Die Marsianerin

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Buchprofile - Rezension
Im späten 19. Jh. wird eine Frau aufgrund ihres ungewöhnlichen Aussehens zur Sensation auf Jahrmärkten.
Der siebenjährige August Böck kommt gemeinsam mit zwei anderen Kindern zum Schausteller Konstantinescu, genannt "der Hunne". Dieser hat aus gestohlenen Tierpräparaten und Schrumpfköpfen eine "Südsee-Schau" – begleitet von Auftritten einer Tänzerin, genannt "die Eidechse" – zusammengestellt, mit der sie erfolgreich über die Jahrmärkte touren. Nach einigen Jahren lässt das Interesse nach, der Hunne ist mittlerweile gestorben, und August lebt nun allein mit der Eidechse im alten Wohnwagen. Als August eines Tages von anderen Schaustellerkindern beleidigt wird, gerät er in Wut und zündet den Wohnwagen an. August flieht – die Eidechse hält er für tot. Er trifft auf eine Pilgergruppe, eine Nonne in Begleitung mehrerer entstellter, ungewöhnlich aussehender Menschen, die sie "Kleinseelige" nennt. August erkennt in ihnen das Potenzial für eine neue Sensation. Besonders fasziniert ist er von einer Frau mit einem einzigartigen Gesicht, das ihn gleichzeitig abstößt und fesselt – Magdalena. Er bietet Magdalena eine Zusammenarbeit an. Unter dem Titel "Das Schattenmädchen vom Mars" entwickelt er eine neue Jahrmarktschau. August gibt Magdalena völlige gestalterische Freiheit und diese nutzt die Rolle, um sich neu zu erfinden. Sie entwirft eine eigene "Marssprache" und ein fantasievolles "marsianisches Kabinett". Das Publikum ist begeistert. Zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt Magdalena Anerkennung, Interesse und ein Gefühl von Glück. – Florian Scherzer thematisiert in seinem Roman auf eindrucksvolle Weise Akzeptanz, Vorurteile, Ausgrenzung, Toleranz und den gesellschaftlichen Umgang mit Anderssein und Vielfalt. Zugleich entwirft er ein atmosphärisch dichtes Bild der rauen Welt der Jahrmärkte und Schausteller. Mit viel Einfallsreichtum, feinem Gespür für das Absonderliche und einer Prise skurrilen Humors erzählt Scherzer eine berührende Geschichte mit überraschenden Wendungen und einer zutiefst menschlichen Hauptfigur. Für Liebhaber außergewöhnlicher Romane sehr empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Mit »Die Marsianerin« hat Florian Scherzer einen Roman geschaffen, der uns wie eine neue Netflix-Lieblingsserie in Bann schlägt. Das Buch ist ein spannender historischer Roman mit aktuellem Bezug. Es handelt von Menschen, die anders sind als die Mehrheitsgesellschaft. Von ihren Schicksalen, von ihrem Kampf um Akzeptanz und der Unfähigkeit ihrer Mitmenschen, mit ihnen auf normale und gleichberechtigte Weise umzugehen. Ende des 19. Jh. ist das Leben für Menschen, die anders aussehen, hart. Auch für Magdalena, die mit ihrer außergewöhnlichen Physiognomie schließlich als Kirmesattraktion bei einem Schausteller landet, der sie als »Marsianerin« vermarktet - und er gibt ihr freie Hand, ihre Show zu gestalten. Magdalena entwickelt ein Aufsehen erregendes 'Marsianisches Cabinett' und erfindet sogar eine Marssprache. Die Menschen stehen Schlange und Magdalena ist das erste Mal in ihrem Leben nicht mehr unglücklich ... »Die Marsianerin« ist eine aufregende, fesselnde, merkwürdige und berührende Geschichte mit einer sehr überraschenden Wendung.

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