Religiöses Buch des Monats
Das „Religiöse Buch des Monats“ wird seit dem Jahr 2000 von den beiden katholischen Büchereiverbänden in Deutschland, dem Michaelsbund (für Bayern) und dem Borromäusverein (außerhalb Bayerns) ausgewählt.
Das Anliegen der Auszeichnung ist es, Bücher zum Thema Religion und Glauben in ihrer Bandbreite bekannter zu machen. Dazu wählen die Lektorate monatlich ein Buch aus, das aus Sicht des christlichen Glaubens ein grundlegendes Thema aufgreift wie Orientierung und Sinn im Leben, Gemeinschaft, gesellschaftliche Verantwortung. Diese Bücher geben Rat in verschiedenen Lebenssituationen, greifen Lebensschicksale auf, regen an, das Leben und den Jahreskreis bewusst zu gestalten oder tragen zu gesellschaftlichen und kirchlichen Debatten bei. Die Bücher erreichen so Menschen, die sich Fragen der Gesellschaft und den eigenen biografischen Herausforderungen bewusst stellen wollen und diese Fragen im Licht des religiösen Glaubens reflektieren und vertiefen.
Grundlage dieser Auswahl ist die Arbeit der beiden Verbände an den Buchprofilen/medienprofilen, in der jährlich über 2.800 Bücher und andere Medien für mehr als 3.500 Büchereien in katholischer, in Bayern oft gemischt katholisch-kommunaler Trägerschaft rezensiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den rund 80 Titeln des Sachbuchbereiches „Religion“.
Glaube soll Hoffnung geben – doch oft überwiegen Zweifel und Unsicherheit. Dem Pfarrer Georg Schwikart wurde das schmerzlich bewusst. Statt Ermutigung hörte er in einer Predigt vor allem Klagen. Seine Antwort: nachfragen. Daraus hat er ein Buch gemacht. 59 Frauen und Männer erzählen darin von ihrem ganz persönlichen Glauben: von Zweifeln, Krisen – und von Momenten, in denen sie sich getragen fühlen.
Judith Vonderau hat ein Buch geschrieben, das dem Gebet im Leben von Kindern und ihren Familien einen Platz gibt. Es geht feinfühlig darauf ein, was sie an Gutem und Schlechtem erfahren. Dafür gibt es ihnen eine Sprache an die Hand, die hilft, sich dabei Gott anzuvertrauen. Ein Buch, in dem sich täglich miteinander blättern und lesen lässt. Und ein ausgezeichnetes Geschenk für Familien mit kleinen Kindern. Das Religiöse Buch des Monats Juni: "Eltern beten mit und für ihre Kinder".
Geschichten über Frauen kommen in der Bibel häufig vor – im katholischen Gottesdienst dagegen erstaunlich selten. Dass das so ist, analysiert die Theologin Annette Jantzen in ihrem neuen Buch. Sie nimmt die biblischen Texte unter die Lupe, die sonntags in der Messe verlesen werden – und stellt fest: Vieles, was Frauen stark zeigt oder männlichen Machtmissbrauch kritisiert, fehlt dort. Eine Analyse über Auswahl, Kürzungen und blinde Flecken in der kirchlichen Leseordnung.
Papst Benedikt XVI. war nicht nur Kirchenoberhaupt, sondern einer der großen Theologen unserer Zeit. Weniger bekannt ist: Auch nach seinem Rücktritt hat er weiter gepredigt, im kleinen Kreis in der Kapelle seines Alterswohnsitzes. Diese bislang unveröffentlichten Predigten liegen nun erstmals gesammelt vor: „Der Herr hält unsere Hand“ - das Religiöse Buch des Monats März.
Der Münchner Pfarrer Reiner Maria Schießler ist bekannt dafür, den Glauben dorthin zu tragen, wo das Leben pulsiert – sogar bis aufs Oktoberfest. In seinem neuen Buch widmet er sich nun der vielleicht stärksten christlichen Tugend: der Liebe. Nicht als Gefühl, sondern als Haltung, die verändert – uns selbst und unsere Gemeinschaften.
