1919

Fiktion
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Buchprofile - Rezension
Herbert Kapfer hat für sein Buch 1919 Ausschnitte aus literarischen Texten der Zeit gesammelt und in einem Buch vereint.
Das Jahr 1919: Ein Wendepunkt in der deutschen Geschichte ist erreicht. Der Erste Weltkrieg ist zu Ende, Soldaten kehren in ihre Heimat zurück, Deutschland steht vor dem radikalen politischen Umbruch. Eine Zeit, die voller interessanter und spannender Schicksale steckt; eine Zeit, die unter die Haut geht, weil sie so vielschichtig und extrem ist. Herbert Kapfer nähert sich in seinem Buch dieser Zeit an. Und er tut es auf eine sehr interessante Weise: Sein Buch ist keine Einheit (wie auch die Zeit um 1919 nicht uniform war), sondern ein vielschichtiges Projekt. Kapfer hat sich an zeitgenössischen Texten bedient, diese zerschnitten, zusammengesetzt und daraus ein Buch gemacht, welches die Zeit um das Jahr 1919 in literarischen Zeugnissen widerspiegelt. Zeitungskommentare haben ebenfalls Eingang ins Buch gefunden wie ein Lustspiel von Karl Polenske oder die Aufnahmen einer unbekannten Fotografin. Alles in allem legt Herbert Kapfer ein spannendes Buch vor, das interessante Einblicke in die Zeit gewährt und gerade durch seine Pluralität die Vielschichtigkeit jener Jahre vermittelt. - Für größere Bestände mit geschichtlich vorgebildeten Leser*innen zur Anschaffung zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

1919. Deutschland unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Aufstände. Räterepubliken. Freikorpskämpfe. Versailler Vertrag. Dolchstoß, politischer Mord, Revanche und Nazismus: Hätte Geschichte anders verlaufen können?Soldaten, Rückkehrer, Revolutionäre, Minister, Freikorpskämpfer, Gymnasiasten, Matrosen, Monarchisten, Vertriebene, Verliebte, ein Vagabund, eine Zeitungsverkäuferin: In ihren Geschichten präsentieren sich die tausendfachen Probleme einer Zeit, die von den Explosionen des Krieges erschüttert und von der katastrophalen Niederlage geprägt ist, von Hunger, Massenelend und Kriegsgewinnlern, von fanatischem Nationalismus und sozialrevolutionären Ideen, von militärischer Gewalt und Fantasien freier Liebe. In 1919 fließen Hunderte von Splittern, Szenen und Handlungsverläufen aus zeitgenössischen Romanen, Berichten und Aufsätzen zusammen. Ein Erzählstrom in 123 Kapiteln, der aus den Ideen und Kämpfen der Zeit schöpft, aus trivialen, völkischen, utopischen, dadaistischen, reaktionären, politischen, literarischen und fotografischen Quellen. Ein Spiel mit historischen Möglichkeiten und literarischen Figuren, imaginierten Geschichten und realen Ereignissen, kollektivem Wahn und individuellen Wirklichkeiten. Eine Fiktion, die extreme Positionen vorführt und die Widersprüche der Weimarer Republik zuspitzt, die von Kaiser Wilhelms Glück und Ende erzählt, von der Bruderschaft der Vagabunden und dem Untergang einer Flotte, von den Träumen der Kunst und der Rückkehr deutscher U-Boote. Ein kühnes, überraschendes, ungeheuerliches Werk wider Geschichtsvergessenheit, Fatalismus und blinden Gehorsam. Ein wegweisendes Buch über ein Weltende, das eine Zukunft war.

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Personeninformation

Herbert Kapfer, 1954 in Ingolstadt geboren, ist Autor und Publizist. Von 1996 bis 2017 leitete er die Abteilung Hörspiel und Medienkunst im BR. 2017 erschienen die Bücher Verborgene Chronik 1915 - 1918 (mit Lisbeth Exner) und die Essaysammlung sounds like hörspiel.
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