Zeppelinpost

Roman
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Bayern im Buch-Rezension
Spannender Roman über einen Kriminalfall zu Zeiten der großen Zeppeline.
Deutschland in den 30er Jahren. Die großen Zeppeline sind die spektakulären Luftschiffe, die Deutschland mit der Neuen Welt verbinden. In München trauert der junge Carl Dürrnheimer der hübschen Burgl nach, die seine Liebe nie erwidert und in den schwierigen Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg in Brasilien ein neues Leben angefangen hat. Zwischen beiden kommt es zu einem Briefwechsel, der der Schnelligkeit halber per Zeppelin erfolgt. Um sein miserables Leben vor der immer noch großen Liebe zu verheimlichen, erschafft Carl eine fiktive Freundin. Mit geschickten Bildmontagen und getürkten Briefen macht er Burgl glauben, dass Therese wirklich existiert. Als Burgls Leben in Übersee scheitert und sie entscheidet, nach Deutschland zurückzukehre, muss sich Carl entscheiden: Soll er Burgl die Wahrheit sagen und damit riskieren, dass er sie für immer verliert? Carl entscheidet sich, Therese "verschwinden" zu lassen. Während Burgl in Deutschland Zugang zu den Nationalsozialisten findet, traut sich Carl, ihr seine Liebe zu gestehen. Dann wird eine Frauenleiche gefunden, die der fiktiven Therese äußerst ähnelt. Und nicht nur die Polizei glaubt, dass Carl ein scheußliches Verbrechen begangen hat. - Für seinen neuesten Roman hat Florian Sherzer akribisch recherchiert. Zwar ist sein Buch reine Fiktion. Doch die historischen Verhältnisse sind so authentisch (Scherzer hat sogar die realen Fahrpläne der Zeppeline gefunden) dargestellt, dass der Roman sich wie eine reale Biographie liest. Und eine überaus spannende dazu. Echt lesenswert!
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Artikelbeschreibung

Als WhatsApp noch Zeppelinpost hieß.

München 1931. Carl Dürrnheimer führt ein ereignisloses Leben zwischen Arbeit und seiner vermüllten Wohnung. Eines Tages ändert sich alles. Er bekommt einen ungewöhnlichen Brief aus Brasilien. Von einer Jugendfreundin, die in den Wirren der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg plötzlich nach Südamerika verschwand. Seine erste, unerwiderte Liebe. Das wilde, von allen begehrte Mädchen das Viertels. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Art frühe WhatsApp-Konversation. Ein Briefaustausch von Kontinent zu Kontinent auf dem damals schnellstmöglichen Weg: per Luftschiff 'Graf Zeppelin'. In nur drei Tagen von Deutschland nach Brasilien.

Carl Dürrnheimer schämt sich für sein trauriges, ödes Dasein und konstruiert sich ein neues, virtuelles Leben, von dem er nach Brasilien schreibt. Aufregend, ereignisreich, voller Freunde aus dem Künstlermillieu. Negroni trinkend und feiernd. Erfolgreich in seinem tollen Job, erfolgreich im Liebesleben. Das genaue Gegenteil seines echten Alltags. Schließlich erfindet er sich eine aufregende Geliebte, mit der er zunächst seine brasilianische Brieffreundin nur neidisch machen will. Aber sein Phantasiekonstrukt Therese gelingt im so gut, dass es zum zentralen Punkt seines Lebens und zu seiner großen Liebe wird. Dürrnheimer weiß, dass die Briefe nach Brasilien die einzige Möglichkeit sind, seine Freundin leben zu lassen ...
Ein Roman in Briefen, der sich rasant zu einem überraschenden Kriminalfall entwickelt.

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Personeninformation

Mit seinem Nicht-Heimatroman »Neubayern« legte Florian Scherzer im Jahr 2017 ein aufsehenerregendes Romandebüt hin, dem die Süddeutschen Zeitung eine ganze Seite und das österreichische Literaturmagazin Volltext sogar drei Seiten widmete. Scherzer ist gelernter Grafiker und arbeitet als Creative Director in der Kommunikationsbranche. Er stammt aus Dachau und lebt heute nach Stationen in Israel, Paris und Hamburg mit seiner Familie in München. Zum Schreiben kam er, als er eines Tages beim Ausmisten den 'Roman', den er mit hochpubertären sechzehn Jahren geschrieben hatte, wiederfand, mit Schamesröte im Gesicht las, sich dachte: »Das kannst du doch eigentlich besser.« q.e.d.
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