Caledonian Road

Roman | Komprimierte Zeitgeschichte in ihrer unterhaltsamsten Form
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Buchprofile - Rezension
Schillerndes Abbild dekadenter moderner englischer Oberschicht.
Campbell Flynn schreibt im Mai 2021 in London eine Biografie über Vermeer. Daneben geht er eher lustlos universitären Tätigkeiten nach. Er taucht auch in die Welt der Mode ein, indem er Artikel schreibt und Kampagnen begleitet. Oft trifft er sich mit seinem Freund William, der mit seinem Unternehmen vor dem Ruin steht, und Geld veruntreut haben soll. Dazu kommt eine Reihe illustrer Figuren aus dem familiären und gesellschaftlichen Umfeld. Hinter allen stehen Geldmangel, Langeweile und Abstieg. Dem entgegenwirken soll Campbells neues Buch "Männer, die in Autos weinen". Dies soll enorm viel Geld bringen. Andrew OHagan erzählt vom sich ändernden Leben der Generationen, von einer gelangweilten Oberschicht der (vermeintlich) Reichen und Schönen und derjenigen, die denken, auch dazuzugehören, und sich in sinnentleerter Konversation ergehen. (Anmerkung: Ein Chateau Montrose zur Seezunge ist doch sehr gewagt.) Das vorangestellte umfassende Personenverzeichnis erleichtert die Lektüre. Für Außenstehende eine genussvolle Lektüre.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Andrew O’Hagan erzählt in diesem britischen Epos vom Aufstieg und Fall des Kunstprofessors und Modeexperten Campbell Flynn, der es aus kleinsten schottischen Verhältnissen in die englische Aristokratie geschafft hat - mit Intelligenz, klugem Networking und einer entsprechenden Eheschließung. Doch auf dem Höhepunkt seines gesellschaftlichen Ruhms wird seine Stellung gleich aus drei Richtungen bedroht. In diesem breit angelegten Panorama geht es aber nicht nur um sein Einzelschicksal, sondern um wesentliche gesellschaftspolitische Problemfelder wie Ausbeutung, Finanzskandale, unethische Vorteilnahme und natürlich den Brexit. Dieser umfangreiche Schmöker ist perfekt für lange Leseabende und steht in meinen persönlichen Jahrescharts sehr weit oben.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Ein Sunday Times-Bestseller

London, Donnerstag, 20. Mai 2021, die Temperatur beträgt 16 Grad, es ist heiter, später gibt es Schauer.  

Als Campbell Flynn, 52 Jahre alt und auf der Höhe seines Ruhms als öffentlicher Intellektueller, an diesem Tag aus dem Taxi steigt, trägt er sich noch mit Gedanken an ein neues publizistisches Projekt. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend zählt er heute zur Elite des Vereinigten Königreichs: seine Frau, die Tochter einer Gräfin, sein bester Freund, ein Industrieller, sein Schwager, ein Politiker mit Einfluss, sein Leben getaktet von Vorträgen, Vernissagen und Society-Events. Seine Schwäche, seine Eitelkeit und der Umgang mit dem lieben Geld. Sein Widersacher: sein liebster Schüler.  

Im Laufe eines aufsehenerregenden Jahres wird ein Netz von Verbrechen, Geheimnissen und Skandalen aufgedeckt; und Campbell Flynn, das Drehkreuz dieses monumentalen Gesellschaftsromans, der seine Fühler ebenso in zwielichtige Fabriken wie in vornehme Gemächer, ebenso in die Köpfe illegaler Immigranten wie in die Häupter ausbeuterischer Kapitalisten und korrupter Parlamentarier ausstreckt, Campell Flynn, dieser Inbegriff des liberalen, gebildeten weißen Mannes, wird fallen wie die Ära, die er verkörpert. 

»Ein Meisterwerk ... außergewöhnlich ... der beste und größte Roman, den irgendwer in diesem Land seit langer Zeit geschrieben hat.« John Lanchester 

»Sein Opus magnum, mehr als nur ein großartiges Buch« Joshua Cohen 

Produktsicherheit

Hersteller: Ullstein Buchverlage GmbH
Anschrift: Friedrichstraße 126
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Personeninformation

Andrew O'Hagan wurde in Glasgow geboren. Er war mehrfach für den Booker Prize nominiert, wurde von Granta 2003 zu einem der besten jungen britischen Schriftsteller gewählt, gewann den E.M. Forster Prize der American Academy of Arts and Letters. Er ist Editor-at-Large bei der London Review of Books und Fellow der Royal Society of Literature

Pressestimmen

»Dabei entwickelt der kühne Text auch kunstgeschichtliche und literarische Diskurse, erinnert mitunter an Charles Dickens, Oscar Wilde oder Evelyn Waugh und lässt einen nicht los. Man steht nachts nochmal auf, um ein paar Seiten zu lesen und sitzt schon vor dem Frühstück wieder über dem Buch. Auch wenn im Text oft darüber philosophiert wird, dass Kunst und Künstler nichts wagen: hier ist endlich mal das Gegenteil der Fall.« Stefan Maelck MDR Kultur 20240830

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