Ferymont

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine Berliner Studentin arbeitet in den Ferien als Erntehelferin in der Schweiz und lernt die schlimmen Arbeitsbedingungen kennen.
Die Ich-Erzählerin, Studentin der Literaturwissenschaften aus Berlin, erlebt eine Saison als landwirtschaftliche Hilfskraft in der Schweiz. In Ferymont, wo sie aufgewachsen ist und jetzt bei ihrer Tante unterkommt. Für zwei verschiedene Arbeitgeber schuftet sie u.a. bei der Spargel- und Beerenernte inmitten von Saisonarbeiter:innen aus Osteuropa; viele von ihnen kommen regelmäßig seit Jahren dorthin. Mit der gleichaltrigen Daria freundet sie sich an. Daria, die mit Mann, Töchterchen, Mutter und Schwestern da ist, mehrere Sprachen spricht, im Winter in Moldawien als Gerichtsvollzieherin arbeitet und im Betrieb das Sagen hat. Die ihr immer wieder unter die Arme greift, wenn sie das Arbeitspensum nicht schafft, und auch andere, langsamere Arbeiterinnen nicht auflaufen lässt. Denn die Arbeitsbedingungen sind hart – insbesondere unter den Folientunneln bei drückender Hitze, wo oft wegen mangelnder Toiletten nicht ausreichend getrunken wird... Ein Kollaps der Ich-Erzählerin dort geht glimpflich aus; als sich Daria wieder einmal überständige Arbeit aufhalst, wird sie zu spät gerettet und stirbt im Krankenhaus an Kreislaufversagen. – Der Roman schildert die Gegend und ihre Menschen, Landschaft, Lebens- und Arbeitsbedingungen von Einheimischen und insbesondere den Saisonarbeiter:innen, erzählt gleichermaßen von Alltäglichem wie Dramatischem in einem steten, sehr ruhigen Fluss; sprachlich ansprechend und sehr genau. Zum Thema möglich. Lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Als ihr in Berlin das Geld für ihr Studium ausgeht, reist die junge Ich-Erzählerin in ihr Heimatdorf Ferymont in der Schweiz, um dort für eine Saison als landwirtschaftliche Hilfskraft zu arbeiten. Beim Einsatz auf den Feldern freundet sie sich mit Daria an, die mit ihrer Familie jährlich aus der Republik Moldau anreist, um in den Betrieben des Schweizer Seelands Geld als Saisonkraft zu verdienen. Durch die entstandene Nähe zwischen den beiden jungen Frauen rückt auch das Ungleichgewicht zwischen den west- und osteuropäischen Regionen in den Fokus.»Ferymont« ist ein literarisches Porträt einer Region im Herzen Europas, das eine oft unsichtbare Realität thematisiert. Ein leiser Roman, der sprachlich virtuos kapitalistische Arbeitsbedingungen hinterfragt und sensibel die Geschichten von Saisonarbeiter*innen in den Mittelpunkt stellt.

Produktsicherheit

Hersteller: Verbrecher Verlag
Anschrift: Gneisenaustr. 2a
DE-10961 Berlin
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Personeninformation

LORENA SIMMEL, 1988 in Fribourg geboren und in der Schweiz aufgewachsen, studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne sowie Europäische Literaturen an der Humboldt-Universität zu Berlin und in Warschau. Sie veröffentlichte Gedichte, Prosa und Essays u. a. in EDIT, Neue Rundschau und STILL und war Stipendiatin des 16.Klagenfurter Literaturkurses. Für die Arbeit an ihrem Debütroman »Ferymont« erhielt sie das Arbeitsstipendium für Literatur des Berliner Senats. 2022 war sie Literaturstipendiatin der Jürgen-Ponto-Stiftung. Lorena Simmel lebt in Berlin.
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