Transit Visa

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Buchprofile - Rezension
Nicolas und Guy unternehmen einen waghalsigen Road-Trip von Frankreich nach Anatolien.
Zwei junge Männer, die viel Zeit und ein noch fahrtüchtiges Auto haben, begeben sich auf eine große Reise: von Frankreich aus durchqueren sie Nord-Italien und den Balkan, sie überqueren den Bosporus und beenden ihre Fahrt schließlich an der türkischen Mittelmeerküste. Hier ist der Weg das Ziel: für touristische Sehenswürdigkeiten haben sie kein Auge und landschaftliche Schönheiten werden nur als Untermalung ihres Ego-Trips wahrgenommen. Aber trotz aller Widrigkeiten halten die beiden Cousins zusammen und dies wird nicht ihre letzte gemeinsame Reise gewesen sein. Ihre Reiseerlebnisse werden begleitet und kommentiert von einem imaginären Motorradfahrer, der sich als Henri Michaux entpuppt, der von Nicolas verehrt wird. Aber auch Erinnerungen und Vorausschauen werden als Einschübe in den Lauf der Story eingesetzt: die traumatisierenden Kindheitserfahrungen in einem katholischen Ferienlager etwa oder der Kulturaustausch nach Weißrussland in späteren Jahren. Zudem wird der Bericht überschattet von der Tschernobyl-Katastrophe und auch die dramatische Krankheitsgeschichte von Nicolas setzt einen dunklen und beängstigenden Ton im Leben des Zeichners. Denn diese Graphic Novel ist als Autobiografie zu lesen, die sich der Aufgabe stellt, den Gefühlslagen, der Abenteuerlust und der Sorglosigkeit der Jugend Ausdruck zu verleihen. Der lockere, nervöse Strich der Zeichnungen, die selbstbezogenen Perspektiven und die Dramaturgie der verästelten Stationen bringen dies sehr nachvollziehbar zur Darstellung. Hier liegt ein umfangreicher Lebens-Roman vor, eine Zeitreise durch die 80er- und 90er-Jahre, eine selbstironische Beichte, eine Freundschaftsgeschichte. Die Basis all dessen ist die Selbstvergewisserung eines Künstlers über seinen Werdegang, seine Lebens-Reise. Sehr lesenswert!
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Artikelbeschreibung

Im Sommer 1986, ein paar Monate nach dem Atomunfall von Tschernobyl, fällt den 20-jährigen Cousins Nicolas und Guy ein schrottiger Citröen Visa in die Hände. Sie stopfen ihn voll mit Büchern, die ihnen etwas bedeuten, die sie aber nicht lesen werden - Michaux, Kafka und Diderot - legen zwei Schlafsäcke und Zigaretten obendrauf ... und ab geht die wilde Reise nach nirgendwo, Hauptsache: Ganz. Weit. Weg.Sie durchqueren Norditalien, Jugoslawien und Bulgarien bis in die Türkei und werden auf ihrem Weg nicht nur mit der Welt hinter dem Eisernen Vorhang und dem Alltag im ländlichen Anatolien, sondern auch mit sich selbst und ihren Kindheitserinnerungen konfrontiert. Im Verlauf der Erzählung wird die Reise zunehmend düster, ohne dass die Erzählung oder die Protagonisten ihren Humor verlieren.Mit seinen beiden rauchenden Helden lässt Nicolas de Crécy die 1980er Jahre wiederauferstehen, in all ihrer vermeintlichen Sorglosigkeit. Er selbst gesteht: "Mit der Realität habe ich immer ein Problem". In TRANSIT VISA vermischt de Crécy seine wahren Reiseerlebnisse, seine detaillierten Beobachten von damals, die ihm im Nachhinein gleichzeitig nostalgisch und bizarr erscheinen, mit fantastischen Elementen und viel Selbstironie.

Produktsicherheit

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Personeninformation

NICOLAS DE CRÉCY, geboren 1966 in Lyon, ist ein französischer Comiczeichner, Illustrator und Trickfilmer. Er war Teil der ersten Promotion der Ecole Supérieure de l'Image d'Angoulême, die er 1987 abschloss. Er arbeitete zunächst für die Disney-Studios in Montreuil, bevor 1991 sein Debütalbum FOLIGATTO mit Autor Alexios Tjoyas erschien und 1994 mit dem Max und Moritz-Preis prämiert wurde. Im Jahr 2015 war er einer der ersten europäischen Künstler, der vom renommierten Manga-Magazin Shueisha gebeten wurde, einen Manga mit dem Titel "La République du Catch" zu produzieren. Nicolas de Crécy lebt und arbeitet in Paris.

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