Jüdische Familien

Schicksale hinter den Stolpersteinen in Weiden in der Oberpfalz
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Bayern im Buch-Rezension
Die Schicksale jüdischer Familien in Weiden während der NS-Zeit.
Eine schockierende Abhandlung nicht nur über die brutale Vorgehensweise von NS-Behörden und Funktionären, sondern auch über das Desinteresse und bewusste Wegschauen von Nachbarn und "Freunden" bietet das von Christine Ascherl zusammengestellte Buch, das diese erschreckende wie beschämende Haltung am Beispiel der oberpfälzischen Stadt Weiden offenlegt. 1933 lebten im Ort ca. 22.000 Einwohner, darunter ungefähr 200 jüdische Mitbürger in ca. 40 Familien, die als geachtete Bürger und wirtschaftlicher Garant das städtische Leben in Weiden mitgestalteten und prägten - ob als Arzt, Kaufmann oder Fabrikbesitzer. Es gelingt der Autorin, anschaulich darzulegen, wie passiv, interesselos und ungerührt die immer sichtbarer werdende Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Mitbürger von der Bevölkerung hingenommen wurde, wie Aggressivität, Denunziantentum sowie Boykottierung von Einzelpersonen, Familien und Geschäften Existenzen vernichteten und letztlich in absolute Entrechtung mündeten. So wurden z.B. von den ehemals in der Stadt wohnenden Jüdinnen und Juden 56 Männer, Frauen und Kinder in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet, während es den restlichen Familien unter schwierigsten Bedingungen gelang zu emigrieren. An 16 Beispielen zeichnet Ascherl - gestützt auf persönliche Briefe und Fotos von in aller Welt verstreuten Überlebenden, auf wissenschaftliche Untersuchungen sowie Dokumentationen - das Schicksal jüdischer Familien nach, denen damals keinerlei Mitgefühl, Hilfe oder Solidarität entgegengebracht wurde, an die jedoch seit 2022 verlegte Stolpersteine erinnern. - Empfehlenswert, regional verpflichtend!
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Artikelbeschreibung

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Weiden rund 200 Juden in etwa 40 Familien. 1945 war keiner von ihnenübrig. Mindestens 56 Weidener Juden sind im Holocaust ermordet worden. Alle anderen flohen in die ganze Welt. Wer warendiese Menschen? Und was ist aus ihnen geworden? Dieses Buch eröffnet unfassbare Schicksale. Der Weidener Jude Justin Kohner ging als Widerstandskämpfer in die Résistance. Er kam 1945 als Rächer zurück. Die Familienväter Hugo Hutzler und Julius Kahn wurden als "Enemy Aliens" nach Australien verbannt; ihre Frauen und Töchter starben in Vernichtungslagern. Das Buch erzählt auch die Geschichte des kleinen Jungen Daniel Heiman, der 2024 - mit 98 Jahren - ein Paket seiner ermordeten Eltern erhielt. Das vorliegende Buch enthält bislang unveröffentlichte Briefe und Fotos. Erstmalig wird zudem Material aus Archiven aus der ganzen Welt publiziert, das erst jetzt zugänglich wurde.

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