Anti Müller

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine junge Schriftstellerin kämpft mit der Fertigstellung ihres zweiten Romans und ihrem bislang unerfüllten Kinderwunsch.
Die namenlose Ich-Erzählerin ist 36 Jahre alt und lebt als Newcomer-Schriftstellerin in Berlin. Ihr langjähriger Lebensgefährte, ein schon etwas älterer Erfolgsautor, hat sich von ihr getrennt, ihren lange gehegten Kinderwunsch hatte er stets auf „später“ verschoben. Nun hört sie relativ verzweifelt ihre biologische Uhr ticken und sucht deshalb sofort wieder einen Partner. Mit dem Schauspieler Andi Müller scheint auch bald ein aussichtsreicher Kandidat gefunden. Sie finden schnell Gefallen aneinander, verbringen viele überwiegend schöne Stunden miteinander, bewegen sich gemeinsam souverän innerhalb eines sich weitgehend mit sich selbst beschäftigenden Kulturbetriebs, er hat großes Verständnis für ihr Ringen mit dem zweiten Romanprojekt – und doch es gibt ein Problem: Andi hat aus einer früheren Beziehung bereits zwei Kinder. Dass er nun – mit ihr – kein weiteres will, wird der Protagonistin nach einem weiteren „verlorenen“ Jahr mit brutaler Deutlichkeit bewusst. Immer schneller dreht sich nun die Spirale der Suche nach einem Vater für ihr Kind, immer beliebiger werden die Kandidaten, der Kinderwunsch wird für die Autorin zur regelrechten Obsession, die alles bestimmt und überlagert. – Der Roman bietet einerseits eine gewitzte selbstreferentielle Innenschau des Kulturbetriebs mit seinen gnadenlosen Erfolgsgesetzen, vor allem aber eine trostlose Bestandsaufnahme der zunehmenden Egomanisierung in unserer Gesellschaft, in der sich die meisten Menschen – insbesondere die Männer – mit oberflächlichen Kontakten begnügen, da sie jede Bindung, die Verantwortung bedeuten würde, scheuen. – Nicht unbedingt ein Sujet für einen unterhaltsamen Roman, doch die Autorin zieht für die Beschreibung der Seelenzustände ihrer Protagonistin gekonnt verschiedenste literarische Register und vermag durchaus auch die komischen Seiten ihrer tragischen Erlebnisse aufzuzeigen, so dass man diesen weitgehend von Wut und Verzweiflung bestimmten Monolog letztlich dennoch keineswegs ungern liest. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
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Artikelbeschreibung

"Beeindruckend zum Davonlaufen: In Yade Yasemin Önders Roman "Anti Müller" kämpft eine Mittdreißigerin um eine Beziehung, für ihren Wunsch nach Familie und ihren Drang nach Geborgenheit." - FAZ

Dieser Roman ist kein Liebesroman, sondern eine schonungslose Analyse moderner Beziehungen und verkrusteter patriarchaler Strukturen. Sowohl poetisch präzise, als auch scharf beobachtet und unbequem aktuell.

Wenn die Liebe zur Illusion wird

"Liebe ist die Illusion, dass die aktuelle Beziehung hält, und die nach ihrem Ende nur durch eine neue Illusion in Form einer neuen Liebe zur Desillusion werden kann."

In ihrem neuen Roman erzählt Yade Yasemin Önders seziert mit großer poetischer Präzision die Mechanismen moderner Beziehungen. Im Zentrum steht eine Mittdreißigerin, die um eine Beziehung, ihren Wunsch nach Familie und ihren Drang nach Geborgenheit kämpft.

Ein feministischer Blick auf Beziehungen und Kulturbetrieb

Doch Anti Müller erzählt nicht nur von der Suche nach Liebe und Nähe. Dieser Roman nimmt auch einen vermeintlich feministischen Kulturbetrieb ins Blickfeld, der nach wie vor den Männern die Regie überlässt.

Unter den lackierten Nägeln der sanften Vollstrecker verkrusteter Strukturen lauert noch immer der Schmutz des Patriarchats. Mit sprachlicher Genauigkeit legt Yade Yasemin Önder offen, wie sich diese Machtverhältnisse in Beziehungen, im Kulturbetrieb und im Umgang mit weiblichen Körpern fortschreiben.

  • Ein sprachlich präziser und gesellschaftskritischer Roman
  • Eine schonungslose Analyse moderner Beziehungen
  • Über den Wunsch nach Liebe, Familie und Geborgenheit
  • Ein feministischer Blick auf patriarchale Strukturen
  • Eine kritische Auseinandersetzung mit einem vermeintlich feministischen Kulturbetrieb
  • Für alle, die anspruchsvolle, unbequeme und poetische Gegenwartsliteratur suchen

Liebe, Macht und die Regie über die Körper

Anti Müller verbindet die persönliche Geschichte einer Mittdreißigerin mit einer scharfen Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Der Roman fragt, wie frei Beziehungen wirklich sind und wer bestimmt, was auf den Bühnen und über die Körper geschieht.

"Ich wage zu prophezeihen, dieses Buch wird ein feministischer Klassiker." - Daniela Dröscher

Yade Yasemin Önders Anti Müller: Ein poetischer, feministischer und gesellschaftlich brisanter Roman über Liebe, Beziehungen, Macht und Patriarchat.

Produktsicherheit

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Kontakt: produktsicherheit@ullstein.de

Personeninformation

Yade Yasemin Önders Theaterstück Kartonage wurde 2017 zu den Autor*innentheatertagen Berlin eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 erhielt sie den Hauptpreis für Prosa beim open mike. Ihr Debütroman Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron (2022, KiWi) wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE und dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den ZDFaspekte-Literaturpreis. 2023 erhielt sie das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. 2024 erschien der Kollektivroman Wir kommen, dessen Mitautorin sie ist. 

Pressestimmen

»Eine Gruselgeschichte über Männer, cool und witzig wie das Cover.« Angela Wittmann Brigitte 20260422
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