Wir hatten Glück, noch am Leben zu sein

Entkommen aus Bergen-Belsen
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Buchprofile - Rezension
Eindringliche Erinnerungen einer 1930 in Berlin geborenen Jüdin an ihre lange und schwierige Flucht vor den Nazis.
Die Holocaust-Überlebende Irene Hasenberg Butter erinnert sich in dieser zutiefst persönlichen Schilderung an ihr Leben und das ihrer Familie im vom nationalsozialistischen Terror bestimmten Deutschland, an die Flucht nach Amsterdam, den Lageralltag in Westerbork, die katastrophale Situation im KZ Bergen-Belsen und an ihre Rettung. Als Irene Hasenberg 1930 in Berlin in einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren, glücklich und umsorgt aufgewachsen, erlebt sie nach der Machtübernahme durch die Nazis Ausgrenzung und Verfolgung, die letztlich die Familie 1937 zur Auswanderung nach Amsterdam zwingen, wo sie sich bald heimisch fühlt. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Niederlande (1940) wiederholt sich dasselbe Szenarium wie vorher in Berlin. Zudem beginnen ab 1942 Deportationen ins Durchgangslager Westerbork, von wo aus der Weitertransport nach Auschwitz bzw. Sobibor erfolgt. Aufgrund von noch in Amsterdam erlangten ecuadorianischen Pässen entgeht die Familie dem todbringenden Schicksal und gelangt als sog. "Austauschjuden" für im Ausland internierte Deutsche ins KZ Bergen-Belsen, wo es zwar keine Gaskammern gibt, aber Zehntausende an Hunger, Terror, Entkräftung und Seuchen sterben. Doch im Januar 1945 dürfen "gesunde" Passbesitzer ausreisen, darunter auch die eine gute Gesundheit vortäuschende Familie Hasenberg. Nach der viertägigen Fahrt in die Schweiz (Tod des Vaters, Krankenhausaufenthalt von Mutter und Bruder) und einem Aufenthalt in einem algerischen Flüchtlingslager beginnt Irene Hasenberg am 25.12.1945 ihr neues Leben in den USA. Angst, Ungewissheit und enttäuschte Hoffnungen, die den Alltag bestimmen, schildert die Autorin so authentisch, dass man sich in das Geschehen eingebunden fühlt und tief bewegt ist. - Ein aufrüttelndes Buch, das in keiner Bücherei fehlen sollte.
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Artikelbeschreibung

1930 kommt Irene Hasenberg in Berlin zur Welt, geliebt und wohlbehütet zunächst. Doch bald wird alles anders: Der Vater John verliert als Jude seine Anstellung und wandert mit der Familie in die Niederlande aus. Die Großeltern müssen zurückbleiben, Irene und ihr Bruder Werner sich an die neue Umgebung gewöhnen. Zu ihren Amsterdamer Bekannten gehört Anne Frank. Auch hier sind sie vor den Nazis nicht sicher. Einer ersten Verhaftungswelle entkommen sie gerade noch. Doch wenige Monate später bringt auch sie ein Viehwaggon ins Durchgangslager Westerbork. Von dort wer den sie nach BergenBelsen deportiert, wo sie Anne Frank wiederbegegnen. Irene sorgt sich um die Eltern, erleidet Hunger und Schikanen. Gemeinsam überstehen die Hasenbergs auch diese scheinbar ausweglose Lage und können das Konzentrationslager verlassen. Doch der Weg in die Freiheit ist noch weit. In »Wir hatten Glück, noch am Leben zu sein«, einfühlsam übersetzt von Uda Strätling, beschreibt eine Überlebende des Holocaust den großen Zusammenhalt ihrer Familie, der sie dieses einzigartige Schicksal überstehen ließ.

Produktsicherheit

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Personeninformation

geboren 1930 in Berlin, lebt seit 1945 in den USA, heute in Ann Arbor, Michigan. Als Überlebende des Holocaust engagiert sie sich dafür, die Erinnerung an die Shoa wachzuhalten. Sie ist Mitbegründerin von Zeitouna, einer Friedensorganisation jüdischer und arabischer Frauen, sowie der Raoul Wallenberg-Stiftung, die Stipendien und einen jährlichen Preis für Friedensaktivisten vergibt. Jahrgang 1954, verlebte ihre Kindheit und Jugend in den USA, Osteuropa und Afrika und kehrte erst zum Studium der Publizistik und Germanistik an der LMU München nach Deutschland zurück. Heute lebt sie in Hamburg und übersetzt seit gut zwanzig Jahren englischsprachige Literatur und Lyrik, darunter Werke von Teju Cole, Claudia Rankine, Marilynne Robinson u. a.

Pressestimmen

»Mit diesem Buch hat Irene der Welt eine zutiefst persönliche Schilderung dessen vermacht, was ihre Familie durchleben musste. Sie macht damit spürbar, was die schrecklichen Verluste des Holocaust nicht nur in der damaligen Zeit, sondern auch heute noch bedeuten.« Jan Jarboe Russell

Bewertungen

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