Bischof Ulrich. Ein Heiliger aus Augsburg

Bistumspatron, Brunnenheiliger und Retter Augsburgs im Jahr 955. Eine Spurensuche
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Bayern im Buch-Rezension
St. Ulrichs Spuren - vielerorts und immer ein wenig anders.
Der Autor dieses ausgezeichneten Kulturführers begibt sich auf eine intensive Spurensuche in der Stadt Augsburg, ihrem Umland und auch über die Diözesangrenze hinaus. Denn Ulrich, bereits 20 Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen, hat nicht nur Augsburg erfolgreich gegen die Ungarn verteidigt und so das Anrücken des Heeres und damit den Sieg Ottos I. in der Schlacht auf dem Lechfeld (955) ermöglicht, sondern durch sein persönliches Wirken und die bald einsetzende große Verehrung die gesamte Region zwischen Donau und Alpen stark geprägt. Vieles in der Vita des Heiligen bleibt unklar (wie Geburtsdatum und Geburtsort), sicher ist jedoch seine Herkunft aus dem Adelsgeschlecht der Hupaldinger, deren Stammsitz in bzw. um Dillingen belegt ist, dass er im Kloster St. Gallen seine Ausbildung erhielt, in Augsburg als Kämmerer tätig war und dort 923 zum Bischof geweiht wurde. Von da an lassen sich Ulrichs Spuren anhand von Baudenkmälern, Gemälden, Reliefs, Skulpturen, Brücken und Brunnen finden. In Augsburg selbst bekunden zahlreiche Gebäude sowie zahlreiche kleine und große Kunstwerke (z.B. Basilika St. Ulrich und St. Afra, Dom, Dommuseum, Heilig-Geist-Spital, St. Georg) die Bedeutung Ulrichs und geben Auskunft über seine jahrhundertelange Popularität. Ebenso bereiten die historisch bedeutsame Schlacht auf dem Lechfeld sowie die damit verbundenen Fakten, aber auch zahlreiche Legenden den Boden für unzählige Ulrichsdarstellungen - einfache in schlichten Dorfkirchen und künstlerisch anspruchsvolle in imposanten Kirchenbauten (u.a. Neresheim, Steingaden, Seeg). Detailliert, genau und sorgfältig erarbeitet - bereichert durch aussagekräftige Abbildungen - ermöglicht Kluger eine vielseitige Begegnung mit diesem, an Facetten reichen Heiligen. - Nicht nur regional sehr empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Im Jahr 993 wurde Bischof Ulrich von Augsburg (890 - 973) heiliggesprochen - nur 20 Jahre nach seinem Tod in einem für damalige Verhältnisse fast biblischen Alter von mehr als 80 Jahren. Seit seiner Bischofsweihe im Jahr 923 hatte "Udalricus", der Sohn eines Grafen aus dem nahen Wittislingen, das Bistum Augsburg geleitet. Als Bistumspatron und Patron der Stadt Augsburg, als Brunnenheiliger und als Schutzpatron bei Wassergefahren, der Fischer und der Fischhändler war Bischof Ulrich von Augsburg ein ebenso beliebter wie "alltagstauglicher" Heiliger. Dass Ulrich im süddeutschen Sprachraum zu den populärsten Heiligen zählt, beruht aber nicht zuletzt auf einem kriegerischen Ereignis: Der Herr der Bischofsstadt hatte Augsburg im Jahr 955 bei der epochalen Schlacht auf dem Lechfeld gegen das Heer der Ungarn verteidigt. Deshalb wird Ulrich in zahlreichen Kirchen hoch zu Ross in der Ungarnschlacht dargestellt, und deshalb zählt ein Pferd zu seinen Attributen. Einem Fischwunder und Ulrichs Bedeutung für Brunnen und Wasser verdankt der Heilige sein markantestes Attribut, einen Fisch auf seinem Evangelienbuch. Dieser Kulturreiseführer leitet zu Spuren und Darstellungen Bischof Ulrichs: in der Stadt Augsburg sowie in Ulrichskirchen oder an anderen Orten im Lechtal und im Donautal, im Ries, auf der Alb und am Rand der Alpen.

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Personeninformation

Der Augsburger Martin Kluger, Jahrgang 1957, befasst sich seit etlichen Jahren intensiv mit Städte- und Kulturtourismus. Seit dem Jahr 2003 entstanden u.a. mehrere Stadtführer (Augsburg, Nürnberg, Regensburg, Ulm, Donauwörth) sowie Führer zu Reisezielen entlang der Deutschen Donau oder im bayerischen Schwaben. Mehrere Kulturreiseführer leiten zu den Sehenswürdigkeiten und zur Geschichte der Fugger und der Mozarts. Kluger konzipierte außerdem das Fuggereimuseum (2006) und den Weltkriegsbunker in der Fuggerei (2008) in der ältesten Sozialsiedlung der Welt, er war darüber hinaus an der Planung und Gestaltung des Lechmuseums Bayern in Langweid (2008) beteiligt.Martin Kluger setzte sich in mehreren Publikationen mit dem Thema Fugger auseinander. 2009 erschien von ihm der Bildband "Jakob Fugger (1459 - 1525). Sein Leben in Bildern", 2010 das Taschenbuch "Fugger - Italien: Geschäfte, Hochzeiten, Wissen und Kunst - Geschichte einer fruchtbaren Beziehung" sowie 2011 der Bildband "Die Bank der Fugger. Ein glanzvolles Kapitel europäischer Wirtschaftsgeschichte". Zwei umfangreiche Bände befassen sich mit der Geschichte der Fugger, den zahlreichen mit ihrer Geschichte verbundenen Herrschaftsorten, Baudenkmälern und Kunstwerken: Auf der Basis von vier Vorgängerauflagen erschien 2013 das 264 Seiten starke Taschenbuch "Die Fugger in Augsburg: Kaufherrn, Montanunternehmer, Bankiers und Stifter", bereits 2012 wurde "Die Fugger um Augsburg, München und Ulm. Adel, Schlösser und Kirchen" (504 Seiten) herausgegeben. Denkmalführer zu Spuren der Fugger verfasste Martin Kluger mit den Titeln "Die Fuggerei. Ein Führer durch die älteste Sozialsiedlung der Welt" (2009) sowie "St. Thekla Welden" (2012).In englischer Sprache erschien 2014 das von der Regio Augsburg Tourismus GmbH herausgegebene Taschenbuch "Fugger Dynastie in Augsburg. Merchants, Mining Entrepreneurs, Bankers and Benefactors".2011, und bereits im Januar 2013 in zweiter Auflage, erschien von Martin Kluger "Historische Wasserwirtschaft und Wasserkunst in Augsburg", das mittlerweile vergriffene Begleitbuch zur Interessenbekundung der Stadt Augsburg als UNESCO-Welterbe. 2013 verfasste Kluger den vertiefenden Folgeband "Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg. Die historische Augsburger Wasserwirtschaft und ihre Denkmäler im europaweiten Vergleich". Im März 2014 wurde im Kulturpark Rotes Tor die von Kluger konzipierte und vom context verlag gestaltete Ausstellung "Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg" eröffnet. Im Dezember 2015 erschien "Augsburgs historische Wasserwirtschaft. Der Weg zum UNESCO-Welterbe" von Martin Kluger.
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