Schäftlarn

Zwischen Kuhdorf und Kurort 1900 - 1950
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Bayern im Buch-Rezension
Vielfältige Veränderungen einer großstadtnahen Landgemeinde.
Dagmar Bäuml-Stosiek, die lange in Schäftlarn gelebt hat, widmet sich in diesem ausführlich, anschaulich und dokumentarisch erarbeiteten Buch der wechselhaften Geschichte des an der Isar und großstadtnah gelegenen Ortes Schäftlarn, der keine eigenständige Gemeinde ist, sondern aus fünf Ortsteilen - Ebenhausen, Kloster Schäftlarn, Zell, Hohenschäftlarn und Neufahrn - besteht, die keine einheitliche Struktur besitzen, sich durch ihre Nähe zu München aber ähneln. Die Autorin beschränkt sich in ihrer Analyse auf die Zeit von 1900 bis 1950, einer Zeitspanne, in der sich in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik ein ungeheurer Wandel vollzog, die jedoch auch sehr stark durch den Nationalsozialismus und seine menschenverachtende Ideologie, durch Antisemitismus, Verfolgung, Vertreibung und Zerstörung gekennzeichnet ist. Diese meist nicht leicht nachvollziehbaren, oft parallel verlaufenden Entwicklungen macht die Autorin durch die Nennung und Verortung konkreter Namen von Lokalitäten und Personen, die in der Gemeinde eine Rolle spielten, sichtbar. Im ersten Großkapitel, das die Jahre von 1900 bis zum 1. Weltkrieg behandelt, stehen einerseits wirtschaftlicher sowie gesellschaftlicher Wandel und technischer Fortschritt im Mittelpunkt, andererseits ruht das Augenmerk auf dem Fortbestand der bäuerlichen Kultur und Tradition, d.h. "Kurort und Kuhdorf". Die nachfolgenden Jahre bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten (1933) sind auch auf dem Land - wenn auch verzögert - durch Destabilisierung, Umbruch, Polarisierung und Unzufriedenheit mit dem demokratischen System geprägt, aber eben auch durch kulturellen Aufbruch - Radio und Kino, Autos verkürzen Entfernungen und Maschinen erleichtern den Bauern die Arbeit. Und ab 1933? Im gesamten Gemeindegebiet folgten Anpassung und Unterordnung, persönliche Profitgier, Ausgrenzung einst verdienter und beliebter Mitbürger, Mitläufertum, aber wenig Widerstand. Mit dem Einmarsch der Amerikaner (30. April 1945), der Aufnahme von zahlreichen Vertriebenen, dem politischen Neustart und der fehlenden bzw. ambivalenten Aufarbeitung der NS-Zeit endet das Buch, das regional wärmstens zu empfehlen ist.
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Artikelbeschreibung

Diese Chronik erzählt die facettenreiche Geschichte der Gemeinde Schäftlarn und ihrer Orte Ebenhausen-Zell, Hohenschäftlarn, Kloster Schäftlarn und Neufahrn - ein Mikrokosmos vor den Toren Münchens, in dem sich über ein halbes Jahrhundert hinweg gesellschaftlicher und politischer Wandel spiegeln. Von der Jahrhundertwende um 1900 bis in die Nachkriegszeit prägten die Nähe zur Großstadt und die Entwicklungen der Moderne das Leben in der Region: Automobil, Elektrizität, Telefon und Radio revolutionierten den Alltag der Menschen. Monarchie,Republik und Diktatur hinterließen ihre Spuren in der Gemeinde - ein Spannungsfeld zwischen bäuerlicher Tradition und bürgerlichem Fortschritt. Die NS-Zeit forderte die Bewohner der Gemeinde in besonderer Weise heraus: als Ausgegrenzte, Verfolgte, Zuschauer, Mitläufer, Profiteure oder Gegner des Regimes.Die Autorin beleuchtet eine Epoche, die den Horizont einer ländlichen Gemeinde erweiterte und diese zugleich mit großen Herausforderungen konfrontierte.

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Personeninformation

Dagmar Bäuml-Stosiek war Geschichts- und Seminarlehrerin sowie Schulbuchautorin und -herausgeberin. Fast ihr ganzes Leben verbrachte sie in Schäftlarn, was geradezu zwangsläufig zu einer immer intensiveren Beschäftigung mit der Geschichte der Gemeinde führte.

Pressestimmen

»Seine Detailkenntnis ist außergewöhnlich und wohlformuliert, das Buch - wie üblich bei Allitera - top illustriert und ausgestattet.«, MUH MUH »Das ausführlich, anschaulich und dokumentarisch erarbeitete Buch widmet sich der wechselhaften Geschichte des an der Isar gelegenen Ortes Schäftlarn, der keine eigenständige Gemeinde ist, sondern aus fünf Ortsteilen (Ebenhausen, Kloster Schäftlarn, Zell, Hohenschäftlarn und Neufahrn) besteht, die keine einheitliche Struktur besitzen, sich durch ihre Nähe zu München aber ähneln.«, Bayern im Buch Bayern im Buch
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