Monique bricht aus

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Buchprofile - Rezension
Autofiktionaler Bericht über den Kampf der Mutter des Autors, aus einer gewalttätigen Beziehung auszubrechen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Monique, die Mutter des Autors, ist eine Frau ohne Ausbildung mit fünf Kindern, die es erst spät schafft, sich vom Vater der Kinder zu trennen. Auch ihr zweiter Mann gehört zu den Männern – Alkoholiker und gewalttätig –, die ihre Frau ausnutzten, von ihr erwarteten, dass sie “kochte, putzte, einkaufte, spülte, die Wäsche wusch, dass sie den Mund hielt”. Als sie es nicht mehr aushält, bittet sie ihren Sohn um Hilfe, denn sie hat keinen Job und ist finanziell abhängig. Sie hat nie “irgendetwas für sich selbst getan”. Louis kümmert sich um sie, lässt sie zunächst in seiner Wohnung wohnen und hilft ihr, in das Dorf zu ziehen, in dem eine Tochter wohnt. In Anlehnung an Virginia Woolf stellt Louis fest, dass es nur “eine Wohnung und … Geld braucht, um als Frau frei und glücklich leben zu können.” – Der bekannte französische Autor zeigt mit der Geschichte seiner Mutter, dass ökonomische Zwänge, Armut und das Fehlen von Bildung ein Ausbrechen aus gewalttätigen Beziehungen fast unmöglich machen. Hier ähnelt der Autor, auch in der nüchternen Sprache, der Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux, die gleichfalls vom Aufwachsen in Armut und der Schwierigkeit des Ausbrechens erzählt. Auch wenn der Autor vielleicht etwas zu viel schreibt über sich und was er für seine Mutter getan hat, handelt es sich um eine packende Lektüre, gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

»Ich habe mich von deinem Vater befreit und dachte, jetzt wird alles besser.« Édouard Louis kehrt zur Geschichte seiner Mutter zurück. Zu einer Frau, die sich schon einmal befreit hat. Von Alkohol, Gewalt und Scham, vom Schweigen. Und deren Geschichte sich zu wiederholen droht, als sie eines Nachts den Sohn anruft, während ihr neuer Partner sie im Hintergrund rüde beschimpft. Schritt für Schritt plant der Sohn mit ihr den Ausbruch, ein neuer Anfang gelingt, aber wie geht das Leben weiter, wenn man Freiheit nie gelernt hat?

»Monique bricht aus« ist ein einfühlsames und zartes Porträt einer Mutter, die für ihre Selbstbestimmung kämpft, und eines Sohnes, der sich mit ihr verbündet. Zweier Menschen, die sich einander annähern und behutsam beginnen, eine gemeinsame neue Geschichte zu schreiben.


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Personeninformation

Édouard Louis wurde 1991 geboren. Sein autobiographischer Debütroman »Das Ende von Eddy«, in dem er von seiner Kindheit und Flucht aus prekärsten Verhältnissen in einem nordfranzösischen Dorf erzählt, sorgte 2015 für großes Aufsehen. Das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller und machte Louis zum literarischen Shootingstar. Seine Bücher erscheinen in 30 Ländern und werden vielfach fürs Theater adaptiert und verfilmt. Über seine literarischen Positionen gab er u.a. Auskunft als Samuel Fischer-Gastprofessor an der Freien Universität Berlin (2018), bei der Mosse Lecture an der Humboldt-Universität Berlin (2019) oder 2023 bei den Tübinger Poetikvorlesungen. Zuletzt erschienen »Wer hat meinen Vater umgebracht«, »Die Freiheit einer Frau« sowie »Monique bricht aus«, der Gesprächsband mit Ken Loach »Gespräch über Kunst und Politik« sowie »Anleitung ein anderer zu werden«. Édouard Louis lebt in Paris.

Sonja Finck übersetzt aus dem Französischen, Englischen und Spanischen, unter anderem Bücher von Annie Ernaux, Jocelyne Saucier, Wajdi Mouawad und Didier Eribon. Sie wurde 2019 mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis ausgezeichnet. Sonja Finck lebt abwechselnd in Kanada und Deutschland.

Pressestimmen

[...] eine klar und schonungslos geschriebene Hommage an die Mutter und absolut lesenswert. Madeleine Gullert Aachener Zeitung 20250417
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