Die Hoffnung der Chani Kaufman

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Buchprofile - Rezension
Ein Frauenleben im jüdisch-orthodoxen Umfeld im Spannungsfeld zwischen Moderne und Tradition.
In einer fiktiven jüdisch-orthodoxen Gemeinde Londons leben Chani und Baruch, die aus Liebe geheiratet haben (s. „Die Hochzeit der Chani Kaufman“, BP/mp 15/652) und nun ihr Soll, das Kinderbekommen erfüllen sollen und wollen, was aber nicht erfolgreich ist. Somit suchen sie, nicht zuletzt auf Drängen von Chanis Schwiegermutter, eine Fortpflanzungsklinik auf, wo ihnen zu ihrer Bestimmung verholfen werden soll. Drei Handlungsstränge umfasst der Roman und verwebt sie: den des unglücklichen Paares, das unter einer herrischen Schwiegermutter leidet, die zeitgleich für ihren Sohn bereits die Suche nach einer heiratswilligen Jungfrau in Auftrag gibt; den von Rivka, der aus der Gemeinde ausgebrochenen Frau eines Rabbis, die nun als Abtrünnige um ihre Kinder kämpft und versucht, im modernen Leben Fuß zu fassen; und den des besten Freundes Baruchs, Avromi, der sich in der Schul Baruch mit seinen Zweifeln und schmerzenden Lebenslüsten anvertraut und nach Tel Aviv ausbricht, wo Beten und Pflichten durch Lust und Regelbruch ersetzt werden. Alle drei Geschichten, die sich immer wieder kreuzen, erzählen von dem engen Korsett orthodoxer Vorschriften, dem Ringen mit ihnen, dem Ausbruch, dem Hinterfragen und der Waage zwischen Freiheit und Determination, auf der Selbstentfaltung geschehen will. Die Autorin, die dieses Leben selbst kennt, beschreibt aus erster Hand tiefgreifend kenntnisreich (ein Glossar übersetzt die vielen jiddischen Ausdrücke) und authentisch, wobei es der britische Humor ist, der den Blick nie bitter, sondern liebevoll, aber durchaus auch böse auf die Personen lenkt und so am Leben teilhaben lässt. Jüdische Weisheiten blitzen durch den Roman, wie man sie aus Rabbinergeschichten kennt und so gewinnt letztlich bei allen eine hoffnungsvolle Zuversicht. So ist das Lesen als Chance zu verstehen, Einblicke in eine andere Kultur mit Verständnis und Reflexionsvermögen zu erhalten. Sehr gelungen!
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Dies ist die Fortsetzung der zauberhaften Liebesgeschichte aus dem Jahr 2015. („Die Hochzeit der Chani Kaufman“). Chani und ihr Ehemann, Rabbi Baruch, sind glücklich, nur der ersehnte Nachwuchs will sich nicht einstellen. Deswegen könnte sie nach orthodoxem Gesetz von ihm verstoßen werden. Wie Chani das verhindert und alle - inklusive Gott, austrickst – erzählt Eve Harris in diesem warmherzigen Roman.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch
Ina Winkler empfiehlt:

Das Einhalten religiöser Gebote, persönliche Freiheit und individuelles Glück – zwischen diesen Koordinaten bewegen sich die Hauptfiguren dieses warmherzigen, spannenden, humorvollen Romans: Chani ist seit Monaten verheiratet, aber noch immer nicht schwanger, und so muss sie fürchten, vom Ehemann verstoßen zu werden. Rivka hat den Rabbi verlassen – und muss ihr neues Leben mit all seinen Problemen bewältigen. Eine großartig erzählte Geschichte mit viel Insiderwissen über orthodoxes Judentum und einem liebevollen Blick auf seine sinnsuchenden Heldinnen und Helden!

Ina Winkler, Buchhändlerin

Artikelbeschreibung

Chani hat es geschafft. Sie hat den Mann geheiratet, den sie sich ausgesucht hat - nicht selbstverständlich, wenn man in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde lebt. Und was nun? 'Seid fruchtbar und mehret euch', natürlich, aber genau das funktioniert eben nicht. Chani ist verzweifelt, denn ihr Mann Baruch kann sie verstoßen, wenn sie ihm keine Nachkommen schenkt. Und wer wäre sie dann noch unter ihresgleichen? Zwischen Rabbi, Fruchtbarkeitsklinik und ihrer Schwiegermutter muss Chani 'HaSchem' ein Schnippchen schlagen.

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Personeninformation

Eve Harris, geboren 1973 in London, Tochter polnisch-israelischer Eltern, arbeitete zwölf Jahre als Lehrerin, darunter an katholischen und jüdisch-orthodoxen Mädchenschulen in London und Tel Aviv. 'Die Hochzeit der Chani Kaufman' schaffte es auf die Longlist des renommierten Man Booker Prize. Eve Harris lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in London.
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