Schattenleben

Menschen ohne Papiere erzählen
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Buchprofile - Rezension
Vier Menschen ohne Aufenthaltspapiere und mit ganz verschiedenen Schicksalen erzählen von ihrem mühevollem Leben in Deutschland.
Aus ganz unterschiedlichen Gründen leben zahlreiche Menschen aus anderen Ländern in Deutschland ohne Aufenthaltspapiere und müssen bei jedem Behördenkontakt eine Abschiebung befürchten. Zugleich bekommen sie manchmal aber auch unerwartet Unterstützung und Hilfe. In dieser Graphic Novel visualisiert die Comickünstlerin Lisa Frühbeis das Lebensschicksal von vier ganz unterschiedlichen Personen, die ihre Geschichte in teils mehrjährigen Kontakten dem Journalisten Jonas Seufert anvertraut haben: Die Thailänderin Brienne, die mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt wurde und dann in der Zwangsprostitution landete, Charlotte aus Kamerun, deren Asylantrag abgelehnt wurde und die aufgrund einer Schwangerschaft ärztliche Hilfe benötigte, die Vietnamesin Dâu, die mit Unterstützung ihrer Eltern in Europa studieren sollte und zunächst nicht Fuß fassen konnte, und der aus Somalia stammende Nasir, der als 6-jähriger Junge nach Deutschland kam, seit zwei Jahrzehnten hier lebt, aber keine Geburtsurkunde aus seiner vom Bürgerkrieg zerrütteten Heimat beibringen kann. Die in schwarz-weiß gezeichneten Geschichten werden bei jeder Person durch einen jeweils unterschiedlichen, dezenten Farbton unterlegt. An jeden Abschnitt schließen sich Informationen zu einem Sachthema an (Arbeit, Gesundheit, Abschiebung und Regularisierung). Abschließend erfährt der Lesende, was aus den vier Personen inzwischen geworden ist. – Ein gerade für katholische Büchereien wichtiges Buch, das Verständnis und Bereitschaft zur Hilfe für Menschen, die gezwungen sind, bei uns ein Schattendasein zu führen, wecken kann. Für viele Bestände.
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Artikelbeschreibung

In der immer schärferen Debatte um Migration gehen die Stimmen der Betroffenen unter. Dabei ist für Menschen ohne gültige Papiere jeder Aspekt des Alltags eine Gefahr. Jeder offizielle Kontakt kann die Abschiebung bedeuten. Hunderttausende leben in Deutschland ohne Dokumente und somit ohne legalen Aufenthaltsstatus. Wir sehen sie nicht, denn nur wer nicht gesehen wird, kann bleiben.In SCHATTENLEBEN erzählen vier Menschen ohne Papiere mit ganz unterschiedlichen Hintergründen von ihrem Leben in Deutschland: Die Transfrau Brienne aus Thailand hat sich mutig aus der Zwangsprostitution gekämpft - und ihre Chefin ins Gefängnis gebracht. Dao hat auf ihrer Irrfahrt durch Europa Ausbeutung in der vietnamesischen Community erlebt, aber auch große Solidarität. Charlotte aus dem Senegal hätte ihr Kind um ein Haar auf den Straßen von Mainz bekommen, weil sie keinen Arzt aufsuchen konnte. Und Nasir, geboren in Somalia, kämpft nach 25 Jahren in Deutschland noch immer um Papiere, obwohl er die Pfalz längst sein Zuhause nennt.SCHATTENLEBEN ist das Ergebnis von fünf Jahren intensiver Recherche, dutzenden Gesprächen und einer gemeinsamen Arbeit der vier Protagonist:innen mit den beiden Autor:innen an ihren Geschichten.

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Personeninformation

* 1989 in Würzburg, arbeitete zehn Jahre als freier Reporter unter anderem für DIE ZEIT, Süddeutsche Zeitung, ARD, ZDF und CORRECTIV. Seit 2025 ist er Teil des Investigativ- Teams von FragDenStaat. Seine journalistische Arbeit konzentriert sich auf soziale Ungleichheit, prekäre Arbeit und globale Lieferketten. * 1987, studierte in Paris, Urbino und Augsburg. Sie setzt sich in ihrer Arbeit aus feministischer Perspektive mit Macht und Privilegien auseinander. Ihr erstes Buch, die feministische Comic-Strip-Sammlung BUSENGEWUNDER (Carlsen Verlag), wurde mit dem Max und Moritz-Preis für den Besten deutschen Comic-Strip ausgezeichnet. Sie hat außerdem den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur und einen 3x3 Illustration Merit Award erhalten.

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