Samson und das gestohlene Herz

Band 2
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Buchprofile - Rezension
Skurriler Kriminalfall in Kiew während der Nachrevolutionszeit.
Der junge Milizionär Samson ermittelt zusammen mit seinem Kollegen Cholodnij, einem ehemaligen Priester, in Kiew 1919/1920 in der Nachkriegs- und Nachrevolutionszeit. Den Menschen geht es schlecht. Lebensmittel, Heizmaterial, Strom und Wasser sind rationiert. Nun sollen sie einen vermeintlich illegalen Fleischverkauf untersuchen. Das Fleisch und alle Innereien inklusive Herz sind verschwunden. Unterdessen verschwindet auch Samsons Freundin Nadjeschda, die eine Eisenbahner-Zählung durchführen soll. Offensichtlich halten diese sie gefangen. Mit Hilfe chinesischer Rotarmisten gelingt ihre Befreiung. Nun entwickeln sich mehrere Handlungsstränge: im Hauptsächlichen die Ermittlungen im Fleischfall (hier erfolgen teils skurrile Befragungen) und die Beziehung zwischen Samson und Nadjeschda (die schließlich in einer atheistischen Hochzeitszeremonie von einem glaubensfernen Priester getraut werden), daneben gibt es weitere Geschehnisse, die sich etwa um das Verhalten der Geheimpolizei der Tscheka oder die Zustände bei den Ermittlungsbehörden drehen. Kurkow, in Russland geboren, lange schon in Kiew lebend, widmet sich in seinem zweiten Roman mit Samson (vgl. „Samson und Nadjeschda“, BP/mp 22/723) dem Sitten- und Gesellschaftsbild der frühen Jahre nach der Revolution in Kiew. Er erzählt, wie das neue Denken das Leben der Menschen vollständig erfasst und bestimmt. Wie sich aber auch der eine oder andere Zweifel an der neuen Ordnung meldet. Dies tut er stets mit einem gewissen Anflug von Humor und Ironie, ohne dass das Geschehen lustig oder unterhaltsam wäre. Durchaus ein historischer Krimi. Allen Büchereien empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Zusammen mit seinem Kollegen Cholodnij soll Samson wegen illegaler Fleischverkäufe ermitteln. Doch kaum haben die beiden mit ihrer Arbeit begonnen, wird Samsons Freundin Nadjeschda von streikenden Eisenbahnern gefangen genommen. Sofort macht sich Samson daran, sie zu befreien. Nur, was hat es mit den Eisenbahnern auf sich? Und warum wurde der undurchsichtige Tschekist Abjasow zur Miliz abkommandiert? Fragen, die Samson klären muss, wenn er seinen Fall lösen und Nadjeschda retten will.

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Personeninformation

Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew und schreibt in russischer Sprache. Er studierte Fremdsprachen, war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach schrieb er zahlreiche Drehbücher. Seit seinem Roman 'Picknick auf dem Eis' gilt er als einer der wichtigsten zeitgenössischen ukrainischen Autoren. Sein Werk erscheint in 45 Sprachen. Kurkow lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in der Ukraine. 2023 wurde er als Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen.

Pressestimmen

»Andrej Kurkow hat diese gewissen Nebensätze, die so lakonisch sind, dass man von ihm sogar die Gebrauchsanweisung eines Rasenmähers lesen würde.« Bettina Göcmener / Die Welt Die Welt
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