Das armenische Tor

Band 760
Roman
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Buchprofile - Rezension
Sehr gelungene, spannende Mischung aus einer fiktiven Kriminalstory und einem höchst aktuellen Bezug zu ethnisch-religiösen Konflikten.
Eigentlich einem gemächlichen Ruhestand nahe, nimmt sich Rechtsanwalt Schlüter zweier Fälle an, die es in sich haben. Nach einer Veranstaltung türkischer Völkermordleugner wird die dort um Richtigstellung bemühte und damit einen Tumult auslösende Armenierin Anahid auf dem Heimweg von mehreren Männern vergewaltigt. Zeitgleich wird ein Unbekannter ermordet aufgefunden, in der Hosentasche ein zerrissener Zettel mit einer Liste armenischer Namen, türkischer Orte und der Quittung eines Cafés in der iranischen Stadt Täbriz. Wer war der Tote, was wollte er von Schlüter, und haben die beiden Fälle miteinander zu tun? Mit der Hilfe von Anahid macht sich Schlüter auf nach Täbriz, und findet sich - wie die Leserschaft - mittendrin in der tragischen Geschichte des bis heute schwelenden Hasses zwischen Armeniern, Türken und Aserbeidschanern, der immer wieder aufflammt und geschürt wird, und zu Unruhen, Morden und Krieg führt. - Sehr gut recherchiert, mit vielen Bezügen zu realen Vorkommnissen (u.a. widerrechtliche Annexion von Vermögen Verstorbener, Abschiebung in völlig fremde "Heimatländer", Schändung religiöser Stätten und Aufruhr von religiösen (?!) Fanatikern); eine spannende Story, die mit "Kriminalroman" nur sehr unzureichend charakterisiert ist. Für Leser/-innen mit Geschichtsbewusstsein und mehr Anspruch als das Genre üblicherweise zu bieten hat.
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Artikelbeschreibung

Aufrüttelnd, bedrückend, lehrreich - ein faszinierender KriminalromanGleich zwei Ereignisse bescheren Rechtsanwalt Peter Schlüter unruhige Nächte: Nach einer Veranstaltung türkischer Völkermordleugner wird die Armenierin Anahid Bedrosian vergewaltigt. Außerdem ruft ein Unbekannter in Schlüters Kanzlei an und bittet um ein Gespräch. Doch auf dem Weg dorthin wird der Anrufer ermordet. In den Taschen des Toten steckt eine Liste mit armenischen Namen und türkischen Orten sowie die Quittung eines Cafés im Iran. Wer war das Opfer? Schlüter sieht sich mit einem Fall konfrontiert, der die dunkle Geschichte der Türkei aufwirbelt. Der Völkermord an den Armeniern vor über hundert Jahren wirft lange Schatten.

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Personeninformation

Wilfried Eggers studierte Rechtswissenschaften und skandinavische Sprachen in Kiel. Verheiratet, drei Kinder, überzeugter Moorbewohner. Er ist als selbstständiger Notar und Rechtsanwalt tätig und hat so Einblick in das gesamte Spektrum des prallen Lebens - vom platt gefahrenen Huhn bis zur Aktiengesellschaft.www.wilfried-eggers.de
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