Zweite Chance auf dem Jakobsweg
Ab 2. Juli im Kino: „Die Camino-Therapie“ zeigt, wie der Jakobsweg Hoffnung schenkt und Menschen verändert.
Camino-Therapie: Vor allem die Chemie zwischen Alexandra Lamy als Fred und Julien Le Berre als Adam überzeugt. Foto: © Plaion Pictures, Plaion Pictures/Marie-Camille Orlando, Eveya Productions/Page Films
Spätestens seit Hape Kerkelings Bestseller „Ich bin dann mal weg“ ist der Jakobsweg längst kein Geheimtipp mehr. Mit „Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg“ kommt ab 2. Juli ein weiterer Kinofilm auf die große Leinwand, der die berühmte Pilgerroute nach Santiago de Compostela zum Ausgangspunkt einer bewegenden Geschichte macht.
Jakobsweg als Weg zu einem Neuanfang
Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Die Lehrerin Fred hat ihre Stelle verloren, nachdem sie einer Schülerin eine Ohrfeige gegeben hat. Auf der Suche nach einem Neuanfang engagiert sie sich bei einem Resozialisierungsprogramm für straffällige Jugendliche. Dort trifft sie auf Adam, einen Intensivtäter, der vor Gericht seine letzte Chance erhält: Entweder er wandert gemeinsam mit Fred rund 2.000 Kilometer auf dem Jakobsweg – oder er muss ins Gefängnis.
Die gemeinsame Reise konfrontiert beide mit ihrer Vergangenheit, ihren Verletzungen und ihrer Wut. Schritt für Schritt entwickelt sich zwischen ihnen eine Beziehung, die von gegenseitigem Verständnis und Vertrauen geprägt ist. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte beziehungsweise auf den Erfahrungen eines Resozialisierungsprogramms für Jugendliche.
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Sehenswertes Sommerkino mit kleinen Schwächen
Regisseur Yann Samuell erzählt diese Geschichte vor der beeindruckenden Kulisse des Jakobswegs. Die stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen machen Lust aufs Wandern und Pilgern und verleihen dem Film eine besondere Atmosphäre.
Vor allem die Chemie zwischen Alexandra Lamy als Fred und Julien Le Berre als Adam überzeugt. Beide Figuren wachsen dem Publikum mit der Zeit ans Herz und machen ihre persönliche Entwicklung glaubwürdig erlebbar.
Allerdings wirkt das ständige Auf und Ab der Konflikte zwischen den beiden manchmal etwas zu sprunghaft. Einige Auseinandersetzungen scheinen eher vom Drehbuch konstruiert als organisch aus den Figuren heraus zu entstehen.
Dennoch überwiegen die positiven Eindrücke.
„Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg“ ist ein sehenswerter Sommerfilm, der Humor und Tiefgang verbindet und zeigt, dass manchmal der Weg selbst wichtiger ist als das Ziel. Wer Geschichten über zweite Chancen, persönliche Entwicklung und ungewöhnliche Freundschaften mag, dürfte hier gut aufgehoben sein.



