Rilke. Der ferne Magier

Eine Biographie
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Buchprofile - Rezension
Detaillierte, aber gut lesbare Biografie des einflussreichen Dichters.
Den Dichter Rilke, diesen hyperempfindlichen literarischen Star aus der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg, stellt Gunnar Decker auf 607 Seiten in zehn meist umfangreichen Abschnitten und 30 Schwarzweißfotos vor. Auf viele Briefaussagen gestützt, skizziert der Autor die Entwicklung der Persönlichkeit Rilkes. Er spart dabei nicht mit Kritik am jungen Rilke, indem er auch unvorteilhafte Wesensmerkmale nennt, z.B. sein Verhalten seiner Frau Clara und der Tochter Ruth gegenüber. Positiv genannt wird von Zeitgenossen dagegen immer wieder sein melancholischer Blick. Wirklich breiten Raum nehmen die für Rilke wichtigen Begegnungen mit Frauen ein, die auch als Mutter- oder Tochterersatz gesehen werden. Von seinen Bewunderinnen lässt er sich in seinem unsteten Reiseleben auch aushalten. Einflüsse anderer Künstler hinterlassen tiefe Spuren, u.a. Auguste Rodin, der ihm zu dem kühlen, sachlichen Blick auf Dinge und Menschen verhilft, was an dem modernen Roman "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" und dem Gedicht "Der Panther" aufgezeigt wird. Zum Verständnis von Rilkes Dichtung gibt Decker so manchen Hinweis wie z.B. bei den oft dunklen Duineser Elegien. - Gunnar Decker will mit seiner Biografie Rilke als "modernen Mystiker" vorstellen. Rilke frage sich in seinen Werken, wie und womit sich das Fehlen Gottes in der Welt ausgleichen ließe. Wie es zu verstehen sei, dass auch der abwesende Gott paradoxerweise Spuren hinterlasse, das fasse Rilke in seinem poetischen Begriff "Weltinnenraum" zusammen. Der Untertitel dieser Biografie bezieht sich auf Deckers Verständnis von Dichtung, die den Leser mit einem Bann belege; denn ohne Magie gebe es kein Gedicht. Rilke ist für Gunnar Decker der Zauberer mit Worten und Bildern. Trotz der Fülle an Details wünscht man sich als Leser noch die eine oder andere literatursoziologische Betrachtung. Das umfangreiche Buch fasziniert mit seinem Faktenreichtum und dem eher journalistischen Sprachduktus.
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Artikelbeschreibung

Der größte Dichter der frühen Moderne: die neue, überraschende Biographie von Rilke

Rainer Maria Rilke ist auch nach über einhundert Jahren ein Welteröffner. Er verführt seine Leser zur existenziellen Selbstbefragung und fordert Entschlüsse: 'Du musst dein Leben ändern.' Seine Dichtung, das stellt Gunnar Decker auf faszinierende Weise heraus, war immer auch eine Reaktion auf die Krisen der Gegenwart, der Versuch, sich eine Gegenwelt zu erschreiben, die für ihn lebenswerter war als jene, die er in Prag, München, Worpswede, Moskau, Berlin, Rom, Duino, Venedig oder Paris vorfand. So scheinen Rilkes ruheloses Leben und sein metaphysische Fragen umkreisendes Werk auf einzigartige Weise verwoben. In seiner wunderbar erzählten Biographie widmet sich Decker auch erstmals Rilkes schwierigem Verhältnis zu seiner Mutter Phia, dem Nicht-Verhältnis zu seiner lebenslangen Ehefrau Clara und zur Tochter Ruth. Er beschreibt seinen Kampf gegen den körperlichen Verfall, der einen Schlüssel zum Verständnis des Werkes bietet, und deutet seinen Entschluss nach dem Ersten Weltkrieg, kein deutscher Dichter mehr sein zu wollen. Ein neuer, überraschender Blick auf eine der schillerndsten Dichterfiguren unserer frühen Moderne.

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Pressestimmen

»Decker gelingt es, Rilkes Leben mit kritischer Empathie und großem erzählerischen Können zu beschreiben. Der ferne Magier rückt einem in vielen Lesemomenten verblüffend nah.« Hilmar Klute, Süddeutsche Zeitung
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