Münchner Märkte

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Bayern im Buch-Rezension
Ein interessantes Kapitel Münchner Stadtgeschichte.
Am Anfang war der Markt. Mit diesem geborgten wie gewichtigen Satz beginnt das erste Kapitel, bei dem es um nichts Geringeres geht als die Geburtsstunde Münchens. Salz war im 12. Jh. so kostbar wie Gold, das wusste auch der Bayernherzog Heinrich XII., genannt der Löwe, als er im Frühjahr 1156 die Freisinger Isarbrücke zerstörte und den Flussübergang kurzerhand ein paar Meilen flussaufwärts auf sein Gebiet verlagerte. Damit hatte er die Gesamtkontrolle über die wichtige südliche Salzhandelsroute und ihre Zölle. Der Profit seiner räuberischen Aktion überwog den kurzen Ärger mit der Reichsregierung bei weitem, der neue Flussübergang „bei den Mönchen“ wuchs sich rasch zur Handelsmetropole und späteren Residenzstadt der Wittelsbacher aus. Martin Arz, Autor und engagierter Verleger von hochwertiger München-Literatur sowie ein München-Kenner von Rang, hat sich als Thema diesmal den Uranfang, quasi die heimliche Essenz seiner Stadt vorgenommen: die Münchner Märkte. Dies auf nicht mehr als 224 Seiten, doch die haben es in sich. Lesbarer, informativer, auch kurzweiliger kann ein so vielfältiges Thema kaum angeboten werden, dabei solide aufbereitet in seiner Datenfülle und zu keinem Zeitpunkt langweilig. Von den diversen Dulten über die zahlreichen historischen Märkte, Tiermärkte, Lebensmittelmärkte bis zu den Christkindlmärkten und Flohmärkten, nicht zu vergessen der Nachkriegs-Schwarzmarkt. Martin Arz kennt sie alle als Besucher, könnte man meinen. Wie die Magdalenendult in Nymphenburg entstand, weiß er genau, oder was es beim griechischen Markt am Salvatorplatz gab. Auch kaufte er während der Choleraepedemie statt der verdächtigen Kuhmilch lieber auf dem Ziegenmilchmarkt ein, euterwarm, für 16 Pfennig das Glas. Und noch bevor München Bierstadt wurde, wusste er, wo es am Weinmarkt den besten Tropfen vom Chiemsee oder von der Donau gab. Ein gelungener Querschnitt durch ein existenzielles Kapitel Münchner Stadtgeschichte, der zudem auch noch großartig bebildert ist.
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Artikelbeschreibung

Vier dauerhafte Freiluft-Lebensmittelmärkte hat München zu bieten. Den größten davon, übrigens der größte seiner Art in ganz Deutschland, den Viktualienmarkt, kennt jedes Kind. Ein Bummel durch die vielen Buden und Stände gehört für Einheimische und Touristen einfach dazu. Aber auch die anderen Märkte - Elisabeth-, Wiener- und Pasinger Viktualienmarkt - werden von Anwohnern und Gästen heiß geliebt. Sie sind ein Stück Münchner Lebensqualität. Genauso wie die weiteren Märkte: die Auer Dult zum Beispiel, die Wochenmärkte in den Stadtvierteln, die festen Flohmärkte und natürlich die Weihnachtsmärkte. Martin Arz führt uns in seinem Buch »Münchner Märkte« in die Geschichte und die Gegenwart dieser Institutionen. Und er erinnert auch an Vergangenes, wie beispielsweise den Pferdemarkt, der bis vor wenigen Jahren regelmäßig stattfand.

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