Lektionen

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Buchprofile - Rezension
In der Lebensgeschichte eines Durchschnitts-Briten spiegelt sich die Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jh.
Sein umfangreichstes Buch, und keine einzige dieser 709 Seiten ist langweilig. In "Lektionen" erzählt McEwan die Geschichte von Roland Baines, der als Schüler zum Missbrauchsopfer seiner elf Jahre älteren Klavierlehrerin wird. "Lektionen" ist auch die Geschichte von Baines Frau Alissa, die ihren Mann mit dem sieben Monate alten Sohn sitzen lässt, um in Deutschland eine gefeierte Schriftstellerin zu werden. Und es ist die Geschichte von Alissas Mutter Jane, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland fährt, um als Journalistin über die Weiße Rose zu berichten und sich in eine der Randfiguren verliebt. - McEwan spannt einen historischen Bogen vom Deutschland der 1930er Jahre über Tschernobyl und den Fall der Berliner Mauer bis hin zur Corona-Pandemie. Eines der Highlights dieses Bücherherbstes, unbedingt lesenswert und für alle Bestände geeignet.
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Seit seinem Welterfolg "Abbitte" ist jeder seiner Romane ein Bestseller geworden. Neben zahlreichen literarischen Auszeichnungen zeigen vor allem auch die Kinoerfolge seiner Romane, dass Ian McEwan ein Gespür für Menschen und Geschichten hat.

Wirklich aufregend wird der Rahmen dieses fiktiven Lebensberichts, weil McEwan bei den entscheidenden Ereignissen die Geschlechterrollen umgekehrt hat. Die prägenden Lektionen werden seinem Protagonisten nämlich von Frauen erteilt: Einmal geht es um sexuellen Missbrauch des 15jährigen durch seine Klavierlehrerin und später findet sich Roland in der Rolle des verlassenen Ehepartners, der mit einem kleinen Baby von einem Tag auf den anderen sitzen gelassen wird. Wie er damit in seinem Leben klar kommt, das skizziert McEwan vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund der letzten 70 Jahre und eröffnet damit ein Panorma der Nachkriegszeit - mit besonderem Bezug zu Deutschland.

Artikelbeschreibung

Roland Baines ist noch ein Kind, als er 1959 im Internat der Person begegnet, die sein Leben aus der Bahn werfen wird: der Klavierlehrerin Miriam Cornell. Roland ist junger Vater, als seine deutsche Frau Alissa ihn und das vier Monate alte Baby verlässt. Es ist das Jahr 1986. Während die Welt sich wegen Tschernobyl sorgt, beginnt Roland, nach Antworten zu suchen, zu seiner Herkunft, seinem rastlosen Leben und all dem, was Alissa von ihm fortgetrieben hat.

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Personeninformation

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg 'Abbitte' ist jeder seiner Romane ein Bestseller, viele sind verfilmt, zuletzt 'Am Strand' (mit Saoirse Ronan) und 'Kindeswohl' (mit Emma Thompson). Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts, der American Academy of Arts and Sciences und Träger der Goethe-Medaille.

Pressestimmen

»Ein so hochliterarischer wie engagierter Zeitdiagnostiker.« Barbara Villiger Heilig / Neue Zürcher Zeitung Neue Zürcher Zeitung
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