
Artikelbeschreibung
Ein fundierter Einblick in die Texte Kunderas / persönliche Erinnerungen seines Lektors und Freundes Wolfgang Matz»Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins« - ein Welterfolg und mit dem braven Soldaten Schwejk wohl der berühmteste Roman der tschechischen Literatur. Trotzdem ist Milan Kundera einer der großen Unbekannten der Weltliteratur: Seit Jahrzehnten trat er nirgends auf, machte keine Lesungen, gab keine Interviews, und diese Verweigerung des Literaturbetriebs war natürlich erst recht Anstoß für Legenden aller Art. Die Tatsachen sind bekannt: Als einer der Protagonisten des Prager Frühlings bekam er nach der russischen Invasion 1968 Publikationsverbot, emigrierte 1975 mit seiner Frau Vera nach Paris und wurde dort zum französischen Schriftsteller. Ein Hedonist in der Falle einer zutiefst politisierten Welt, so nannte er sich selbst, und wer ihn nur als politischen Schriftsteller las, der übersah allzu schnell seine andere Seite als Romancier des »Lachens und Vergessens«.Wolfgang Matz hat Kundera über Jahre begleitet, als Leser, Lektor, Freund. Aus dieser Nähe zeichnet er ein Porträt des Autors und Menschen; erinnert an die großen Werke vom »Buch der lächerlichen Liebe« bis zum »Fest der Bedeutungslosigkeit«, erinnert sich an Begegnungen, Spaziergänge und Gespräche mitten in Paris, das nach Prag zur zweiten Stadt seines Lebens wurde: die Wiederbegegnung mit einem Jahrhundertautor.
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Personeninformation
Wolfgang Matz, geb. 1955, lebte von 1987 bis 1995 in Poitiers (Frankreich), wo er am Institut für deutsche Sprache und Literatur lehrte und als Literaturübersetzer tätig war; von 1995 bis 2020 arbeitete er als Verlagslektor in München. Als Übersetzer französischer Prosa und Lyrik wurde er mit dem Paul Celan- und dem Petrarca-Preis ausgezeichnet. 2024 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.Veröffentlichungen u. a.: Rudolf Borchardt. Der verlorene Posten (2023); 1857. Flaubert, Baudelaire, Stifter: Die Entdeckung der modernen Literatur (2021); Frankreich gegen Frankreich. Die Schriftsteller zwischen Literatur und Ideologie (2017); Adalbert Stifter oder Diese fürchterliche Wendung der Dinge (2016); Die Kunst des Ehebruchs. Emma, Anna, Effi und ihre Männer (2014); Eine Kugel im Leibe. Walter Benjamin und Rudolf Borchardt: Judentum und deutsche Poesie (2011).
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