Schiffbruch vor Lampedusa

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Buchprofile - Rezension
Eindringlicher Bericht über Leben und Sterben von Flüchtlingen auf Lampedusa.
Dieses Buch ist vieles: ein erzählendes Sachbuch ebenso wie ein autobiografisch geprägter Roman. Davide Enia erzählt, wie er ganz persönlich die Situation auf der italienischen Insel Lampedusa erlebt, auf der seit vielen Jahren beinahe tagtäglich Flüchtlinge anlanden, die auf dem Weg über das Mittelmeer Leib und Leben aufs Spiel gesetzt haben. Enia berichtet von seinen eigenen Eindrücken auf der Insel, vor allen Dingen aber lässt er andere zu Wort kommen: Bewohner Lampedusas, Rettungstaucher, Fischer und Flüchtlinge selber. So gibt er Not und Grauen der Flucht ein ganz persönliches Gesicht. In die Berichte und Erzählungen über die Fluchterlebnisse webt der Autor ganz persönliche Erlebnisse ein, sein Konflikt mit dem schweigsamen Vater ebenso wie das langsame Sterben seines geliebten Onkels. Am Ende steht Hoffnung. Denn der Name Lampedusa steht für den Widerstand, mit dem der Felsen dem Meer trotzt ebenso wie für das hoffnungsvolle Licht, das "Lampas", die Fackel verheißt. - Der italienischen Dramatiker beleuchtet das Thema Flucht aus verschiedenen, jeweils persönlichen Blickwinkeln und gibt so zahlreiche Denkanstöße zur Auseinandersetzung mit dem nach wie vor sehr aktuellen Thema Flucht. - Gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Ein eindringlicher Text über die Insel Lampedusa, über ihre Bewohner und über Menschen, die dort Rettung suchen - ein großes Zeugnis von Humanität.'Das Baby ist winzig, die Mutter selbst noch ein halbes Kind. Sie sind da, fünf Meter von mir entfernt. Und direkt vor mir gehen drei Mann gleichzeitig unter. Wen soll ich also retten? Zu wem soll ich hin? Was tun? Rechnen - das ist alles, was man in so einer Situation tun kann. Mathematik. Drei sind mehr als zwei. Drei Leben sind ein Leben mehr.'Davide Enia ist nach Lampedusa gefahren, um sich selbst ein Bild von der Insel zu machen, die in den Medien zum Sinnbild für die Flüchtlingskrise geworden ist. Seine Gespräche mit Rettungshelfern, Freunden und Fischern, aber auch seine persönlichen Eindrücke bei Rettungsaktionen und 'Anlandungen' verwebt er zu einer unglaublich dichten und ergreifenden Erzählung. Lampedusa ist dabei ein Mikrokosmos, in dem die Folgen von Migration, Flucht und Grenzen unmittelbar spürbar sind. Gleichzeitig erinnert Enia sich an magische Sommer an der sizilianischen Küste und seine früheren Urlaube auf der Insel, und versucht, die Unschuld dieser Zeit wieder heraufzubeschwören.Enias Tage auf Lampedusa werden begleitet von seiner Sorge um den krebskranken Onkel und der Notwendigkeit, sich mit dessen nahenden Tod auseinanderzusetzen. Dieser sehr persönliche Schmerz über den drohenden Verlust lässt erahnen, was die große Katastrophe vor den europäischen Küsten für die Tausenden, die ihr Leben im Mittelmeer verlieren, und ihre Familien bedeuten muss. So macht Enia das Unfassbare fassbar.Die Schönheit des Mittelmeers und der Natur werden ebenso sichtbar wie die menschlichen Tragödien, die dort zum Alltag geworden sind.

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Pressestimmen

»Sein Gewicht verdankt Enias Buch den Menschen von Lampedusa, Bleibenden wie Durchreisenden aller Art.« (Ursula Scheer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2019) »Davide Enia verwebt geschickt zwei Erzählflüsse zu einer grossen Geschichte, so poetisch wie brutal, mithilfe der tröstenden Kraft der Literatur« (Gina Bucher, NZZ Bücher am Sonntag, 31.03.2019) »Das sind so genaue Beobachtungen, dass man das auch sehr gern liest.« (Julian Schütt, SRF 2 Kultur, 23.05.2019) »Es ist ein Buch, das den Leser auf ungewöhnliche Weise packt.« (Cornelia Geißler, Berliner Zeitung, 14.06.2019) »Gut, dass es dieses Buch gibt, denn wenn die Medienwelt wieder abtaucht, wird es als literarisches Denkmal bestehen.« (BÜCHERmagazin, August/September 2019) »Davide Enia beschränkt sich auf die Darstellung von Schicksalen. Und erzielt so eine große Wirkung.« (Christoph Diering, Schwäbische Zeitung, 01.08.2019) »ein literarischer Essay, verfasst mit Wucht, mit Wut, Hingabe und Reflexion« (Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel, 04.08.2019) »Ein bemerkenswertes, aufrichtiges Stück Literatur, Reportage und Erzählung in einem.« (kommbuch.com, März 2019) »Ein beeindruckendes Buch, das einen nicht mit Resignation und Wut zurücklässt, sondern Mut macht.« (P.S., 21.06.2019) »Die Lektüre geht unter die Haut, aber sie bereichert auch, führt die Gedanken in die Tiefe, wo sie sonst an der Oberfläche bleiben.« (Cornelia Geißler, Frankfurter Rundschau, 18.06.2019) »Ein aufwühlendes Stück Gegenwartsliteratur (...). Ausgezeichnet und empfehlenswert.« (Regine Mitternacht, ekz.bibliotheksservice, 23.04.2019) »Man kann Schiffbruch vor Lampedusa nicht lesen, ohne ergriffen und beschämt zu sein.« (Marius Müller, www.buch-haltung.com, 17.05.2019)
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