man schreibt das Jahr 1940. Karel ist 17 Jahre alt und lebt in den Niederlanden. Die Ehe seiner Eltern ist zerrüttet und Karel erträumt sich eine Welt, in der er alle seine Fantasien ausleben könnte und all das eintreten würde, was er sich wünscht. Unter anderem, dass eine Bombe fallen und ihm Unliebsames vernichten würde. Doch jetzt ist Krieg und die Deutschen haben soeben die Niederlande überfallen. Erste Bomben fallen. Für Karel ist es ein Zeichen, dass seine Wünsche in Erfüllung gehen könnten. Für einen Onkel, der ein außereheliches Verhältnis mit einer aus Deutschland geflohenen Jüdin zu haben scheint, bringt Karel Briefe zu der Frau. Dort lernt er Ria, die Tochter der Emigrantin, kennen und verliebt sich Hals über Kopf in das Mädchen. Doch Mutter und Tochter, die schon in Prag und Paris gewesen waren, gelingt wenige Tage später mit einem der letzten Schiffe die Flucht nach England. Ria wollte, dass Karel mitkommt, was dem Jungen durchaus gefallen hätte, aber jenseits jeder Realität gewesen wäre. Als er ein weiteres Mal seinen Onkel besuchen will, um ihm einen Abschiedsbrief der Geliebten zu überbringen, erhielt dessen Haus einen Bombentreffer. Onkel Robert ist tot, seine Frau schwerstverletzt in einem Behelfslazarett. Weil keine Züge mehr fahren, muss Karel zu Fuß nach Hause gehen und sieht nachts den Schein der brennenden holländischen Städte. - Eine nachdenklich machende und durchaus aktuelle Geschichte über den Krieg an sich, der Jugend zerstören, Wünsche vernichten und Perspektiven in Schutt und Asche legen kann.
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Artikelbeschreibung

DER WIEDERENTDECKTE NIEDERLÄNDISCHE KLASSIKER ERSTMALS AUF DEUTSCH <BR> <BR>Gerrit Kouwenaars Novelle erzählt die Geschichte des Jugendlichen Karel im Mai 1940 während des Überfalls der Deutschen auf die Niederlande. 'Fall, Bombe, fall' ist ein wiederentdeckter Klassiker und zugleich eine erschreckend aktuelle Erzählung darüber, wie der Krieg jungen Menschen ihre Jugend stiehlt. <BR> <BR>Mai 1940. Der siebzehnjährige Karel ist ein Außenseiter und Sonderling, der sich Tagträumereien hingibt, um seinem Alltag zu entfliehen. Seit Krieg in Europa herrscht, bekommen seine Fantasien und Gedanken eine immer gewaltsamere Tendenz, drehen sich zunehmend um Zerstörung und Tod. Es scheint fast, als würde Karel den Überfall auf sein Land geradezu herbeisehnen. Als er sich in eine junge Jüdin verliebt, beginnt die brutale Realität dieses Krieges bedrohlich nah an ihn heranzurücken - Ria muss fliehen und Karel verliert seine erste Liebe. Was wie ein Abenteuerroman beginnt, wird zu einem Antikriegsbuch, das man nicht mehr vergessen kann. Ebenso sensibel wie schonungslos fängt Kouwenaar die naiven Sehnsüchte seines jungen Protagonisten ein und zeigt, was passiert, wenn ein Siebzehnjähriger innerhalb weniger Tage in eine grausame Reife gestoßen wird. <BR> <BR> - "Ich bin ein perverser Dreckskerl. Ich wünsche mir entsetzliche Dinge. Hat jeder solche Gedanken? Vielleicht werden meine Wünsche wahr." - Eine beeindruckend aktuelle Erzählung darüber, wie der Krieg jungen Menschen die Jugend stiehlt - Für die Leser:innen von "Im Westen nichts Neues" - Ein Antikriegsbuch, das Schullektüre werden sollte - Mit einem Nachwort des niederländischen Dichters und Literaturwissenschaftlers Wiel Kuster

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