Glaubenswelten
01.07.2026

750 Jahre Regensburger Dom

Ins Licht getauchter Glaube

Seit 750 Jahren prägt der Regensburger Dom das Bild der Stadt an der Donau und erzählt zugleich von Glaube, Krisen und Aufbrüchen durch die Jahrhunderte. Ein Blick zum Jubiläum.
    

Das Wahrzeichen von Regensburg: der Dom St. Peter mit seinem Turmpaar. Das Wahrzeichen von Regensburg: der Dom St. Peter mit seinem Turmpaar. Foto: © imago/Manfred Segerer

Wer in Regensburg die Steinerne Brücke überquert, sieht ihn schon von Weitem: den Dom St. Peter. Seit 750 Jahren recken sich seine beiden Türme in den Himmel hinauf und krönen die Stadt an der Donau. Wobei das mit den 750 Jahren auch nicht ganz stimmt: Wohl um das Jahr 700 hat es in Regensburg schon einen ersten Dombau gegeben, der aber 891 durch einen Brand zerstört wurde. Ein zweiter, romanischer Bau wurde ebenfalls ein Raub der Flammen, weshalb man sich schließlich im Jahr 1275 für die Errichtung des heutigen Doms im gotischen Stil entschied. Mitten in einer aufstrebenden Stadt sollte eine Kirche errichtet werden, die den Himmel auf Erden sichtbar werden lässt.

Französische Gotik als Vorbild

Und dazu griff man eben auf die damals moderne Architekturform zurück, die ihren Ursprung in Frankreich hatte. Lichtdurchflutet, hoch und aufragend sollte die Kirche sein; mächtig von außen und doch zugleich das Geheimnis der Gegenwart Gottes allein im und durch das Licht erfahrbar werden lassen. Bis heute kann man diese Stimmung erleben.

Aufgrund der bunten Glasfenster wirkt der Regensburger Dom oft ein bisschen düster. Doch mit Glück erlebt man den richtigen Moment, in dem die Sonnenstrahlen den Hochchor in ein buntes Lichtspiel tauchen. Der aus Silber gefertigte Hochaltar reflektiert das Licht, wodurch die Szene noch eindrücklicher wird.
   

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Fertigstellung erst im 19. Jahrhundert

Jahrhundertelang wurde gebaut, verändert, renoviert. Immer wieder musste man Geld für die aufwendigen Arbeiten aufbringen. Und immer wieder verhinderten auch Krisen und Kriege ein Vorwärtskommen. Erst 1872, fast 600 Jahre nach Beginn der Arbeiten, konnte der Bau vollendet werden.

Mit der Fertigstellung der Türme erhielt die Bischofskirche ihr charakteristisches Aussehen, wie es bis heute weltbekannt ist. Besondere Unterstützung bekam der Dom damals vom bayerischen Monarchen Ludwig I. Er setzte sich dafür ein, die zwischenzeitlich erfolgte Barockisierung des Doms rückgängig zu machen und den Bau in seiner gotischen Form wiederherzustellen.

Bischofskirche und Grablege

Als Bischofskirche hat der gotische Dom nicht nur für das Bistum Regensburg eine besondere Bedeutung. Zahlreiche Fürsten und Bischöfe haben im Dom ihre Grablege gefunden. Darunter der „bayerische Kirchenvater“ und Regensburger Bischof Johann Michael Sailer. Außerdem ist die Kathedralkirche der Stammsitz der Regensburger Domspatzen, eines der ältesten Knabenchöre der Welt.

Und schließlich kam auch Papst Benedikt XVI., der einige Jahre an der Universität Regensburg lehrte, in den Dom, um dort zu beten. Bei seiner Bayernreise im September 2006 stattete der Pontifex der Regensburger Bischofskirche einen Besuch ab. Und 14 Jahre später kehrte er als emeritierter Papst noch einmal zurück, um für einen kurzen Moment im Dom zu beten, an einem Ort, an dem Menschen seit Jahrhunderten ihre Bitten, ihre Hoffnungen und Ängste hinterlassen haben.  

Fabian Brand

KNA
Artikel von KNA
Katholische Nachrichten-Agentur
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