Das Lied & das Ich

Betrachtungen eines Sängers über Musik, Performance und Identität
22,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Essays zum Thema Kunstlied und Identität.
Der Engländer Ian Bostridge widmet sich in dem Buch dem Verhältnis von Sänger/Künstler zur Figur/Liedgehalt. Dass er dazu Fundiertes zu sagen hat, hat er bereits in dem Werk über Schuberts „Winterreise“ (BP/mp 16/58) gezeigt. Schließlich ist der international gefeierte Tenor auch promovierter Historiker. Wie zu Schubert schreibt Bostridge auch zu Liedkompositionen von Monteverdi, Schumann, Ravel, Benjamin Britten u.a. eine glänzende Analyse des Liedgehalts im Verhältnis zu Art und Weise seiner „Aufführung“ (dies ist mit „Performance“ gemeint) durch den Sänger und Künstler. Im ersten Kapitel geht Bostridge gesondert auf Genderidentitäten ein, ein Spiel mit Geschlechterrollen, das besonders an Monteverdis Kompositionen studiert werden kann. Aber auch den Identitäten (post)kolonialer Figuren in Liedern etwa von Ravel oder dem existentiellen Verhältnis zum Tod etwa bei Britten spürt der Autor in subtiler Weise britischen Geistes nach. Als Sänger wie Historiker spricht er zurecht davon, dass Identität im Kunstlied sowohl ein praktisches als auch moralisches Thema ist (Seite 17). Die „großen Themen des Lebens“, Liebe und Tod und Identität, treten im Lied und seiner „Aufführung“ in dieser Doppelgestalt des Praktischen und ethisch/symbolhaften Historischen auf. Die aus Vorlesungen des Autors hervorgegangenen Essays schaffen den an intellektuellem Vergnügen interessierten Leser:innen sowohl einen Zugang zu den behandelten Liedern als auch zu den generellen Fragen im Verhältnis von Musik, Geschichte und Darstellung/Performance. - Eine Empfehlung geht an alle größeren Bestände.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

IAN BOSTRIDGE ÜBER GESANG, PERFORMANCE UND IDENTITÄT <BR> <BR> 'Wenn man als Sänger auftritt, dann nimmt man eine Stimme an, aber bis zu welchem Grad ist diese Stimme Deine eigene? Oder die des Komponisten? Oder die des Dichters oder Librettisten? Und inwieweit bringt das Musikstück, das Du interpretierst, eine stille, manchmal unterschwellige Geschichte mit sich, die vielleicht Fragen aufwirft, welche im Konzertsaal selten gestellt werden können?'<BR><BR>Ian Bostridge, dessen unvergleichlich schönes Buch über Schuberts 'Winterreise' hierzulande mit über 30 000 verkauften Exemplaren zu einem Bestseller geworden ist, erkundet in seinen eleganten Essays die hochkomplexe Interaktion zwischen der Identität des aufführenden Künstlers und den Identitäten, die intentional in einem Kunstwerk zum Ausdruck gelangen oder doch darin verborgen eingelagert sind. Claudio Monteverdis Oper 'Il combattimento di Tancredi e Clorinda', Robert Schumanns 'Frauenliebe und Leben' und die 'Chansons Madécasses' von Maurice Ravel bilden dabei Anschauungsmaterial, an dem sich sowohl die 'ewigen' Fragen der Interpretationskunst wie auch aktuelle Herausforderungen, etwa das Problem der 'kulturellen Aneignung', diskutieren lassen. <BR> <BR> - Gender, Race und Tod in der Musik<BR>

Produktsicherheit

Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Anschrift: Wilhelmstraße 9
München
DE
Kontakt: produktsicherheit@beck.de

Pressestimmen

„Der britische Opernsänger Ian Bostridge singt nicht nur, er denkt auch in einem feinen Essayband über die Musik nach, die ihm etwas bedeutet (…) Ian Bostridge schreibt wie er singt: angemessen exzentrisch, sehr sorgfältig und niemals zu laut.“
ZEIT Literatur, Christine Lemke-Matwey

„Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen, um sich in die vielschichtigen Fragestellungen hineindenken zu können. Dann aber ist es ein absoluter Gewinn und eine Lektüre auf höchstem Niveau.“
rbb Kulturradio, Andreas Göbel

„Er schreibt in einer gelungenen, lebendigen Mischung des Interpreten, des Philosophen und Historikers ... Sehr persönlich und faszinierend ... Mich inspiriert seine Sicht auf diese vielschichtigen Aspekte.“
SWR2, Dorothea Hußlein

„Das Komplexe ist immer ein Gewinn … Eine zarte Aufforderung, über die enge biographische Auslegung auch einmal hinauszugehen."
Frankfurter Rundschau

"widmet sich der Frage nach dem wechselseitigen Identitätsverhältnis von Künstler und dargestellter Figur … und kann bei Monteverdi, Schubert, Schumann und Ravel spannend Neues finden"
SZ, Helmut Mauró

„Bostridges anspruchsvolle Gedankensammlung … bildet.“
Rondo, Guido Fischer

„Ein Buch, das Augen und Ohren öffnet.“
concerti, Ecki Ramón Weber

„Eine typisch englische Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe [bewirkt], … dass bei der Lektüre immer neue Facetten zum Vorschein kommen.“
Gewandhaus Magazin, Maja Anters

„Normalerweise können Sänger nicht erklären, was sie tun. Ian Bostridge kann es.“
Richard Sennett

„Ian Bostridge vereint in sich wie kein anderer die Gaben eines gefeierten Tenors mit denen eines ausgebildeten Historikers.“
Steven Greenblatt
Mehr von Bostridge, Ian

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.