Styx

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine verwitwete Souffleuse verarbeitet im Theater und in ihrem Garten ihre Trauer.
In der griechischen Mythologie ist Styx ein Fluss in der Unterwelt, in Offenbachs Operette "Orpheus" hört der Diener auf den Namen Hans Styx. Beide Namensgebungen sind für die Hauptperson in Jürgen Bauers Roman, eine namenslose Souffleuse, Witwe eines Regisseurs am Wiener Opernhaus, wichtig. Bilder aus der Theaterwelt, der Mythologie und dem alttestamentlichen Schöpfungsmythos sind von zentraler Bedeutung. Die Souffleuse, Spitzname "Madame Partitur", versucht sich nach der langen Pflege und dem Tod ihres Mannes im Theater wieder zurechtzufinden und scheitert: Die Pandemie hat alles bisher Selbstverständliche genommen und die Souffleuse braucht eine (un-) freiwillige Auszeit. Ihr Rückzugsort jedoch, die mit ihrem Mann zuletzt bewohnte Hütte, inmitten eines von ihrem Mann angelegten, inzwischen verwilderten Gartens ist ihr eher Geheimnis und Bedrohung. Daran können auch ein zugelaufener Hund, von ihr Hans Styx gerufen, die ihr zugewandte Theaterintendantin und ein plötzlich auftauchender, geheimnisvoller Gärtner nichts ändern. Bei Theaterproben in Aix-en-Provence tritt sie – vermittelt durch die Intendantin – wieder mit ihrem Mann als KI-Avatar in Kontakt. – Bauer verwebt sprachlich virtuos Erfahrungen aus der Mythologie, der illusionsfremden Pandemiezeit sowie des menschlichen Hoffens und Bangens miteinander. Gerade für theatererfahrene Lesende geeignet.
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Artikelbeschreibung

Eine Zäsur muss her. Eine Generalpause. Der Souffleuse eines großen Wiener Opernhauses reicht es. Als sie während einer Aufführung einer Sängerin ohne erkennbaren Grund den helfenden Einsatz verweigert, gerät ihr berufliches und privates Leben aus der Bahn.Madame Partitur, wie sie von allen nur genannt wird, zieht sich auf ihr Grundstück am Land zurück, in ein paradiesisches Gartenreich mit idyllischem Teich, das ihr verstorbener Mann, einst gefeierter Opernregisseur, mit Hingabe angelegt und gepflegt hatte. Längst jedoch verwildert dieses Vermächtnis, sie sieht sich der Aufgabe nicht gewachsen, es am Leben zu erhalten, und blickt mit Angst auf den bevorstehenden Frühling, wenn der Garten wieder erwachen wird.Nur die Intendantin des Opernhauses dient ihr in dieser Zeit als Stütze, bis ihr ein streunender Hund zuläuft, mit dem sie nun ihre Tage in Abgeschiedenheit verbringt. Als eines Tages ein Gärtner auf dem Grundstück auftaucht und seine Hilfe anbietet, blüht der Garten erneut auf, liebevoll und mit großer Einsicht kümmert er sich um die Pflanzen, bringt jedoch auch schmerzhafte Erinnerungen und verdrängte Schuldgefühle zurück. Was kommt wirklich nach einem Bruch? Welche Welt entsteht, nachdem etwas gestorben ist? Und was geschieht, wenn Dinge und Menschen die Chance auf ein zweites Leben bekommen? Styx ist ein Roman über Verlust, Einsamkeit und Neuanfang, der mit Musikalität und Witz die Verbindungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auslotet.

Produktsicherheit

Hersteller: Septime
Anschrift: Johannagasse 15-17/18
AT-1050 Wien
Kontakt: js@septime-verlag.at

Personeninformation

JÜRGEN BAUER, geboren 1981, lebt in Wien. Seine journalistischen Texte erscheinen in internationalen Zeitungen und Zeitschriften. Seit 2013 veröffentlichte er im Septime Verlag insgesamt vier Romane. Mit seinem dritten Roman, Ein guter Mensch, schaffte er den Sprung über die österreichischen Grenzen und wurde im gesamten deutschsprachigen Raum rezipiert. Der Roman erzählt von einer Welt, in der die Ressource Wasser knapp wird, und wurde von der Kritik als »großartige, fesselnde Social-Fiction« bezeichnet. Mit Portrait, erschienen 2020, gelang der erste Bestseller eines österreichischen Autors im Septime Verlag.
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