Über die Schwelle

Die Haushofers in Kunst, Wissenschaft, Politik
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Bayern im Buch-Rezension
Die Familie Haushofer und ihre bedeutenden Leistungen über fünf Generationen.
Der Name Haushofer hat Klang, in Bayern und darüber hinaus. Mit ihm verbinden viele beim ersten flüchtigen Nachforschen im schon mal Gewussten Stichworte wie "Moabiter Sonette", "Malerkolonie auf der Fraueninsel" oder "Münchner Verein für Fraueninteressen". Doch mit der Flüchtigkeit hat es jetzt ein Ende; die Familie Haushofer hat in Gerd Holzheimer einen Biografen gefunden, der ihre Bedeutung über die letzten fünf Generationen hinweg erstmals über die Schwelle allgemeinen Halbwissens gehoben hat. Ihm dabei zu folgen, lohnt sich, seine Detailkenntnis ist außergewöhnlich und wohlformuliert. Maler, Schriftsteller und Gelehrte machen diese Familie aus, angefangen bei Max Haushofer (1811-1866), dem Begründer der ersten Malerkolonie Bayerns auf der Fraueninsel im Chiemsee, Maler auch seine Enkel Alfred und Marie; unbedingt zu nennen: die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Emma Haushofer-Merk (1854 - 1925) und dann natürlich Alfred Haushofer (1903 - 1945) der Verfasser der Moabiter Sonette. Ansonsten sind da noch Professoren der Mineralogie und Nationalökonomie, Agrarhistoriker, Geopolitiker und, wie nicht selten in solchen Familien, auch ein schwarzes Schaf: Karl Haushofer (1869 - 1946), wilhelminisch verblendeter Militarist und NS-Mitläufer. In dem Fall "Karl der Ältere", so wie es bei der umfänglichen Struktur der Familie auch einen "Max den jüngeren" gab (1840 - 1907), ein Nationalökonom und Schriftsteller, mit Hang zur Sciencefiction wie wir heute sagen. Thomas Mann war einer seiner begeisterten Münchner Studenten. Die Haushofers fanden also über Generationen kulturell auf vielfältige Weise statt, und immer wieder haben manche von ihnen die Schwelle gesellschaftlicher Normen überschritten. Wie üblich bei Allitera: Top illustriert und ausgestattet.
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Artikelbeschreibung

Es gibt viele bemerkenswerte Familien in Bayern. Die Familie Haushofer gehört in ganz besonderer Weise dazu. Geradezu exemplarisch treten über fünf Generationen hinweg aus ihrer Mitte Frauen und Männer aus der Kunst, der Wissenschaft und der Politik hervor, die sowohl im 19. wie im 20. Jahrhundert maßgebend am künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Leben in Bayern beteiligt sind. Max Haushofer (1811¿1866) wird als Landschaftsmaler Gründer der ersten Künstlerkolonie in Bayern auf der Fraueninsel im Chiemsee und Professor in Prag. Zwei seiner Söhne werden ebenfalls Professoren, Max, der Jüngere, der Lieblingslehrer für Thomas Mann.Der Sohn von Max, Karl Haushofer (1869¿1946), erhebt die Geopolitik zur Wissenschaft und wird auch Professor. Er unterhält enge Kontakte zu führenden Nationalsozialisten wie Rudolf Heß. Albrecht (1903¿1945) hingegen, Karls Sohn, sucht die Nähe zum Widerstand und wird nach dem Stauffenberg-Attentat verhaftet. Im Berliner Gefängnis verfasst er seine berühmten Moabiter Sonette, bevor er kurz vor Kriegsende erschossen wird. Seine Eltern nehmen sich 1946 das Leben. Erst Albrecht Haushofers Bruder Heinz gewinnt wieder festen Boden unter den Füßen am Hartschimmelhof, ein gutes Stück oberhalb des Ammersees gelegen ¿ bis heute Sitz der Familie.

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