Anderswelt

Ein Selbstversuch mit rechten Medien
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Buchprofile - Rezension
Wie arbeiten "alternative Medien" und welche Folgen entstehen bei den Leserinnen und Lesern?
Hans Demmel wagt das Experiment und einen Selbstversuch, ein knappes halbes Jahr nur "rechte" Medien zu konsumieren und darüber Tagebuch zu schreiben. Sein Freund Friedrich Küppersbusch hat die Aufgabe, zu beobachten, wie sich seine Wahrnehmung verändert. Ein besonderes Augenmerk legt er auf bekannte Titel und Namen wie "Tichys Einblick", "MNews" von Michael Mross, "KenFM", "Compact" und "Junge Freiheit", die der angeblichen "Lügenpresse" gegenüberstehen und selbst die Wahrheit für sich reklamieren. Thematisch geht es um Corona-Demos, Behauptungen von "Querdenkern", Erstürmung des Reichstags, aber auch um Flüchtlinge, Migranten, "Überbevölkerung", Präsidentenwahl und Rassenunruhen in den USA. Zu all dem gibt es Faktenchecks. Demmel schildert seinen eigenen Tag nach der Lektüre von Hass, Hetze und Beleidigungen als manchmal depressiv, ängstlich, gruselig, widerwillig. Zwei persönliche Erkenntnisse des Autors: Sein Misstrauen gegen die Mainstream-Medien ist zwar gewachsen, aber sein "professionelles Gespür für Plausibilität oder besser Nicht-Plausibilität" hat ihm geholfen. Fazit: Für all diejenigen lesenswert, die wissen wollen, wie alternative Medien zum Teil fremdenfeindliche und antidemokratische Gedanken verbreiten und wie man mit Fakten-Checks dagegen ankommt.
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Artikelbeschreibung

Während die klassischen Printmedien von der FAZ bis zum Spiegel an Auflage verlieren, legen die rechten Publikationen seit mehreren Jahren zu. Rechtes Gedankengut sickert immer mehr in die Mitte der Gesellschaft und wird attraktiv für Bürger, die sich lange ganz anders verortet haben. Der Nachrichtenjournalist Hans Demmel und der TV-Journalist Friedrich Küppersbusch analysieren in Anderswelt die Wirkungs¬weise rechter Medien anhand von Tichys Einblick, MMNews, KenFM, Compact und Junge Freiheit, deren Websites und Youtube-Kanälen. In einem »Selbstversuch« hat sich Hans Demmel ein halbes Jahr ausschließlich die Lektüre und die Videos dieser Publikationen verordnet, Tagebuch geführt und den Einfluss auf sein Denken festgehalten. Friedrich Küppersbusch liefert dazu den Faktencheck und die notwendigen Hintergrundinformationen: Wer sind die Stammleser, wie werden neue Leser, User, Seher angezogen? Wer finanziert diese Publikationen? Und wie kommt es, dass einst als seriös anerkannte Journalisten wie Roland Tichy, Wolfgang Herles, Peter Hahne, Matthias Matussek oder der Radiomoderator Ken Jebsen die rechte Publizistik prägen? Aus einer Mischung von Tagebuch, Dokumentation, Reportage und Interviews entsteht ein Einblick in eine Szene, die in ihrem Gefährdungspotential für die Demokratie nicht nur unbekannt ist, sondern sträflich unterschätzt wird.

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Personeninformation

Hans Demmel, geb. 1956, ist Journalist und hat u.a. beim Bayerischen Fernsehen gearbeitet, war US-Korrespondent bei SAT 1, Chefredakteur von VOX und von 2006 bis 2018 Geschäftsführer bei n-tv. Seit 2020 ist er Geschäftsführer bei One Stop. Er lebt in Köln. Friedrich Küppersbusch, geb. 1961, Studium der Journalistik in Dortmund. Nach Stationen bei der WAZ und WDR-Radio Moderation des politischen Magazins »ZAK« beim WDR. Seit 1996 Geschäftsführender Gesellschafter der probono Fernsehproduktion. Er wurde mit dem Grimme-Preis und dem Fernsehpreis Telestar ausgezeichnet. Kolumnen bei der taz, Radio Bremen, RadioEINS und »KüppersbuschTV« bei Youtube. Er lebt in Dortmund.

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