Der Wurm

Eine kleine Geschichte. Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine alte Frau muss sich den Gespenstern ihrer Vergangenheit stellen.
Martha ist 87 Jahre alt, als sie auf den verlassenen Hof ihrer Kindheit in den Bergen zurückkehrt. Sie sucht den Ort auf, um zu sterben. Seit dem Tod ihres Mannes vor einem Jahr wird sie vermehrt von ihren Dämonen heimgesucht. Sie erinnert sich an den Tod ihrer drei Brüder im Zweiten Weltkrieg, für den sie sich verantwortlich fühlt. Die Jungen hatten sich versteckt, um der Einberufung zu entgehen. Martha glaubt, die Verfolger zum Versteck der Brüder geführt zu haben. Neben der Schuld, die sie drückt, beobachtet sie in ihrem Dorf eine wachsende Fremdenfeindlichkeit. Kürzlich hat sie miterlebt, wie einem Jungen eine Kette mit Davidstern vom Hals gerissen wurde und antisemitische Parolen gebrüllt wurden. Mit Schrecken denkt sie an eine Frau zurück, die damals als Jüdin beschimpft und abtransportiert worden ist. Antisemitismus und Fremdenhass vergleicht Martha mit einem braunen Wurm, der in die Köpfe der Menschen kriecht und ihnen ihre Menschlichkeit raubt. Auf dem Hof trifft sie auf einen jungen Mann, der ihrem verstorbenen Lieblingsbruder Luis aufs Haar gleicht. Er möchte Antworten von Martha. Warum galt sie jahrzehntelang als tot, warum ist sie nach dem Krieg nicht zurückgekehrt? – Die alte Frau, die sich den Tod wünscht, muss sich erneut dem Leben stellen. Die Geschichte, vor allem ihre Sprache, entfaltet auf 150 Seiten eine emotionale Wucht. Wenn Martha als kleines Mädchen nachts in den Bergen unterwegs ist und über sich den Sternenhimmel sieht, wird ihre Verlorenheit als Individuum, aber auch ihre Verbundenheit mit der Schöpfung überdeutlich. Der Text ist kraftvoll und karg, zart und poetisch zugleich. Ganz große Empfehlung für diese kleine Geschichte, ein Aufruf zur Toleranz und ein starkes "Nie wieder ist jetzt!"
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Artikelbeschreibung

Die stumme Martha kehrt als alte Frau auf den verfallenden Berghof ihrer Familie zurück. Es ist eine Flucht vor der Welt: Denn schon wieder kriecht jener braune 'Wurm' ins Tal, der in ihrer Kindheit so viel Leid auf den Berg gebracht hat. Sie will nicht noch einmal erleben, wie sich dieser Parasit in den Köpfen der Menschen einnistet und sie zu unvorstellbaren Taten treibt. Und so hört sie mit dem Essen auf, wie sie im Krieg mit dem Sprechen aufgehört hat. Doch die Welt, der sie entfliehen will, stöbert Martha in ihrem Mauseloch auf. Und nie verheilte Wunden müssen wieder aufreißen, damit schmerzhafte Geheimnisse endlich ans Licht kommen können ...'Eine kleine Geschichte über die Menschlichkeit in Zeiten der Entmenschung, die unaufhaltsam ihre Wucht entfaltet.'

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