Jims Roman

Roman
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Buchprofile - Rezension
Feinsinnig porträtierte interessante Lebensentwürfe einer aus dem gesellschaftlichen Rahmen fallenden Familie im französischen Jura.
In der Alltagssprache des Protagonisten Aymeric wird die Lebenswelt des französischen Jura beschrieben. Er hat es nicht bis zum Akademiker geschafft, weil es ihm an Ehrgeiz mangelte. Umso mehr interessiert er sich für sein soziales Umfeld, die Welt der Zeitarbeiter und kleinen Leute. Freiheit und Ungebundenheit ist sein Credo. Vertrauen setzt er in einen Kumpel, was ihm eine Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren einbringt. Danach bezeichnet er sein Leben wegen Eintönigkeit als Drama, welches er beendet, indem er sich mit der schwangeren, 15 Jahre älteren Krankenschwester Florence zusammentut. In den letzten Monaten der Schwangerschaft erleben sie eine enge Vertrautheit, mit Sex, Austausch ihrer Interessen, Jugenderfahrungen mit Rockmusik und das gemeinsame Erlebnis der Geburt von Jim. Facettenreich beschreibt der Autor den Fortgang, der geprägt ist von der innigen Liebe zwischen Ziehvater und Sohn. Sein Glück beflügelt Aymeric, lässt ihn reifen. Jims Existenz schenkt seinem Leben Sinn. Vor dieser Liebe verblassen Egoismen, Aymeric tut alles für "seinen Sohn". Präzise beschreibt Bailly die Konflikte nach dem Auftauchen von Jims leiblichem Vater Christophe, der Florence für sich einnimmt. Beide betrügen Aymeric und Jim durch gewaltsames Unterbinden des Kontaktes. Sinnkrise und Depressionen werden nach 13 Jahren endlich aktiv durch Ehrlichkeit und Kommunikation beendet. - Pierric Bailly verarbeitet autobiografische Erfahrungen, z.B. ohne leiblichen Elternteil aufzuwachsen. Eindringlich schildert er die Prägung durch die engsten Menschen, Einwirkung von Krankheit und Sucht und Rettung durch Hingebung an Menschen, die Natur und handwerkliche Tätigkeiten. Ein Meisterwerk, allen Büchereien zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Frankreich, ein abgeschiedenes Gebirgsdorf: Der künstlerisch veranlagte, aber sich als Zeitarbeiter verdingende Aymeric verliebt sich in Florence. Sie ist fünfzehn Jahre älter als er und nach einer Affäre hochschwanger. Kaum auf der Welt, wird der kleine Jim für Aymeric zum Lebensmittelpunkt, zur Kraftquelle des Glücks. Jahre später jedoch taucht der leibliche Vater, Christophe, auf - er hat Ehefrau und Kinder bei einem Unfall verloren. Florence entscheidet sich für Christophe, drängt Aymeric zurück und verhindert durch geschicktes Lügen jeglichen Kontakt zu Jim. Dieser sucht Jahre später seinen einst geliebten Stiefvater auf. Aymeric muss sich entscheiden, ob er die Wahrheit über den für beide so schmerzlichen Bruch aufdecken und die Mutter entlarven will ... Pierric Bailly führt uns in die Lebenswelten des Jura, seine Dörfer und Städte, in die kaum porträtierte Realität von Zeitarbeitern, die sich nicht mehr mit der traditionellen Arbeiterklasse identifizieren. Mit seiner dem Milieu abgelauschten Sprache und emotionaler Tiefenschärfe lässt er uns die innersten Prozesse seiner Figuren miterleben und zeichnet ein ergreifendes Bild der französischen Provinz. »Ein Meisterwerk«, wie Frankreichs Presse einstimmig diesen Roman feiert.

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