Im Spiegel der Ahnen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Einem jungen Mann erscheinen in Pfützen Szenen aus dem Leben seiner Vorfahren.
Es gibt Buchreihen, bei denen man ohne weiteres mit jedem beliebigen Band starten kann, ohne in größere Verwirrung zu geraten. Nicht so bei dem mehrteiligen Roman des Autors und Musikers Jimmy Brainless, einem "interkontinentalen Epos" (Zitat Bucheinband), von dem nun der zweite Band vorliegt. Aufgrund der vielverzweigten Familie des Ich-Erzählers, dessen Eltern aus Taiwan und Österreich stammen, und der zahlreichen, nicht chronologischen Zeitsprünge und Ortswechsel ist es für den Leser ohne Vorwissen sehr schwierig, zu einem Überblick zu gelangen. Da hilft auch das beigefügte Lesezeichen mit Abdruck der beiden Familienstammbäume (bis zur vierten Generation rückwärts) erst einmal nur bedingt. Schafft man es allerdings durch die erste Hälfte des Buches, kommt langsam Licht in die Familiengeschichte, die der Protagonist Simon in visions- beziehungsweise illusionsartigen Pfützen-Spiegelungen retrospektiv durchlebt. Mittels dieser Spiegelungen werden parallel zueinander die Lebensgeschichten seiner Großeltern in Taiwan und Österreich aufgefächert, welche auch von der Kultur und Gesellschaftspolitik der beiden Länder im Laufe der Zeit erzählen. Simon ist ein Suchender mit dem Wunsch nach Heimat zwischen den Kulturen und nach Klärung seiner eigenen Identität. Der Stil des Autors wirkt in der Schilderung der Gegenwart eher einfach, in den Retrospektiven hingegen durchaus facettenreich. Dies mag durchaus beabsichtigt sein, nimmt dem Roman aus meiner Sicht aber etwas von seiner Kohärenz. Insgesamt erhält man jedoch sehr interessante Einblicke in die hierzulande eher wenig bekannte Kultur und Gesellschaftspolitik Taiwans gestern und heute.
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Artikelbeschreibung

Mit dem Drachenbootfest endet der erste Band von Jimmy Brainless' interkontinentalem Epos, "Im Schein der Pfütze". Der taiwanische Teil der Familie hat sich, wie es Brauch ist, um den Hausaltar versammelt und bringt den Toten Opfergaben dar. Auch das Bild der Mutter des Ich-Erzählers Simon, des zwischen Tainan und Wien Hin- und Hergerissenen, steht da.Pfützen, ,diese segelnden Schiffe der Spiegelung' (Octavio Paz), sind für Simon das probate Mittel, in die Vergangenheit zu blicken. Gespiegelt werden im zweiten Teil nun die Ahnen; Anton etwa, ein fröhliches Kind aus dem 9. Wiener Gemeindebezirk, das beim Spiel ein Auge verliert und dann den Vater im Zweiten Weltkrieg; auf der anderen Seite der Erdkugel die herzensgute Ama, in ein unter den japanischen Besatzern unruhiges Taiwan geboren und zur Thanatopraktikerin ausgebildet. Die erlernten Griffe muss sie später an ihrer eigenen Tochter, Simons Mutter, anwenden. Wer ist schuld an ihrem Unfalltod? Wir ahnen es: Die Antwort ist weitverzweigt in dieser schillernden, sprachverspielten, tragikomischen, geschichten- und geschichtsreichen Familiensaga!

Produktsicherheit

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Anschrift: Rainbergstraße 3c
AT-5020 Salzburg
Kontakt: office@muerysalzmann.at

Personeninformation

Jimmy Brainless ist Musiker und Autor mit taiwanischen Wurzeln. Mitglied der Band "Gurkenalarm" und Teil von "Michaela und Jimmy", welche Kinderlieder und -geschichten schreiben. 2017 und 2019 reiste er mit Elias Hirschl durch Asien, wo sie über 30 Auftritte spielten. Jimmy Brainless tritt auch solo mit eigenem Programm auf und schreibt Texte, die in diversen Literaturmagazinen und Anthologien publiziert wurden. 2023 belegte er beim Wortreich-Kurzgeschichtenwettbewerb den 2. Platz."Im Spiegel der Ahnen" beschließt das mit dem Roman "Im Schein der Pfütze" begonnene austro-taiwanische Familienepos.
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