Familiensache

Roman. - »Eine ungemein spannende, dramatische Lektüre.« Christine Westermann
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Buchprofile - Rezension
Als die verheiratete Dawn ihre Liebe zu einer Frau entdeckt, verlässt ihr Mann sie und erhält das alleinige Sorgerecht für ihre kleine Tochter.
Heron ruft seine Tochter Maggie, die mit Mann und Kindern in der Nähe lebt, täglich an, aber er erzählt ihr nicht von seiner Krebsdiagnose und auch nicht die Wahrheit über ihre Mutter Dawn. Als Maggie vier Jahre alt war, lernte Dawn Hazel kennen und lieben und entdeckte plötzlich, dass sie nicht nur für die Familie mit Mann und Kind da war, sondern auch eigene Wünsche und Vorstellungen hatte. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt: 1982 und 2022. Dawn fühlt sich in ihrer Liebe zu Hazel endlich lebendig. Sie muss mit ihrem Mann reden, den sie geheiratet hat, “weil man das damals von ihnen erwartete”. Heron ist wütend, angeekelt und sucht Rat bei einem Anwalt, der ihm sagt, dass er bei einer Scheidung das Sorgerecht bekommen wird, da die Unzucht der Mutter eine Gefährdung des Kindeswohls darstellt. Die Verhandlung vor Gericht endet für Dawn in einer Katastrophe; sie ist verzweifelt, da ihr jeder Umgang mit ihrer Tochter verwehrt wird. Maggie wächst allein mit ihrem Vater auf, der ihr sagt, die Mutter habe sie verlassen. Erst vierzig Jahre später, als Heron im Sterben liegt, erfährt Maggie die Wahrheit, dass ihre Mutter noch lebt und ihr Kind Maggie nie vergessen hat. – Der Roman liest sich spannend, die Situation von Frauen wie Dawn, die geglaubt haben, dass es besser ist, wenn ihre Kinder sie vergessen, wird auf emotionale Weise geschildert, auch die Zweifel des Vaters. Die Diskriminierung lesbischer Mütter, die in Angst um den Verlust des Sorgerechts ihrer Kinder lebten, hat bis Ende des 20. Jh. bestanden. Ein wichtiges Thema, sehr einfühlsam dargestellt.
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Artikelbeschreibung

Eine verbotene Liebe und ihre Folgen. Das mitreißende Literaturdebüt über eine Familie, die durch die Moralvorstellungen der damaligen Zeit auseinandergerissen wird.

Ein Haus, einen Ehemann, ein Baby: Eigentlich hat Dawn alles, was man sich im England der 1980er-Jahre wünschen sollte. Doch dann lernt sie Hazel kennen und beginnt zu ahnen, welches andere Leben möglich wäre. Plötzlich ist alles viel heller - und komplizierter. Denn Dawn hat Verpflichtungen: Dawn hat ihre kleine Tochter Maggie. Jahrzehnte später ist Dawn für Maggie nur eine schattenhafte Erinnerung. Ihr Vater Heron hat sie allein großgezogen, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Als Heron eine Diagnose erhält, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt, erzählt er Maggie zunächst nichts davon. Denn über unbequeme Wahrheiten hat er schon immer lieber geschwiegen - so wie über das, was 1982 passiert ist ...

In ebenso zarte wie sprachmächtige Prosa gegossen und mit warmherzigen Figuren gespickt, stellt Claire Lynch in Familiensache die Frage, was eine Familie ausmacht und wie die Wunden der Vergangenheit heilen können.

»Ich habe diesen zarten, herzzerreißenden Roman in einem Tag verschlungen und werde für immer an ihn denken müssen.« Barbara Kingsolver

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Personeninformation

Claire Lynch promovierte an der Universität Oxford und lehrte Englische und Irische Literatur an verschiedenen Universitäten. Sie ist regelmäßig in Podcasts zu den Themen Elternschaft und Queerpolitik zu Gast und hat ein Memoir über ihre eigenen Erfahrungen mit queerer Mutterschaft geschrieben. Sie lebt mit ihrer Frau und ihren drei Töchtern in Windsor. »Familiensache« ist ihr Debütroman. Bernhard Robben, geboren 1955, ist seit 1992 als Übersetzer tätig. Er übertrug und überträgt u.a. die Werke von Ian McEwan, John Burnside, John Williams und Salman Rushdie ins Deutsche. 2003 wurde er mit dem Literaturpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet, 2013 mit dem Ledig-Rowohlt-Preis für sein Lebenswerk geehrt. Er lebt in Brunne, Brandenburg.

Pressestimmen

»Von dem grandiosen Bernard Robben übersetzt.Eine Familiengeschichte, die wirklich ans Herz geht.« Dora Heldt trifft @literarischernerd/dtv-Podcast
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