. Band 3

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Bayern im Buch-Rezension
Eine Stadt erforscht akribisch ihre NS-Vergangenheit.
In der Schriftenreihe "Kaufbeuren unterm Hakenkreuz" setzt sich der 3. Band mit den Schicksalen Einzelner bzw. Gruppen und Institutionen auseinander, die durch ihr Verhalten, d.h. durch ihre Zustimmung, Gleichgültigkeit und ihren Widerstand beispielhaft für die Zeit zwischen 1933 und 1945 sind. Durch sorgfältiges Aufspüren neuer schriftlicher Quellen – meist aus privatem Besitz – und deren präzise Einordnung in historische Vorgänge während der NS-Zeit und des 2. Weltkriegs im Kaufbeurer Raum entstand ein beeindruckendes Zeugnis des divergenten und ambivalenten Verhaltens der Bevölkerung, aber auch der schwierigen Aufarbeitung in der Nachkriegszeit und darüber hinaus. Die einzelnen Beiträge "Kirche und Schule, Verfolgung und Widerstand, Zweiter Weltkrieg, Vergangenheitsbewältigung" zeigen detailliert, wie der Zwiespalt zwischen Gewissen und geforderter Pflichterfüllung einzelne Personen, aber auch Gruppierungen bedrückte. So untersucht z.B. ein Beitrag die Rolle der evangelischen Kirche in Kaufbeuren und stellt fest, dass Seelsorge, Jugend- und Vereinsarbeit zwar stattfanden, dass man auch der "Bekennenden Kirche" angehörte, aber sonst kein Engagement gegen den Nationalsozialismus zeigte. Auch die Ausführungen zu Zwangsarbeit und Verbrechen in der Heil- und Pflegeanstalt machen deutlich, dass beides in aller Öffentlichkeit stattfand und kaum Protest hervorrief. Doch es gab auch den Widerstand einer kommunistischen Zelle, die jedoch 1937 zerschlagen und ausgelöscht wurde. Wie diese Gruppe agierte, zeigen 6 Lebensbilder, die zum einen die ganze Brutalität des Regimes, zum anderen auch die fehlende Würdigung der Widerständler thematisieren, die Kaufbeuren durch die Verlegung von Stolpersteinen zu beleben versucht. Selbst Gefallenenanzeigen ordnen sich dem NS-Duktus unter und verzichten auf christliche Formulierungen. Mit detaillierten Hinweisen auf Entnazifizierung, Provenienzforschung und Gleichschaltung der Stadtverwaltung endet die aufschlussreiche Dokumentation.
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Artikelbeschreibung

Andreas WeilederDie evangelische Kirche in Kaufbeuren zur Zeit des NationalsozialismusThomas Riedmiller, Andreas Weileder Im Zwiespalt zwischen Anpassung und Aufbegehren - Ein Schüler am Kaufbeurer Progymnasium zur NS-ZeitVerfolgung und WiderstandCorinna MalekZwangsarbeit in Kaufbeuren - Der Arbeitseinsatz ausländischer Zivilarbeiter, Kriegsgefangener und Häftlinge während des Zweiten WeltkriegsPetra WeberEiner von Vielen - Das Schicksal des polnischen Zwangsarbeiters Stefan SmiglarskiJulia Nadjenka BornPolnische und sowjetische Patienten in der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren in den Jahren 1944 und 1945Petra WeberIm Kampf gegen das NS-Regime - Sechs Lebensbilder aus der kommunistischen Widerstandszelle in Kaufbeuren Zweiter WeltkriegMirjam Burkard"Der Krieg ist nicht und nie christlich, nie moralisch, nie zu rechtfertigen" - Josef Guggenmos zwischen Berufung zum Kreuz Christi und Verpflichtungen unterm HakenkreuzStefan DieterGefallen für den 'Führer'? - Gefallenenanzeigen in der 'Kaufbeurer Zeitung' als Indikator für die Hingabebereitschaft an das NS-RegimeVergangenheitsbewältigungManfred HeerdegenKaufbeurer NSDAP-Funktionäre und kommunale Amtsträger in der Entnazifizierung nach 1945Lisa WagnerHerkunft ungewiss?! - Provenienzforschung im Stadtmuseum KaufbeurenRouven JanneckHans Seibold, Josef Fischer und Josef Kristaller - Städtische Verwaltung, Berufsschule und Gemeinde im Nationalsozialismus

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