Von Menschen

Band 857
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Buchprofile - Rezension
Ein Dorf in Frankreich und ein Veteran des Algerienkriegs, der nach zu langem Schweigen die Kontrolle verliert.
Bernard und sein Cousin Rabut sind Veteranen aus dem Algerienkrieg und leben 40 Jahre später in einem französischen Dorf, ohne je über ihre Erlebnisse gesprochen zu haben. Bernard hat es allerdings nicht geschafft, ein “normales” Leben zu führen; er ist Alkoholiker und verwahrlost. Doch anlässlich des Geburtstages seiner Schwester reißt er sich zusammen, macht ihr ein teures Geschenk und rastet dann – aufgrund der Nachfrage, woher das Geld stammt, völlig aus, geht zu seinem Nachbarn, einem arabischen Algerier, mit dem er seit Langem friedlich zusammenlebt, und bedroht die Familie. Nur Rabut weiß, was hinter diesem Ausraster steckt: die schrecklichen grausamen Erlebnisse der jungen Männer, die nach Algerien geschickt wurden, um zu kämpfen, ohne zu verstehen, worum es ging. Rabut lässt in einem inneren Monolog die Zeit wiederauferstehen, all’ die blutigen Kämpfe, die Hitze, die Sinnlosigkeit und die Zweifel, und auch die Ängste der jungen französischen Männer. Der Autor zeichnet ein intensives Bild der Zeit, als arabische Algerier für ihre Unabhängigkeit von Frankreich kämpften und algerische Franzosen sich plötzlich heimatlos und angefeindet sahen, während junge Soldaten einen blutigen Kampf führen mussten. Diejenigen, die zurückgekehrt sind wie Bernard und Rabut haben versucht, den Horror zu verdrängen. Ein äußerst eindringliches und ergreifendes Buch über den Krieg, der nach dem Krieg weitergeht. Unbedingt empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Zu Beginn scheint es ein alltägliches Familiendrama. Bernard - Mitte 60, Alkoholiker, mittellos und im Dorf verschrien - schenkt seiner Schwester Solange eine goldene Brosche zum Geburtstag. Doch woher hat er das Geld? Die Verdächtigungen schlagen in Aggression um, und Bernard seinerseits lässt seine Wut an den algerischen Nachbarn aus.Nur sein Cousin Rabut, mit dem er Jahrzehnte zuvor in Algerien stationiert war, kennt die entsetzlichen Gründe dafür. Er teilt seine Erinnerungen an ungelebte Liebesgeschichten und an Hitze, Gewalt und Verzweiflung im felsigen Hochland, wo völlige Sinnlosigkeit und blanke Brutalität sie verstummen lassen. Es gibt keine Worte für das, was sie dort sehen und tun, für das Grauen des Krieges. Auch vierzig Jahre später nicht.Von diesem Schweigen handelt der Roman: vom kollektiven wie innerfamiliären Schweigen. Mauvignier umkreist die historische und die individuelle Wahrheit seiner Figuren in kunstvoll geflochtenen, atemlosen Sätzen, seine Bilder sind nachdenklich und genau, seine Fragen bleiben offen.

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Personeninformation

Laurent Mauvignier wurde 1967 in Tours geboren und studierte dort an der École des Beaux-Arts Bildende Kunst. Seit 1999 ist er als Schriftsteller tätig, veröffentlicht Romane und Theaterstücke und schreibt Drehbücher für Film und Fernsehen. Mauvignier lebt in Toulouse.
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