Mama & Sam

Roman
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Buchprofile - Rezension
Was bringt Menschen dazu, auf Love-Scaming hereinzufallen? Die Autorin spürt der Geschichte ihrer Mutter nach.
Noch während die Trauer um die verstorbene Mutter ganz frisch ist, sieht sich die Ich-Erzählerin mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre Mutter in den Monaten vor ihrem Tod einem Internetbetrüger ihr gesamtes Geld überlassen hat. Doch was ist passiert in dieser Zeit, als ihre Mutter den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen und alle Warnungen in den Wind geschlagen hat? Ein Liebes-Schwindler, der sich für den bekannten Schauspieler Sam Heughan ausgegeben hat, schaffte es, sich mit geschickter Manipulation, Gaslighting und emotionalem Druck in das Leben der Mutter zu schleichen und sie vollständig von ihrer Familie zu isolieren. – Zwischen Fassungslosigkeit und Unverständnis folgen die Leser:innen dieser wahren Geschichte, die gleichzeitig Schilderung einer konfliktreichen Mutter-Tochter-Beziehung ist. Im Nachwort gibt die Autorin wertvolle Hinweise, wie vom Love-Scaming Betroffene und deren Familienmitglieder Hilfe finden können. Für alle Bestände geeignet.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

„Mama & Sam“ ist eines meiner Lektüre-Highlights des Jahres 2025. Sarah Kuttner, bekannt von ihren Romanen „Mängelexemplar“ und „Kurt“, schreibt in berührender Weise vom Schicksal ihrer Mutter, die einem Betrüger auf den Leim ging, was auf dramatische Weise ihren Tod zufolge hatte. In diesem autofiktionalen Roman versucht die Ich-Erzählerin, die letzten Wochen im Leben ihrer Mutter zu rekonstruieren, denn der Kontakt war abgebrochen, nachdem die alte Dame nicht davon anzubringen war, dass ihre Internet-Bekanntschaft ein weltberühmter Schauspieler ist, der sie leidenschaftlich liebt, und dem sie im Laufe der Zeit ihr gesamtes Vermögen überwies. Love-Scam, nennt man das, was an Niedertracht und Verwerflichkeit kaum zu überbieten ist. Gleich einer Suchterkrankung sind die betroffenen Opfer nicht mehr für Realität zugänglich. Zärtlich und gleichzeitig voller Wut zeichnet Kuttner diese Geschichte nach und gibt auch ihren eigenen Empfindungen Raum. Große, große Empfehlung!

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Sarah Kuttner schildert in ihrem neuen Roman »Mama & Sam« eine Ausnahmesituation, wie es sie gar nicht selten gibt.

Eine Tochter steht in der Wohnung ihrer plötzlich verstorbenen Mutter. Die Mutter ist fort, ihre gesamten Ersparnisse auch. Was bleibt, sind Fragen: Warum ist die Wohnung so chaotisch, der Briefkasten so voll? Und wie ist es überhaupt möglich, seine eigene Mutter an einen Heiratsschwindler zu verlieren?

Sarah Kuttner erzählt die Geschichte einer Frau, die Liebe suchte und auf einen Love Scammer traf. Die sich verliebte und die Augen verschloss. Die nichts zurückließ, außer einem schier endlosen Chat mit dem Betrüger. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Tochter, die zurückbleibt, mit einer Leerstelle, wo einmal die Mutter war.

Also liest die Tochter die Nachrichten, die nicht für sie bestimmt waren, liest Dinge über sich selbst, die sie nie wissen wollte. Und doch, ganz langsam, füllt sich die Leerstelle mit einer Nähe, wie sie beiden zu Lebzeiten nicht möglich war.

Ein Roman über das Gefühl der Schuld, den Schmerz des Zurückbleibens, und die ungewollte Intimität eines Nachlasses.

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Personeninformation

Sarah Kuttner wurde 1979 in Berlin geboren und arbeitet als Moderatorin. Sie wurde mit ihren Sendungen »Sarah Kuttner - Die Show« (VIVA) und »Kuttner.« (MTV) bekannt und arbeitete mehrfach für die ARD. Bei zdf.neo hat sie das Großstadtmagazin »Bambule« und die Talkshow »Kuttner plus Zwei« moderiert. Seit 2016 produziert und moderiert sie die monatliche Veranstaltungsreihe »Kuttners schöne Nerdnacht« und seit 2017 moderiert sie gemeinsam mit Stefan Niggemeier den Podcast »Das kleine Fernsehballett« auf Deezer. Ihre Kolumnen für die Süddeutsche Zeitung und den Musikexpress wurden im Fischer Taschenbuch Verlag veröffentlicht. Ihr erster Roman »Mängelexemplar« erschien 2009 und stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Danach erschienen die Romane »Wachstumsschmerz« (2011), »180 Grad Meer« (2015) und »Kurt« (2019). Sarah Kuttner lebt in Berlin.

Pressestimmen

Ein wichtiges, versöhnliches Buch, das verstehen hilft. Dagmar Kaindl Buchkultur 20251201
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