Warum der stille Salvatore eine Rede hielt

Roman aus einem fiktiven Bürgerkrieg
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Buchprofile - Rezension
Reden in Zeiten des Krieges: Michael Wäsers Roman über einen Volkshelden wider Willen.
Ein gestrandeter, bereits verendeter Pottwal explodiert auf einem Sattelschlepper und begräbt den rollerfahrenden Salvatore Krig unter sich. Ein Frisbee mit einer chemischen Waffe wird von einer Agentin in eine Versammlung geschleudert. Mit diesem doppelten furiosen Beginn hat Michael Wäsers Roman die Lesenden gleich auf seiner Seite. Und sie werden auch mit weiteren Kapiteln belohnt, in denen spannend erzählt wird, wie und in welchen Milieus diese Personen, Einzelgänger und Abenteurer auf je eigene Weise, miteinander vernetzt sind. Es herrscht Krieg, und in dem fiktiven Staat Bovnik gerät Salvatore auf einmal zwischen die Fronten von Bürgerkriegsparteien und Soldaten, Agenten und Adventisten. Das erinnert an die Kriege im Balkan und wird – das ist überhaupt ein Merkmal der Bücher von Wäser – grotesk erzählt, geradezu schrill, mit bunten Wendungen und Drehungen im Plot, bei dem man allerdings manchmal den Faden zu verlieren droht. Salvatore ist aber eine gut getroffene Hauptfigur: ein menschenscheuer Typ und Held wider Willen, der sich im Brennpunkt der Aufmerksamkeit von geheimen und staatlichen Organisationen bewähren muss. Und ein Selbstretter, der sich in seinem Nachnamen vom „Krieg“ abgrenzt und immer wieder die Frage nach Hoffnung und Vertrauen, nach dem Weiterleben mit geistiger Widerstandskraft und physischen Einschränkungen stellt. Lohnende Lektüre.
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Artikelbeschreibung

Mit diesem Roman hat Michael Wäser zugleich eine Tragikomödie, einen Thriller, ein politisches Horrorszenario, die Liebesgeschichte mindestens eines Außenseiters geschrieben - und wie bei allen seinen (bislang drei) Romanen ist das Buch überbordend bevölkert von schrillen und abgründigen Charakteren: Der neue Roman des Autors von »Familie Fisch macht Urlaub«, »In uns ist Licht« und »Das Wunder von Runxendorf« (siehe ganz links) ist eine packende Groteske über den Krieg in der Welt, und sein an sich höchst schweigsamer Held ist ein zeitgenössischer Simplicissimus. Alles klar, alles durchdacht, alles totaler Wahnsinn und warum? Weil die ganze Welt wahnsinnig geworden war, besonders hier in Bovnik.Durch einen spektakulären Unfall wird der Einzelgänger Salvatore mitten im Krieg (der einen unter anderem an die 1990er Jahre erinnern muß) berühmt. Freund und Feind reißen sich plötzlich um den Unauffälligen. Aber wem von allen neuen kann er wirklich vertrauen - dem blauen Kameraden, den depressiven Adventisten oder der schönen, aber chronisch übermüdeten Unbekannten?Als der Pottwal neben ihm explodierte, wechselte Salvatore Krig auf seinem Motorroller gerade vom zweiten in den dritten Gang. Überraschenderweise stand die Explosion in keinem direkten Zusammenhang mit der bestehenden politischen Situation in Bovnik, sondern bildete den ab einem gewissen Zeitpunkt zwar vorhersehbaren, aber dennoch unerwarteten Höhepunkt einer Kette von Ereignissen, mit denen Salvatore, außer dass sie sein Leben beendeten, nicht das Geringste zu tun hatte.

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Personeninformation

Michael Wäser wurde 1964 im Saarland geboren, war als Schauspieler an verschiedenen deutschen Staatstheatern tätig. Er ist Mit-Organisator der Pankower Lesebühne So noch nie in Berlin, wo er heute als Schriftsteller lebt.Mehr über den Autor Michael Wäser auf seinem eigenen Blog www.konsonaut.wordpress.com und bei literaturport.de sowie unter unseren Veranstaltungshinweisen, siehe folgende Seiten:
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