Adieu Birkenau

Eine Überlebende erzählt
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Buchprofile - Rezension
Eine französische Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau reist 2020 ein letztes Mal mit einer Schülergruppe zu dem Vernichtungslager und erinnert sich an ihr Leben.
Die 1925 in Paris geborene Ginette Kolinka stammt aus einer großen jüdischen Familie mit osteuropäischen Wurzeln. Während des Zweiten Weltkriegs floh sie im Juli 1942 nach Avignon in die zunächst unbesetzte Zone Frankreichs, wurde aber im Frühjahr 1944 zusammen mit ihrem Vater, einem Neffen und einem jüngeren Bruder von den Nazis aufgegriffen und mit dem Transport Nr. 71 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Anders als ihre männlichen Familienmitglieder überlebte sie als Zwangsarbeiterin, zunächst in Birkenau, die letzten Kriegsmonate in Bergen-Belsen und in Theresienstadt, die Shoah. Erst im vorgerückten Alter begann sie, über diese Zeit zu sprechen, und wurde in Frankreich zu einer vielgefragten Zeitzeugin des Holocaust. Im Mittelpunkt dieser autobiografischen Erzählung stehen ihre Erinnerungen während einer letzten, 2020 im hohen Alter von 95 Jahren durchgeführten Reise nach Birkenau. Da begleitete sie eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Schule in Paris, die sie einst auch als junges Mädchen besucht hatte. So legt sie gegenüber einer jüngeren Generation Zeugnis über das Geschehene ab, damit sich das Vergangene nicht wiederholt. Dies und auch die Ehrlichkeit, mit einer aufgrund des Verdrängens und Vergessens manchmal nur lückenhaften Erinnerung offen umzugehen, verleihen der Erzählung eine hohe Authentizität. Zeichnerisch ist der Wechsel zwischen Heute und Damals sehr gut umgesetzt; nicht nur auf dem Cover, sondern auch im Werk begegnet Ginette immer wieder schemenhaft den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit. Angesichts einer wachsenden Zahl von Holocaust-Leugnern und einer Erstarkung des Rechtspopulismus in unserem Land können Büchereien gar nicht genug solcher Titel anbieten. Breit empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Im April 1944 wird die 19-jährige Ginette Kolinka ins Konzentrationslager Auschwitz II-Birkenau deportiert. Ihr Vater und ihr Bruder werden sofort umgebracht, sie wird zum Arbeitsdienst eingeteilt und überlebt.50 Jahre lang schweigt sie über das Erlebte, bis sie einwilligt, für die frisch gegründete Shoah Foundation vor die Kamera zu treten. Von da an ist sie eine gefragte Zeitzeugin, deren unerschütterliche Stärke und bissiger Humor zahllose Menschen berührt.2020 begibt sich Ginette ein letztes Mal auf eine Gruppenreisen nach Polen, bevor das Alter es ihr verbietet. Sie erlaubt dem Journalisten Victor Matet und dem Comic-Szenaristen Jean-David Morvan, sie zu begleiten und in Form dieser Graphic Novel zu porträtieren. 'Adieu Birkenau' ist sowohl die Biographie einer Überlebenden als auch Ginette Kolinkas persönliche Bilanz über ihr Leben mit dem Holocaust und ihr endgültiger Abschied vom 'größten Friedhof der Welt'.

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