Mozart

Band 6371
Genius und Eros. Eine Biographie. Eine Biographie
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Österreichisches Bibliothekswerk biblio empfiehlt:

Mozart aus unterschiedlichen Perspektiven. 

Um den Zugang zu diesem Buch zu finden, muss man wissen, dass Eva Gesine Baur nicht nur Kunst-, Literatur, Psychologie- und Musikwissenschaftlerin ist, sondern dass sie auch unter dem Pseudonym Lea Singer Romane geschrieben hat.

Baur nimmt, bei ihrer wissenschaftlichen Herangehensweise an das Thema, auch die Schattenseiten und unschönen Erlebnisse Mozarts in den Blick. Bisweilen stellt man sich allerdings die Frage, woher die Autorin genau wissen will, warum und weshalb Mozart sich so verhalten hat, wie er es eben tat.

Einerseits zeichnet Baur ein Bild Mozarts, das ihn als genialen Künstler zeigt, andererseits versucht sie, mit mehr oder weniger Erfolg, den Künstler zu entzaubern, indem sie seinen widersprüchlichen Charakter skizziert.

Dem Text ist auf über hundert Seiten ein sehr ausführliches Anmerkungsverzeichnis angeschlossen, das auch noch von einem Literaturverzeichnis und einem Personenregister ergänzt wird.

Beim vorliegenden Band handelt es sich um die Taschenbuchausgabe der bereits 2014 erschienen Biographie.

Kurt Haber | biblio

Artikelbeschreibung

Eva Gesine Baur erzählt Mozarts dissonantes Leben, ohne zu beschönigen, dass der Schöpfer unfassbarer Musik auch eine schwarze Seite hatte: Sich seines göttlichen Talents bewusst, log, trickste und intrigierte er. Er verschenkte Glückseligkeiten und verteilte Bösartigkeiten. Die Biographie versucht, diesen Abgrund auszuloten.
Mozart selbst hat das Problem in die Welt gesetzt, mit der sich seine Verehrer und seine Biographen herumschlagen: Er schrieb Briefe, die seine menschlichen Schwächen bloßlegen. Auch andere Zeitzeugnisse zeigen einen Genius, der alles andere als göttlich war. Seinen Vater, Salieri oder seine Frau Constanze zu Sündenböcken zu machen, verbieten die Fakten. Das Verständnis für das Werk und den Mann Mozart voneinander zu trennen erklärte bereits der Philosoph Norbert Elias als «künstlich, irreführend und unnötig». Wer weiß, wie rastlos und ruhelos seine Mitmenschen den Zappelphilipp Mozart erlebten, dem erschließt sich, warum er auf etwa 600 vollendete Werke 160 Fragmente hinterließ. Mozarts Leiden an seiner äußeren Hässlichkeit hilft, seine Begierde nach dem Schönen zu verstehen. Eva Gesine Baur macht deshalb den Widerspruch als Essenz von Mozarts Wesen und Werk zumKern der Lebenserzählung: Es ist derselbe Widerspruch, der den Eros kennzeichnet, wie er in Platons «Gastmahl» geschildert wird. Mit diesem Eros teilt Mozart die Rastlosigkeit. Mit ihm teilt er seine Tragik und sein Geheimnis: Er ist ein Mittler zwischen dem Überirdischen und dem Irdischen. Und daher ein unfassbares Phänomen.

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Personeninformation

Eva Gesine Baur ist promovierte Kunsthistorikerin und hat zudem Literatur- und Musikwissenschaft, Psychologie und Gesang studiert. Sie hat zahlreiche Bücher über kulturgeschichtliche Themen und unter dem Namen Lea Singer mehrere Romane veröffentlicht. 2010 wurde ihr der Hannelore-Greve-Literaturpreis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Literatur verliehen. 2016 erhielt sie den Schwabinger Kunstpreis.

Pressestimmen

"Eine Fülle interessanter musikalischer und gesellschaftspolitischer Fakten. Die Lektüre ist spannend und uneingeschränkt empfehlenswert.“
Die Tagespost, Barbara Stühlmeyer

"Hervorragend recherchiert, wissenschaftlich fundiert und spannend wie ein Roman."
Elfi Braschel, Südkurier

"Baur erzählt fesselnd und mit großer Eindringlichkeit."
Klaus Bellin, Lesart
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