Lebensborn

Was meine Familie mit der NS-Rassenpolitik zu tun hat
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Buchprofile - Rezension
Verknüpfung der Lebensgeschichten von Tochter und Mutter, die in einem Lebensborn-Heim auf die Welt kam.
Rund um die Geburt ihrer blonden Tochter wird die französische Künstlerin Isabelle mit dem Aspekt der „Arier“ und dem Rassenhass konfrontiert. Dies erinnert sie an ihre Familiengeschichte mit norwegischen Wurzeln. Erst spät musste sie erfahren, dass ihre Mutter eine Norwegerin und einen deutschen Soldaten als Eltern hatte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Katherine in einem Lebensborn-Heim im Zuge des nationalsozialistischen Plans zur Züchtung einer „arischen Rasse“ geboren. 2001 flog Isabelles Mutter nach Oslo, um nach ihren Verwandten zu suchen. Die Tochter befiel ein Gefühl der Schande, als sie von den wahren Zusammenhängen erfuhr. Im humorvollen (Cartoon-)Stil von „Persepolis“ oder „Ahmadjan und der Wiedehopf“ (BP/mp 25/481) ohne Panelumrandung setzt sich Zeichnerin Isabelle Maroger mit der eigenen Familienhistorie auseinander. Die Geschichte der Großmutter wird in schwarzweißer Rückblende aufgerollt. Zwischen humorvollen, melancholischen und sozialkritischen Aspekten stellt der Blick auf die eigene Vergangenheit einen Appell dar, sich den eigenen Wurzeln zu stellen. Über die historischen Hintergründe informiert stärker der informative Anhang samt Literaturangaben.
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Artikelbeschreibung

Isabelle ist stolz auf ihre Vorfahren, die sich während dem 2. Weltkriege an der Résistance in Frankreich beteiligt haben. Kein Wunder fällt sie aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihre Mutter als Tochter eines deutschen Soldaten und einer Norwegerin in einem Lebensborn-Heim geboren wurde. Isabelle und ihre Familie beginnen, ihre eigene Geschichte aufzudecken, machen dabei unerwartete Entdeckungen und bilden neue Freundschaften. In dieser autobriografischen Graphic Novel schafft es Isabelle Maroger, ein wenig besprochenes Kapitel des 2. Weltkriegs auf persönliche und nahbare Weise darzustellen. Feinfühlig leuchtet die Illustratorin aus Lyon die Grauzonen zwischen Schuld und Unschuld aus und zeigt Geschichte und Familienkonflikte auf, ohne zu urteilen. Die leichten und einfachen Illustrationen schaffen Nähe und Empathie für die Figuren und sind die gelungene Ergänzung zum schwerwiegenden und tiefgründigen Thema.

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Personeninformation

Isabelle Maroger wurde in Montpellier in eine französisch-norwegische Familie hineingeboren. Sie wuchs in Nîmes auf und lebt heute in Lyon. Isabelle ist Absolventin der École Émile Cohl und arbeitet als Illustratorin für Verlage, die Presse und im Marketing. Sie ist Illustratorin des Comics Grâce (Bayard, Text von Marc Dubuisson). Silv Bannenberg wuchs auf einem abgelegenen Bauernhof auf und entdeckte früh, dass Lesen und Sprache den Horizont übers hessische Bergland hinaus erweitern können. In Marburg und Strasbourg studierte Silv Romanistik, Germanistik und Gender Studies und war anschließend Lehrer*in für Deutsch als Fremdsprache in der Bretagne. Inzwischen ist Silv in Berlin zu Hause, gibt Deutschunterricht für Migrant*innen und übersetzt Comics und Graphic Novels - unter anderem von Pénélope Bagieu, Lucie Bryon, Magali Le Huche, Max de Radiguès und Zelba.

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