Sibylla

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 für den Sonderpreis Illustration „Neue Talente“
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Nachdruck. Folgt laut Verlag/Lieferant: 01.01.2026
Buchprofile - Rezension
Eine Wiederentdeckung des dichterischen Werks von Sibylla Schwarz anlässlich ihres 400. Geburtstages.
Die Gedichte von Sibylla Schwarz bekannt zu machen, hat sich ein Greifswalder Verein auf die Fahnen geschrieben und anlässlich ihres 400. Geburtstages eine Graphic Novel über sie und ihr Werk in Auftrag gegeben. Nur wenig weiß man über sie: geboren in Greifswald in den Wirren des 30-jährigen Krieges, musste sie mehrfach mit ihrem Vater fliehen und starb schon mit 17 Jahren. Hinterlassen hat sie rund 100 Gedichte, die seit 1980 wieder neu aufgelegt werden. Wie werden diese knappen Daten zu der barocken Dichterin nun in eine Bild-Geschichte übersetzt? Der Zeichner erfindet eine schmale, stumme Frauenfigur, die dem Vater den Haushalt führt, einquartierte Soldaten bewirtet und nach Brandschatzungen neues Obdach sucht. Aber Sibyllas Räume sind auch poetischer Natur: es sind urzeitliche Landschaften, verwüstete Dörfer, doch auch eine vom Vater eingerichtete Poetenklause. Hier sieht sie sich auf einer Insel, die dem Blick eine Weite gewährt, die für das Dichten unverzichtbar ist. Den Zeichnungen gelingt es, den Betrachter zum Zeugen dieses Prozesses heranzuziehen. Sie bewegen sich zwischen hingetuschter Abstraktion und präziser Setzung der Linien, sie lassen unberührte freie Flächen leuchten und kombinieren Elemente zu surrealen Ensembles. Es ist dieser poetische Raum, der beim Lesen der Blätter eröffnet wird - nicht nur um Sibyllas Gedichte abzubilden, sondern sich auch atmosphärisch ihrem Schaffensprozess zu nähern. Da kann eine zeitliche Distanz von 400 Jahren mühelos übersprungen werden! Zu Recht ist diese Graphic Novel ausgezeichnet worden. Sie macht neugierig auf das Werk der Barockdichterin und sie setzt auch der experimentellen Zeichenkunst ein schönes Denkmal.
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Artikelbeschreibung

Vor 400 Jahren wurde Sibylla Schwarz in Greifswald geboren, mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Mit 17 Jahren starb sie an der Ruhr. In diesem kurzen Leben verfasste Sibylla Schwarz über 100 Gedichte von großer poetischer Kraft, die auch von einem erstaunlichen Selbstbewusstsein als Bürgerin, Dichterin und Frau zeugen. Ihr Gedicht »Ein Gesang wider den Neid« wurde von der Literaturwissenschaftlerin Erika Greber als das »wohl erste kompromisslos feministische Gedicht der Weltliteratur« angesehen. Fast zwei Jahr- hunderte gehörte die Barockdichterin zu den bekanntesten weiblichen Namen der Literatur und geriet dann in Vergessenheit. Max Baitinger hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sibylla Schwarz aus der Vergessen- heit zu holen. Er verbindet Leben und Werk der Barockdichterin mit seiner ganz eigenen Betrachtung ihrer Person und lässt die Leser:innen am Entstehungsprozess seiner Comicbiografie teilhaben. Für SIBYLLA wurde Max Baitinger 2020 mit dem Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung ausgezeichnet.

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Personeninformation

Max Baitinger 1982 in Penzberg geboren, lebt seit seinem Studium in Leipzig. Er war Mitinitiator des Comicfestivals THE MILLIONAIRES CLUB und ist in der internationalen Comicavantgarde bekannt, vor allem für seine Comics HEIMDALL, RÖHNER (beide Rotopolpress) und BIRGIT (Reprodukt). www.maxbaitinger.com
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