Der entzauberte Staat

Band 6454
Was Deutschland aus der Pandemie lernen muss
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Buchprofile - Rezension
Der Ökonom Schularick trägt Leistungsmängel des Staates während der Pandemie zusammen und schlägt Lösungen zur Abhilfe vor.
Moritz Schularick, Ökonom an der Universität Bonn, beschreibt den kritischen Zustand des deutschen Staates, was seine Leistungsfähigkeit in der Pandemie betrifft. An Beispielen belegt der Autor, dass wir durch die Krise "gestolpert" sind. Der Staat sei in seiner Rolle des Risikomanagements immer noch schlecht gerüstet, so seine Kernthese. Auch die Vernetzung von Politik und Wissenschaft gelinge nicht genügend. Eine Folge davon ist, dass die Bürger das Vertrauen in den Staat verlieren. Schularick spricht die Rückstände konkret an: zurückgebliebene Digitalisierung und wachsende Bürokratie. Auswirkungen sind auch im wichtigen Bereich der Bildung zu sehen, in dem der Distanzunterricht in den wenigsten Fällen reibungslos verläuft. Welche Therapie wäre nötig? Neues Denken! Mentalitätswechsel! Mehr pragmatisches Selbstvertrauen! Der Staat solle finanzielle Risiken eingehen, die Schuldenbremse abmildern, mehr auf Europa setzen und notwendige Wirtschaftsbereiche wie die Produktion von Chips und pharmazeutischen Gütern im Binnenmarkt fördern. Zusammenfassend lautet seine Forderung: Wir brauchen den vorausschauenden, flexiblen und risikobereiten Staat, damit wir auch "in Zukunft nachhaltig in Wohlstand leben können". Das Buch ist eine umfassende, kritische Analyse und macht konkrete Verbesserungsvorschläge. Es lohnt sich, über Schularicks Thesen nachzudenken. Allen Büchereien empfohlen.
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Artikelbeschreibung

WAS IN DER CORONA-KRISE FALSCH LIEF UND WAS SICH ÄNDERN MUSS <BR> <BR>Wie soll ein Staat, der es nicht schafft, Lüfter in die Klassenzimmer seiner Schulen einzubauen, im kommenden Jahrzehnt den komplexen ökologischen Umbau der Wirtschaft steuern? Dafür brauchen wir einen vorausschauenden, risikobereiten und handlungsstarken Staat, der die richtigen Anreize setzt und in neuen Situationen flexibel reagieren kann. Also genau das, was uns in der Pandemie fehlte. Dieses Buch zeigt die Defizite im Management der Krise auf und beschreibt, was sich ändern muss, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen wollen. <BR> <BR> <BR>Im Frühjahr 2020 schien Deutschland die Pandemie vorbildlich zu bewältigen. Doch ein Jahr später war von der Selbstzufriedenheit nicht mehr viel übrig. Die Defizite in der Leistungsfähigkeit des Staates waren nicht mehr zu leugnen. Die Politik stolperte durch die Krise und verlor sich in Detailregelungen, als es darauf ankam, eine Strategie für das Land zu entwickeln und die alles entscheidende Impfstoffproduktion zu beschleunigen. Sie scheute das Risiko, obwohl Abwarten und Zögern letztlich das viel riskantere Vorgehen war. Schaut man genauer hin, so zeigten sich ähnliche Probleme bereits in vorherigen Krisen, etwa der globalen Finanzkrise und der Eurokrise. Deutschland tut sich schwer, wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, für die es kein Regelbuch gibt. Es droht die Gefahr, dass Europa im Vergleich zu China und den USA erneut zum Krisenverlierer wird. Doch das ist nicht das einzige Problem. Denn die Pandemie war auch ein Probelauf für die Herausforderungen, die im nächsten Jahrzehnt beim Klimawandel auf uns zukommen. Wir brauchen in Zukunft einen leistungsfähigeren Staat, mehr Pragmatismus und auch das Selbstvertrauen, unkonventionelle Wege zu beschreiten. Denn in einer sich rasch ändernden Welt gehen wir nicht auf Nummer sicher, wenn wir so weitermachen wie bisher, sondern indem wir besser darin werden, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren. <BR> <BR> - Corona und die Konzeptlosigkeit der deutschen Politik<BR> - Was andere Länder besser machen<BR> - Wie wir aus den Fehlern lernen können

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Pressestimmen

„der Mann der Stunde in der deutschen Wirtschaftswissenschaft. Seine Einschätzungen sind gefragt, nicht nur in der Wissenschaft, auch in der Politik. ... Schularick bürstet quer, sagt deutlich, was er denkt“
Handelsblatt, Julian Olk

"Teils provokante(s), aber sehr lesenswerte(s) Buch." Frankfurter Allgemeine Zeitung, Tillmann Neuscheler

"Moritz Schularick, 46, ist einer von gar nicht so vielen deutschen Volkswirten, die bei Institutionen und Fachkollegen außerhalb Europas sehr gefragt sind. (…) Jetzt hat er Deutschlands Reaktion auf die Pandemie untersucht – und die Fähigkeit, den nächsten Herausforderungen von Globalisierung bis Klimaschutz zu begegnen."
Süddeutsche Zeitung, Alexander Hagelüken

"Tiefgründig, analytisch, aufklärerisch."
Handelsblatt, Claudia Panster

"Schularicks Analyse (…) fordert auch im Hinblick auf Herausforderungen wie den Klimawandel mehr Mut und Leistungsfähigkeit."
Hamburger Abendblatt, Thomas Andre

"Moritz Schularick verlangt angesichts der Erfahrungen in der Covid-Pandemie ein „Upgrade“ für den Staat. Um unter Unsicherheit verlässlich handeln zu können, sind bessere Daten, engere Vernetzung mit der Wissenschaft, leistungsfähige Verwaltung sowie öffentliche Interventions- und Investitionsbereitschaft nötig."
Falter, Markus Marterbauer

„ein großer Gewinn mit vielen klugen Einsichten, Gedanken und Hintergründe“
Handelsblatt, Martin Greive
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