Der Mann ohne Schatten

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die faszinierende Geschichte einer Neurowissenschaftlerin und ihres Patienten.
Kann man sich in einen Mann verlieben, der nach 70 Sekunden vergessen hat, wer man ist? Mit 24 Jahren kommt die junge Doktorandin Margot Sharpe an das neuropsychologische Gedächtnislabor des berühmten Professors Milton Ferris nach Pennsylvania. Sie wird dort Elihu Hoopes vorgestellt, der fünfzehn Monate zuvor an einer schweren Enzephalitis erkrankt ist und seitdem ein gestörtes Erinnerungsvermögen hat. Margot ist fasziniert von dem kultivierten gebildeten Mann. Vor seiner Erkrankung war er in einer Investmentfirma tätig, hat fotografiert und gemalt. Über einen Zeitraum von 30 Jahren wird Margot den Patienten testen und schließlich das Labor selbst führen. Schon früh hat sie Zweifel an der Richtigkeit ihres Tuns, Elihu als Testperson zu missbrauchen. Doch sie lebt ausschließlich für die Wissenschaft und geht eine Affäre mit ihrem Förderer und Doktorvater ein. Als er sie verlässt, verliebt sie sich in Elihu. Joyce Carol Oates stellt in ihrem faszinierenden Roman existenzielle Fragen nach der Bedeutung von Vergangenheit und Erinnerung für die Gegenwart. Sie macht deutlich, wie nah Normalität und Andersartigkeit beieinander liegen. Sie hat ihre Geschichte an den Fall eines tatsächlichen Amnesiepatienten angelehnt. Für literarisch und wissenschaftlich interessierte Leser. (Übers.: Silvia Morawetz)
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Artikelbeschreibung

Der Mann ohne Schatten - Eine fesselnde Reise in die Tiefen des menschlichen Gedächtnisses und der Liebe

1965 lernt die junge Neurowissenschaftlerin Margot an der Universität von Darven Park den charismatischen Patienten Eli kennen. Er leidet an einer seltenen Form des Gedächtnisverlusts und kann sich nur an Dinge erinnern, die nicht länger als siebzig Sekunden zurückliegen. Fasziniert von seinem Fall beginnt Margot, Elis Erinnerungsvermögen mit einer Reihe von Tests zu untersuchen. Im Laufe der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine erstaunliche Nähe - eine scheinbar unmögliche Beziehung, denn Eli vergisst immer wieder, wer Margot ist.

In Der Mann ohne Schatten schafft die amerikanische Bestsellerautorin Joyce Carol Oates ein eindringliches Porträt über die Macht der Erinnerung, die Sehnsucht nach Verbindung und die Einsamkeit des menschlichen Daseins. Mit psychologischem Feingefühl und literarischer Brillanz erkundet sie die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Realität und Fantasie. Ein zutiefst bewegender Roman, der noch lange nachhallt.

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Personeninformation

Joyce Carol Oates wurde 1938 in Lockport (New York) geboren. Sie zählt zu den bedeutendsten amerikanischen Autorinnen der Gegenwart. Für ihre zahlreichen Romane und Erzählungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem National Book Award. 2019 wurde ihr der Jerusalem Prize verliehen. 2020 erhielt sie den renommierten Cino del Duca World Prize. Joyce Carol Oates lebt in Princeton (New Jersey), wo sie Literatur unterrichtet.

Silvia Morawetz ist die Übersetzerin von u.a. Anne Sexton, James Kelman,
Ali Smith, Paul Harding und Steven Bloom. Sie erhielt Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, des Landes Baden-Württemberg und des Landes Niedersachsen.

Pressestimmen

Tiefgründig und fordernd. Bianca Schwartz Norddeutscher Rundfunk 20180613
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