Das „Religiösen Buch des Monats Januar“ nimmt den Leser mit auf eine Reise durch das Jahr – eine Reise, in der immer wieder kleine „Goldspuren“ aufscheinen. Dieses Buch lädt dazu ein, im Alltag jene feinen Momente zu entdecken, in denen eine tiefere Wirklichkeit durchschimmert. Es beginnt im Advent, dem Auftakt des Kirchenjahres, und bietet für jede Woche des Jahres thematisch geordnete Impulse, in denen man ganz nach Stimmung und Bedarf stöbern kann. Wer sich auf diese kurzen Geschichten und Reflexionen einlässt, findet immer wieder einen Hauch von Goldschimmer, der haften bleibt – und das Leben neu zum Leuchten bringt. „Den Goldgrund in allem finden“ – ein inspirierender Begleiter durch das Jahr.
Das Leben kann hart und schwierig sein. Was ist wichtig, was ist wirklich wichtig? Wie sollen wir unser Leben aufbauen und gestalten? Jesus von Nazareth hat durch das Beispiel seines Lebens gezeigt, wie menschliche Lebensführung gelingen kann. "Wie leben?" von Clemens Sedmak will einen tieferen Blick auf das Leben Jesu werfen und damit "Lebensschule" sein. Die vierzig Kapitel des Buches können als vierzigtägige Exerzitien im Alltag genutzt werden. Jedes Kapitel setzt sich mit einer Stelle der vier Evangelien auseinander und lädt dazu ein, sich auf eine Facette des Lebens Jesu einzulassen.Das Buch geht vier Fragen nach: Wie lebt Jesus sein Leben? Wie sieht Jesus die Welt? Welche Fragen stellt (uns) Jesus? Wozu fordert Jesus (uns) auf? So lädt es zu einer inneren Wanderung ein, die zu einer Erneuerung durch Christus führen will.
„Longevity“ und „Anti-Aging“ gehören aktuell zu den Mega-Trends in unserer Gesellschaft – kein Wunder, ist doch die bevölkerungsstärkste Generation der Baby-Boomer nun im Rentenalter oder kurz davor. Wenn der Horizont des eigenen Lebens näherrückt, liegt es nahe, dass man versucht, so langsam und so wenig wie möglich zu altern und das Maximum an erreichbarer Lebenszeit zu verwirklichen. Für den Publizisten Peter Seewald, Jahrgang 1954 und damit selbst inzwischen im Rentenalter, ist diese Haltung zwar nachvollziehbar, trotzdem bezeichnet er sie als „Irrweg“. Es ist falsch, das Alter geringzuschätzen, weil es nicht nur Verlust und Einschränkung bedeutet, sondern auch ganz neue Erfahrungen und Möglichkeiten bietet, und es ist falsch, den Tod zu verdrängen, nicht nur, weil er am Ende doch unausweichlich ist, sondern auch weil das Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit dem Leben nichts nimmt, ihm vielmehr Tiefe und Bedeutsamkeit gibt.
Begründer des abendländischen Mönchtums, Patron Europas und Friedensstifter - der heilige Benedikt gehört zu den einflussreichsten Heiligen der Kirche. Der Benediktinerabt Johannes Eckert nimmt die Weisheit der 1500 Jahre alten Klosterregeln und Legenden unter die Lupe und entdeckt darin erstaunlich aktuelle Impulse für unsere heutige, von Konflikten und Krisen geprägte Zeit. "Suche Frieden und jage ihm nach" – unser Religiöses Buch des Monats September.
Für viele Menschen sind christliche Begriffe wie Sünde oder Erlösung nicht mehr verständlich. Mit Sünde verbinden sie eher die zusätzliche Kugel Eis, die sie sich gönnen, als die gestörte Beziehung zu Gott. „Der moderne Mensch steht … mit einem großen Fragezeichen im Kopf vor der Welt des kirchlich überlieferten Glaubens“, schreibt der evangelische Theologe Christopher Zarnow. Deshalb erklärt er 24 christliche Grundbegriffe (u.a. Schöpfung, Theodizee, Auferstehung, Dreieinigkeit, ewiges Leben) so, dass ihre „konkrete Lebensrelevanz“ für von Naturwissenschaft und Technik geprägte Menschen des 21. Jahrhunderts sichtbar wird.