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Gedichte
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Buchprofile - Rezension
Relativ kurze Gedichte, aber mit Nachhall-Effekt.
Fast alle der hier versammelten Gedichte haben sehr kurze, aber immer neugierig machende Titel: "Ufer", "Besuch", "Hunger", "Schön", "Morgen" oder "Pilger". Die Gedichte sind dann auch kurz, aber Vorsicht, man muss sie schon mehrere Male lesen, um sie dann langsam zu verstehen. Zum Beispiel das Gedicht mit dem lapidaren, ganz und gar unpoetischen Titel "Edeka": "Ich komme fast täglich/hierher. Es gibt die Dinge/ die wir zu kaufen pflegten./Du und ich waren gerne hier./ Wie lange schauten wir in diese Regale./ Das war unser Leben, jeden Tag./ Die Einkaufstaschen, unsere Wohnung, die Verteidigung der Welt./ Ich liebe unsere Gespräche von einst./ Ich komme fast immer hierher/ und kaufe die gleichen Dinge wie früher." Kann man einem Gedicht den Namen einer Handelskette geben? Und kann die Banalität und Alltäglichkeit des Einkaufs in einem Supermarkt im Mittelpunkt eines Gedichts stehen? Die Gedichte von Fedor Pellmann zeigen, dass es für Gedichte keine Orte, keine Themen, keine Ereignisse gibt, denen man sich nicht poetisch widmen kann. Entscheidend für die Qualität eines Gedichts ist die jeweilige Umsetzung in eine literarische Form. Und wenn auch nur ein Wort, eine Verszeile nach der Lektüre in Erinnerung bleibt, dann hat das Gedicht ein Echo bei den Lesern gefunden. In diesem Band gibt es viele Gedichte, die genau diesen Nachhall-Effekt besitzen. Nachhallende Gedichte, die zum Nachdenken reizen. Man kommt einfach nicht los von diesen verspielten, phantasiereichen, vertrackten, manchmal sogar verzaubernden Gedichten. "Mit jedem Tag lerne/ ich die Erde ganz. Sie ist breit/ und heiß und dumm".
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Artikelbeschreibung

Ich gehe zurück, zum Anfang / des Endes. Denn dass wir am Ende sind, dass unser Leben verbraucht ist und unsere Zeit vorbei, ist spätestens in fünf Milliarden Jahren, wenn Freaks, Gespenster und Indianer mit dem ganzen Schrott allein im Grill der Sonne verdampft sein werden, wie es in einem dieser Gedichte heißt, klar. Vielleicht haben wir einfach nicht das Richtige getan, und so bleibt uns nur noch abzuwarten und zu überleben. Inventur zu machen und unsere Welt zu verwalten, während wir nach einem anderen Sein suchen. Oder nach Gott, der sich uns, das wissen wir inzwischen, wieder nicht zeigen wird. Oder sich die Momente in Erinnerung zu rufen, die Momente zu feiern, die wenigen Momente, in denen / wir waren, ohne es zu wissen. Egal wie düster die Bilanz ausfällt, der Mensch und die Welt verlangen nach Verteidigung. Und nichts eignet sich dazu besser als Gedichte, als diese Gedichte, so umstandslos und klar.

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Personeninformation

1967 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Hispanistik in Augsburg. Er arbeitet als Lehrer an Sekundarschulen, zurzeit in München, davor u.a. in Argentinien. 2021 promovierte er mit einer interdisziplinären Arbeit über Tango. Einzelne Gedichte sind an verschiedenen Orten erschienen, zuletzt in Sinn und Form (Heft 5/2023). Eine erste Sammlung seiner Gedichte erschien 2022 unter dem Titel Außengrenzen. Fedor Pellmann lebt in München.

Pressestimmen

"Ich ziehe meinen Hut vor diesen Texten, die in ihrer gehaltvollen Verlorenheit, ihrer sachlichen Musikalität und einem satten Vertrauensnachschuss in die Welt ihresgleichen suchen." Thomas Kunst

Bewertungen

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